Pläne der Stadt Offenbach

Wenn Sportplatz-Träume wahr werden

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Und los. Die Umbaumaßnahmen am Bierbrauerweg können beginnen.

Offenbach - Manfred Ginder, kommissarischer Leiter des Offenbacher Sportamtes, hat die Vereinsvertreter beim Neujahrsempfang auf dem Bieberer Berg überrascht. Von Holger Appel 

Er berichtete von einem künftigen Kleinfeld am Wiener Ring und immerhin drei Sportplätzen, die die Stadt umgestalten will. Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD), gleichzeitig Sportdezernent der Stadt, konkretisiert die trotz hoher Schulden und knapper Kassen bestehenden städtischen Pläne. Er sagt: „Auch in den Zeiten unter dem kommunalen Schutzschirm sind wir nicht untätig.“ Auf Zuschüsse vom Land Hessen oder vom Landessportbund kann die Stadt nicht hoffen, nur Klubs können sie für Investitionen auf ihren eigenen Anlagen beantragen. Die vier von Ginder angesprochenen Plätze in Offenbach sind aber in städtischem Besitz.

Bierbrauerweg

Die Stadt wandelt das seit 2010 nicht mehr nutzbare und seit eineinhalb Jahren gesperrte Spielfeld im Süden der Anlage mit seinem Belag aus Baumrinden (Ricoten) in einen Naturrasen um. Das soll bis Ende Oktober passieren. Nach Angaben von Winfried Männche, Geschäftsführer der Gebäudemanagement GmbH (GBM), können die Offenbacher auf Hilfe aus der Frankfurter Arena zurückgreifen. Sie haben dank der guten Kontakte des ehemaligen Kickers-Profis und jetzigen GBM-Mitarbeiters Stefan Schummer zu den Frankfurter Kollegen kostenlos eine so genannte Rasentragschicht erhalten. Deshalb liegen die Gesamtkosten für das Wiederherstellen des Fußballfeldes nach Angaben der Stadt bei nur 51.000 Euro - das sind rund 70.000 Euro weniger, als die Stadt normalerweise für einen Naturrasenplatz hätte zahlen müssen. Ein neuer Hartplatz hätte 150.000 Euro, ein Kunstrasen 300.000 Euro gekostet. Die Fußballer des VfB 1900 Offenbach und des FC Maroc konnten den Ricotenplatz, der zuletzt eher einem Biotop glich, nur sieben Jahre nutzen.

Rosenhöhe

Der geplante Kunstrasen im Sportzentrum steht seit vielen Jahren oben auf der Agenda und wäre laut Schneider „längst gemacht, wenn das Regierungspräsidium nicht einen Riegel vorgeschoben hätte“. Schneider ergänzt: „Ein Kunstrasenplatz ist kein Wunderwerk. Ich hoffe, dass wir 2015 damit anfangen können und hätte es gern, dass er im Winter 2015 bereit steht.“ Die Mittel für die Umwandlung des Sportzentrums sind im städtischen Haushalt eingestellt. Dafür sind immerhin 650 000 Euro vorgesehen. Allerdings muss das Regierungspräsidium Darmstadt noch die Mittel freigeben, wie Fabian El Cheikh vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt einschränkt.

SGR-Abteilungsleiter Patrick Ihlefeld sagt: „Wenn das mit dem Kunstrasen klappt, würde für uns ein zehn Jahre alter Traum wahr werden. Mir ist bewusst, dass es auch andere Sport- und Fußballvereine gibt, die begründete Wünsche haben, die SG Rosenhöhe benötigt einen zweiten Wintertrainingsplatz aber nicht erst jetzt.“ Die insgesamt 18 Mannschaften der SGR (davon 14 Jugendteams) trainieren seit Jahren im Winter überall, nur nicht im Sportzentrum. Laut Ihlefeld finden Heimspiele in der Jugend-Hessenliga im Frankfurter Stadtteil Bonames statt. „Ein Kunstrasen würde es uns ermöglichen, die Qualität der Ausbildung weiter zu gewährleisten und auch wieder mehr Kinder aufnehmen zu können“, ergänzt er.

Rumpenheim

Auf dem Sportplatz an der Bürgeler Straße kicken die SKG Rumpenheim und der Türkische SC Offenbach. Künftig kommt noch der SC 07 Bürgel hinzu, dessen Vereinsheim im Sommer 2014 nach einem Brand stark beschädigt wurde. Für das nur noch schwach frequentierte Gelände des Sportclubs an der benachbarten Frankenstraße sucht die Stadt einen Investor, der Wohnungen baut. Bürgermeister Schneider prognostiziert, dass er den Rumpenheimer Kunstrasen bereits 2016 eröffnen kann. Er soll auf dem Gelände des alten Hartplatzes entstehen. Die benachbarte Ernst-Reuter-Schule soll ebenfalls von ihm profitieren. Für den SC 07 soll zudem ein neues Vereinsheim entstehen. Laut GBM-Geschäftsführer Männche werden gerade die Kosten für dieses Projekt ermittelt.

Die SKG und die Stadt haben zudem einen Nutzungsvertrag für die ehemaligen Plätze des Tennisclubs unterzeichnet. Auch diese gleichen einem Biotop. Die SKG will die Fläche für die Jugendabteilung herrichten.

Wiener Ring

Laut Sportdezernent Schneider die „einfachste und günstigste“ der vier Baustellen. Zwischen dem Hauptfeld und dem Kunstrasen ist Platz für ein Kleinfeld. Die SG Wiking, die mittlerweile einen Aufnahmestopp bei den Jugendfußballern verhängt hat, würde davon profitieren. Über das Sportzentrum in unmittelbarer Stadionnähe sagt der Sportdezernent: „Wir wollen den Wiener Ring besser vermarkten, mit ihm mehr Geld einnehmen.“ Schneider will unter anderem die Namensrechte veräußern. Andreas Herzog, Betriebsleiter der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB), ist bereits involviert.

Quelle: op-online.de

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