Mit Spaß und Frauenpower

Groß-Zimmern - (bea) „Ich habe früher mal getanzt, aber Fußball ist besser“, sagt Agnesa Ametei und alle Kameradinnen nicken. Es ist Montagnachmittag und 13 Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren stehen in weiß-schwarzen Trikots auf dem Fußballplatz des FSV.

Vielen der jungen Kickerinnen sind die Trikots viel zu groß. „Wir haben noch keine eigenen, die sind geliehen“, so die Auskunft der Mädchen und als Trainer Johnny Conner erzählt, welchem Jungen welches Trikot gehört, ist das Gekicher groß. Seit Anfang März gibt es die erste Mädchenmannschaft des FSV und die Begeisterung der jungen Fußballerinnen ist gewaltig.

„Die Mädchen haben mich mehrmals angesprochen und einige waren sehr hartnäckig“, erzählt Trainer Thomas Gladitz, der sich erst erfolgreich sträubte.

Nicht weil er etwas gegen Mädchen- oder Frauenfußball hätte, sondern weil es an Trainern für die Mädchen fehlt und am Anfang auch zu wenige Interessentinnen da waren. Letzteres hat sich schnell geändert und so ließ Gladitz sich erweichen.

„Weil es Spaß macht“, kicken sie nach übereinstimmender Aussage den Ball. „Fußball ist besser als Turnen, weil man da abspecken kann“, sagt eine der etwas älteren Spielerinnen. Aber stöhnen tun sie teilweise ganz ordentlich, als jede als Aufwärm- und Konditionstraining den Ball zweimal über den Platz kickt und sich zwischen jedem Tritt auf den Ball einmal um die eigene Achse dreht.

Ausdauer, aber vor allem Wendigkeit werden auch beim schlichten Fangenspielen geübt. „Gut ausgewichen“, lobt Gladitz eine Spielerin, die ihrer Häscherin durch eine Drehung entschlüpft. Dann geht es wieder an den Ball, ein Parcours mit Hütchen soll durchspielt werden. Das klappt schon recht gut, ungewohnt ist es nur für die meisten, als Gladitz fordert, dieselbe Übung nur mit dem linken Fuß zu absolvieren.

„Die Mädchen spielen nicht so aggressiv wie die Jungen“, sagt der Trainer aus seiner zweimonatigen Erfahrung. Ein bisschen mehr Biss könnten sie nach seiner Ansicht schon vertragen, aber er ist davon überzeugt, dass sie das noch lernen.

Am Ball sind Agnesa, Ruwayda, Fiori, Diana und die anderen schon recht gut, das Mannschaftsspiel beherrschen sie allerdings noch nicht.

Bis jetzt haben sie auch noch kein Spiel gegen eine andere Mannschaft bestritten, aber alle sind ganz scharf drauf. „Wir hoffen, dass es Ende Mai ein Freundschaftsspiel gibt“, ist der große Wunsch.

„Ich würde auch eine Mädchenmannschaft für die Runde nach den Sommerferien anmelden“, sagt Trainer Gladitz. Aber der Verein sucht händeringend Trainerinnen oder Trainer für die Kickerinnen. „Das Training können Johnny und ich noch bewältigen, aber wir können ohne zusätzliche Trainer keinen Spielbetrieb gewährleisten“, sagt Gladitz.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich für die Mädchen ein Trainer findet und sie sich in der nächsten Runde auch regelmäßig an Gegnerinnen erproben können.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare