Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald

SG Mosbach/Radheim: Marvin Bernhard führt das Team und glänzt als Torjäger

Treffsicherer Routinier: Marvin Bernhard (32) erzielte diese Saison zehn Tore.
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Treffsicherer Routinier: Marvin Bernhard (32) erzielte diese Saison zehn Tore.

Mosbach/Radheim – Die SG Mosbach/Radheim spielt in der Fußball-Kreisoberliga Dieburg/Odenwald bislang eine sehr starke Rolle. Der Aufsteiger steht auf Platz zwei, aus neun Begegnungen holte das Team von Trainer Kai Muhl 22 Punkte. Lediglich eine Partie (0:3 in Lützel-Wiebelsbach am 16. September) ging dabei verloren.

Einer der wenigen Routiniers im ansonsten jungen Team ist Marvin Bernhard. Der 32-Jährige erzielte zehn der bislang 24 Treffer der SG und führt gemeinsam mit Osman Aktürk (KSV Reichelsheim) und Kevin da Silva (SV Groß-Bieberau) die Torschützenliste an. Eine gute Runde ohne große Abstiegssorgen hätte er seiner Mannschaft durchaus zugetraut, so Marvin Bernhard. „Dass wir aber so gut da stehen, hätte ich nicht gedacht. Ich hoffe natürlich, dass es so weiterläuft. Es sind allerdings erst neun Spiele absolviert, da kann noch viel passieren.“

Jetzt gibt es ohnehin erst einmal wieder eine längere Pause. Das Fußballjahr ist nach dem „Lockdown-Light“ bereits beendet. Auch im Frühjahr endete die Runde abrupt. Mosbach/Radheim wurde aufgrund der Quotientenregelung knapp Meister vor dem FV Eppertshausen. „Das war damals natürlich nicht so schön, als wenn man am letzten Spieltag Meister wird und dann feiern darf“, so Bernhard. „Das ist auch jetzt wieder eine schwierige Situation.“ Schließlich ist es fraglich, wann und in welcher Form es mit der Runde weitergeht. Mannschaftstraining gibt es wegen des Amateursportverbots derzeit keines, größere konditionelle Defizite oder ein paar Kilo zu viel befürchtet Bernhard aber nicht - weder bei sich, noch bei den anderen Spielern. „Die Jungs geben Gas und halten sich auf jeden Fall fit“, ist sich der Routinier sicher. Das habe schon beim ersten Lockdown im Frühjahr sehr gut funktioniert.

Auch Bernhard wird sich individuell fit halten. Neben Lauf- und Fitnesseinheiten ist sicher auch die Arbeit am eigenen Haus der Kondition nicht gerade abträglich. Im Obergeschoss stehen im ersten fußballfreien November seit vielen Jahren für Bernhard noch einige Renovierungsarbeiten an. Bernhards Ehefrau kommt aus Radheim, vor einigen Jahren hatte man hier ein Haus gekauft. Da war es naheliegend, mit der Zeit auch die Fußballerlaufbahn von der vorherigen Station Viktoria Klein-Zimmern in die neue Heimat zu verlegen. Eine Entscheidung, die Bernhard nicht bereut hat. Im Gegenteil: „Die Jungs ziehen super mit und sind auch sehr euphorisch. Wir haben einen richtig guten Kader. Die Gemeinschaft in der Mannschaft ist sensationell. Als ich hierher kam, war ich wirklich begeistert vom Zusammenhalt“, so Bernhard, der gemeinsam mit Jan Müller, der ebenfalls 32 und noch ein paar Tage älter ist, der erfahrenste Spieler im ansonsten jungen Team ist. Mit Müller, der im Sommer zu SG kam, hatte Bernhard schon bei Viktoria Klein-Zimmern zusammen gespielt.

Der Verlauf der Fußballer-Laufbahn von Marvin Bernhard ist durchaus ungewöhnlich. Ursprünglich stammt er aus Groß-Bieberau, wo er auch bis zur B-Jugend spielte. Dann war eigentlich Schluss mit dem Kicken, es folgte eine längere Pause. Erst fünf Jahre später macht ihm bei der Bundeswehr Paul Opolony, der bei Viktoria Klein-Zimmern spielt, den Sport wieder schmackhaft. Bernhard fing in Klein-Zimmern 2011 wieder an und lief bis 2019 für die Viktoria auf. „Am Anfang musste ich mir erstmal die Füße sortieren“, erinnert sich Bernhard heute schmunzelnd. Das gelang recht schnell - die Zeit in Klein-Zimmern war erfolgreich. Auch mit der Viktoria ging Bernhard, ähnlich wie zuletzt mit Mosbach/Radheim, den Weg von der A-Liga in die Kreisoberliga. In seiner letzten Saison in Klein-Zimmern gelangen ihm in der Kreisoberliga beispielsweise 14 Tore. In der Abbruchsaison in der A-Liga, in der die SG 17 Spiele absolvierte, waren es für Bernhard 19 Treffer. Die reichten dem offensiven Mittelfeldspieler hinter Teamkollege Max Daniel (26) für den zweiten Platz in der Torschützenliste. Max Daniel, der einige Male verletzt fehlte, steht in dieser Saison t bei vier Treffern.

Auch wenn er einer der wenigen Routiniers in der Mannschaft ist, ist das Ende der Laufbahn für Marvin Bernhard noch einige Jahre entfernt. „Zwei bis drei Jahre will ich auf jeden Fall noch spielen“, sagt Bernhard, der beim Landkreis Darmstadt-Dieburg auf dem Revisionsamt beschäftigt ist. Natürlich hofft der 32-Jährige, dass es so schnell wie möglich wieder los geht mit dem Sport. „Der Fußball fehlt jedem von uns.“

Von Sascha Eyssen

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