Lucas Firmino, Sohn des brasilianischen Ex-Profis Emerson Luiz

Südamerikanische Leichtigkeit beim VfB 1900 Offenbach

Die Frisur erinnert an Brasiliens Linksverteidiger Marcelo, Lucas Firmino spielt aber im Mittelfeld – und zwar beim Kreisoberligisten VfB 1900 Offenbach. J   Foto: Klemenz
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Die Frisur erinnert an Brasiliens Linksverteidiger Marcelo, Lucas Firmino spielt aber im Mittelfeld – und zwar beim Kreisoberligisten VfB 1900 Offenbach.

Firmino – der Name klingt dank des brasilianischen Nationalspielers Roberto nach großem Fußball. 140 Bundesligaspiele hat der Stürmer nach seinem Wechsel von Figueirense zu 1899 Hoffenheim absolviert, dabei 38 Tore erzielt und 29 vorbereitet. Der FC Liverpool soll 2015 für den mittlerweile 26-Jährigen 41 Millionen Euro Ablöse bezahlt haben. Doch nicht nur die „Reds“ im Nordwesten Englands haben einen Firmino in ihren Reihen. Von Holger Appel

Auch der Kreisoberligist VfB 1900 Offenbach hat einen zu bieten. Lucas, 18 Jahre alt, Ablösesumme null Euro – nach dem Zufallsprinzip am Bierbrauerweg gelandet. „Ich bin zum Studieren nach Frankfurt gekommen, habe in Offenbach eine Wohnung gefunden und dann irgendwann im Internet nach einem Fußballverein in dieser Stadt gesucht“, berichtet er. Den hat er im vergangenen Jahr im VfB 1900 gefunden. „Und bei uns“, sagt VfB-Trainer Peter Lack lachend, „ist er natürlich bestens aufgehoben.“

Mit dem bekannten Roberto hat Lucas zwar nichts zu tun, dafür aber mit Emerson Luiz, einem ehemaligen Profi aus Brasilien. Das ist sein mittlerweile 44 Jahre alter Vater, der immerhin 27 Bundesligaspiele für den Hamburger SV (zwei Tore) und 60 Spiele in der niederländischen Ehrendivision für MVV Maastricht (20 Tore) absolviert hat. Dort, in den Niederlanden, kam Lucas Firmino auch zur Welt. Er hat aber einen deutschen und einen brasilianischen Pass.

Ermerson Luiz Firmino 1992 im HSV-Trikot.

„Mein Vater hat meine Mutter Stephanie zu seinen Zeiten beim HSV kennengelernt. Dann sind sie rumgezogen, da mein Vater öfter den Klub gewechselt hat“, berichtet Lucas und erinnert an die Karriere seines Vaters mit vielen Stationen, unter anderem beim KFC Uerdingen und Union Berlin. „Als ich vier Jahre alt war, sind wir zurück in die Nähe von Hamburg gezogen, damit die Großeltern für meine Schwester Elisa und mich in der Nähe waren. Wir mussten ja einen festen Ort finden, wo wir Kinder zur Schule gehen könnten“, berichtet Lucas. Seine Eltern wohnen nach wie vor im hohen Norden, ziehen gerade wieder näher heran an Hamburg.

Und ihn hat der Weg nach dem Abitur ins Rhein-Main-Gebiet geführt. Alleine, mit 18 Jahren. „Einfach stark – ich habe großen Respekt vor ihm“, sagt Trainer Lack. Lucas studiert Musik und Tontechnik, er spielt gerne Gitarre und Klavier. Sein Berufswunsch: Musikproduzent – und nebenbei Fußball als ernstes Hobby, wie er berichtet. „Hessenliga“, versichert er lachend, „sollte bei diesem Vater und meinen Anlagen schon drin sein. Ich bin sehr, sehr schnell und habe eine gute Ballkontrolle“, ergänzt er. Aber er gibt auch zu, dass er sich im Torabschluss noch verbessern muss. Daran werde er mit dem Trainer arbeiten.

Roberto Firmino

Peter Lack ist jedenfalls voll des Lobes für seinen Spieler. „Er ist sehr, sehr talentiert, ballsicher und hat eine klasse Übersicht. Da ist viel südamerikanische Leichtigkeit dabei. Dazu kommen dann noch die deutschen Tugenden - eine super Mischung, ein hoch interessanter Spieler.“ Lack ergänzt: „Er ist brutal weit, obwohl er gerade erst aus der Jugend kommt und nicht viel in den Fußball investiert hat, da sein Fokus ganz klar auf der Musik liegt. Aber vielleicht schaffe ich es ja, dass er sich noch ein kleines bisschen mehr für den Fußball begeistern kann.“

Lucas Firmino hatte in der Endphase der vergangenen Saison bereits bei den Aktiven gespielt und mitgeholfen, dass die VfB-Reserve in die Kreisliga B aufgestiegen ist. Jetzt will er dafür sorgen, dass der VfB in der Kreisoberliga vorne mitspielt; entweder aus der Position im zentralen Mittelfeld oder auf der rechten Außenbahn.

Firmino – das klingt nach einer spannenden Personalie im Offenbacher Amateurfußball.

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