Amateurfußball

Spvgg. Dietesheim soll noch einmal gegen TSV Lämmerspiel spielen

Rund um den Dietesheimer Kunstrasenplatz hatten sich im September beim Derby gegen Lämmerspiel laut Polizei deutlich mehr als die damals erlaubten 250 Zuschauer versammelt.
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Rund um den Dietesheimer Kunstrasenplatz hatten sich im September beim Derby gegen Lämmerspiel laut Polizei deutlich mehr als die damals erlaubten 250 Zuschauer versammelt.

Das im September 2020 abgebrochene Fußball-Derby zwischen der Spvgg. Dietesheim und der TSV Lämmerspiel wird neu angesetzt. Grund: Ein Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung durch zu viele Zuschauer war nicht nachweisbar - auch nicht durch die App-Anzeige.

Offenbach – Das Derby der Fußball-Kreisoberliga Offenbach zwischen der Spvgg. Dietesheim und der TSV Lämmerspiel am 11. September vergangenen Jahres hatte für großes Aufsehen und Schlagzeilen gesorgt, weil es auf Anweisung der Polizei in der 69. Spielminute vom Schiedsrichter abgebrochen worden war. Hintergrund war eine angeblich zu große Zuschauerzahl und damit ein Verstoß gegen die damals geltende Verordnung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie.

Nach längerer Recherche zu den Umständen des Spielabbruchs hat das Kreissportgericht jetzt ein Urteil gefällt: Die Partie soll neu angesetzt werden.

„In dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten“, erklärte der Kreissportgerichtsvorsitzende Jürgen Weil: „Die tatsächliche Zuschauerzahl konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden.“ 250 Zuschauer waren damals laut Verordnung erlaubt bei Einhaltung eines Hygienekonzeptes. Die Polizeistreifen vor Ort hatten eine Zahl von 300 Zuschauern geschätzt. „Das aber war eben nur eine Schätzung, nicht gerichtsfest verwertbar“, erklärte Weil. Die App zur QR-Code-Registrierung am Einlass zeigte zwar 390 Besucher an. Das aber kann tatsächlich eine Falschanzeige gewesen sein, wie die Dietesheimer behaupten. „Die Firmen, die solche Apps programmieren, haben eingeräumt, dass es bei einer fehlerhaften Eingabe passieren kann, dass die Zuschauerzahlen von mehreren Spielen aufsummiert werden“, sagte Weil. Da daher kein Verursacher für den Spielabbruch zweifelsfrei ausgemacht werden konnte und es beim Abbruch 0:0 stand, soll die Partie noch einmal neu angesetzt werden.  mos

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