Schlacht gegen das „gallische Dorf“ verloren

Matthias Enders (in Blau-Weiß) ist in dieser Szene schneller am Ball als sein Semder Gegenspieler.
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Matthias Enders (in Blau-Weiß) ist in dieser Szene schneller am Ball als sein Semder Gegenspieler. Trainer Olaf Vogel (links) und Betreuer Sascha Tischbierek (blaue Jacke) sahen allerdings nicht nur das, sondern auch eine vermeidbare 1:3-Niederlage.

Dieburg (jd) ‐ Besser hätte die Partie für den SC Hassia Dieburg II gar nicht beginnen können: Schon nach einer Minute setzte sich Sabi Saoudi im B-Liga-Spiel beim TV Semd im Strafraum durch und wurde von den Beinen geholt. Prompte Entscheidung des Schiedsrichters: Elfmeter.

Der sonst so sichere Schütze Sven Hajok lief an – und scheiterte an Semds Schlussmann Torsten Linß (2. Spielminute). Der Auftakt zu einem Spiel, das die Dieburger und insbesondere Hajok schnell vergessen sollten. 1:3 hieß es nach 90 Minuten Derby im Groß-Umstädter Stadtteil aus Sicht des Sportclubs – das „gallische Dorf“ Semd stoppte damit den jüngsten Siegeszug der Hassia. „Die sind heimstark und besser, als es ihr derzeitiger Tabellenstand widerspiegelt“, sagte Hassia-II-Coach Mario Schmitgen, der den TV einst selbst trainierte. Die Niederlage ist umso ärgerlicher, weil die TS Ober-Roden II und die SG Ueberau II patzten und die Dieburger sich dem zweiten Platz deutlich hätten annähern können.

Dabei hätten die Gäste auch nach dem vergebenen Elfmeter in Führung gehen können, ja müssen: Asad Ahmad (3.) und Tobias Catta (4.) ließen früh gute Chancen aus. In die erste Drangphase der Hassia hinein fiel nach einem Freistoß das 1:0 für Semd (12.), danach waren wieder die Gäste am Zug: Doch erneut Catta scheitert, später ebenso Tayfun Durmus. Semds starker Torwart Linß entnervte die Dieburger dabei ein ums andere Mal.

Hassia-Abwehr nicht so geschlossen wie sonst

Während der Ball in Halbzeit eins nach vorne ordentlich lief, präsentierte sich die Abwehr diesmal erstaunlich offen. So kam auch Semd immer wieder zu besten Möglichkeiten, denen unter anderem das eigene Unvermögen und Hassia-Keeper Holger Sauerwein im Weg standen. Tobias Catta gelang kurz vor der Pause nach feiner Einzelleistung dann doch noch der Ausgleich zum 1:1 (40.) – der allerdings hielt nicht lange: Fast mit dem Pausenpfiff schoss der TV nach einem Konter aus abseitsverdächtiger Position das 2:1 (45.).

Die vermeintliche Benachteiligung machte der Unparteiische im zweiten Abschnitt mit einer kuriosen Entscheidung wett: Auf korrektem Weg schoss Semd ein Tor, der Mann in Schwarz entschied aber auf Abstoß. Er wollte gesehen haben, dass der Ball durch ein Loch im Außennetz ins Netz eingedrungen war. Tatsächlich aber war der Ball gut sichtbar einen halben Meter neben dem Pfosten ins Tor eingeschlagen. Die nächste Entscheidung dezimierte die Hassia dann auf zehn Mann – Di Girolamo hatte nach einer Verletzung angeblich unerlaubt wieder das Feld betreten. Konsequenz war die Gelb-Rote Karte (61.), die laut Regelwerk berechtigt ist, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hatte. Nach dem 3:1 (63.) war die Sache nahezu gelaufen, da bei den Blau-Weißen nichts mehr zusammenlief und der Offensiv-Elan der ersten Hälfte erlahmte.

Durmus und Hajok müssen kurz vor Schluss vom Platz

Durmus sah in der Schlussphase dann ebenfalls Gelb-Rot (Foulspiel, 85.), danach erwischte es noch Hajok, dem an diesem Tag einfach nichts gelingen wollte. Bei einer Rudelbildung ließ er sich zu einer – für Sportplatz-Verhältnisse harmlosen – Bemerkung gegen einen Semder Spieler hinreißen, woraufhin ihn der Schiedsrichter mit der überzogenen Roten Karte bestrafte.

Umso unverständlicher, weil Hajok im ersten Abschnitt brutal gefoult worden war, was jedoch nur zu Gelb für den Gegenspieler geführt hatte. Mit acht Mann quittierten die Dieburger schließlich die Niederlage.

Die Aufstellung des SC Hassia II: Holger Sauerwein – Bernhard Berz, Adam Hamid, Sven Hajok, Michele Di Girolamo – Alex Hausmann, Asad Ahmad, Matthias Enders, Tayfun Durmus – Sabi Saoudi, Tobias Catta (Niko Seipp, Thilo Falk).

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