Carlos McCrary von den Sportfreunden Seligenstadt

Sprachenwunder als Sprung-Ersatz

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Schlitzohr: Carlos McCrary nimmt im Testspiel gegen Kickers Offenbach Torhüter Alexander Sebald den Ball ab und trifft zum 2:2.

Seligenstadt - Im Jahr eins nach Torjäger Peter Sprung, der in den vergangenen beiden Hessenliga-Jahren 47 Tore für die Sportfreunde Seligenstadt erzielte, setzen die „Roten“ ihre Hoffnungen im Sturmzentrum besonders auf Neuzugang Carlos McCrary.

Der 23-jährige US-Amerikaner spielte in der vergangenen Saison in der Verbandsliga Süd beim 1. FCA Darmstadt, erzielte dabei in 28 Partien elf Treffer. Doch das reichte ihm nicht. „Ich wollte zu einem höherklassigen Verein“, sagt der US-Amerikaner McCrary, der sich bei den Sportfreunden vorstellte, mittrainierte – und verpflichtet wurde. „Ich bin sehr froh, dass ich jetzt in Seligenstadt bin“, sagt er. „Er war ja kein Unbekannter“, erklärt Lars Schmidt, Trainer der Sportfreunde, der in der vergangenen Verbandsliga-Runde mit Rot-Weiss Frankfurt gegen die Arheilger spielte. „Wir haben ihn gesehen, getestet und für gut befunden“, schmunzelt Schmidt. McCrary spielte in den Vereinigten Staaten beim Madison 56ers Soccer Club, ehe ihn Freunde zu einem Wechsel nach Deutschland rieten. Gemeinsam mit Torhüter Ryan Onwukwe wechselte er zum FCA Darmstadt. „Die Kontakte zu Amerikanern und Kanadiern kamen über private Netzwerke zu Stande“, erklärt Andreas Bergemann, Erster Vorsitzender des FCA. „Die Jungs sind sehr angenehme Zeitgenossen, engagiert, ehrgeizig, aber dennoch mit der typisch amerikanischen Lockerheit.“

Bereits im Winter schafften in Evin Nadaner, James Lannon (SVZ Zweibrücken) und Jonathan Kosko (Wormatia Worms) drei FCA-Kicker aus Übersee den Sprung in die Vierte Liga, McCrary ist nun in der Fünften Liga angekommen. „Er ist schnell und athletisch“, lobt Lars Schmidt. Und er hat einen guten Torriecher. Beim Mainpokal in Zellhausen traf der 23-Jährige bisher fünfmal, vergab aber auch eine ganze Reihe guter Chancen. „Ich mag den Fußball in Deutschland, es wird sehr großer Wert auf Technik gelegt“, sagt McCrary, der dank seines Ehrgeizes die deutsche Sprache in nur wenigen Monaten perfekt erlernte, was ihm beim FCA Darmstadt den Spitznamen „Language-Miracle“ (Sprachenwunder) einbrachte. Mit elf, zwölf Jahren habe er auch ein Jahr lang Basketball gespielt, sich aber schon immer für den internationalen Fußball begeistert und am liebsten die Fußball-Weltmeisterschaften angeschaut, sagt McCrary und fügt hinzu: „Ich bin sehr zufrieden hier in Seligenstadt. Wir haben einen guten Trainer, gute Spieler und ein gutes Niveau.“

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Torschützenkönig – etwa aktuell beim Mainpokal – muss er nicht werden. „Das wäre cool, wichtig aber ist, dass ich der Mannschaft helfen kann. Wenn ich Tore schieße, ist das okay, wenn sich sie vorbereite aber auch.“ Gegen Alzenau hofft der Stürmer auf einen Sieg der „Roten“. „Ich hoffe, dass wir drei Punkte holen. Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen.“ Gerade im ersten Pflichtspiel wäre das aber besonders schön.

leo

Quelle: op-online.de

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