Amateurfußball

SV Münster gleicht im Derby in Überzahl aus

Manuel Profumo (rechts) hat die TS Ober-Roden per Strafstoß in Führung gebracht im Derby beim SV Münster, am Ende aber reichte es für Jens Ries und sein Team noch zu einem 1:1.
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Manuel Profumo (rechts) hat die TS Ober-Roden per Strafstoß in Führung gebracht im Derby beim SV Münster, am Ende aber reichte es für Jens Ries und sein Team noch zu einem 1:1.

Durch ein spätes Tor hat der SV Münster im Derby der Fußball-Verbandsliga Süd mit einem Mann mehr gegen die TS Ober-Roden noch ein 1:1 erreicht. Der JSK Rodgau verliert erneut. Germania Ober-Roden siegt hingegen auch in Unterzahl.

Offenbach – Mit einem 7:2-Sieg gegen den FFV Sportfreunde Frankfurt baute der SV Unter-Flockenbach seinen Vorsprung an der Tabellenspitze der Fußball-Verbandsliga Süd weiter aus. Verfolger JSK Rodgau kassierte mit dem 1:4 in Bornheim die zweite deutliche Niederlage hintereinander und rutschte auf den vierten Platz ab. Neuer Zweiter ist nach dem 2:0-Sieg gegen Rüsselsheim Germania Ober-Roden. „Jetzt fahren wir mit breiter Brust am Sonntag zum Spitzenspiel nach Unter-Flockenbach“, sagte Germania-Präsident Norbert Rink.

Im Dieburger Derby gelang dem SV Münster in Überzahl erst kurz vor Spielende der Ausgleich zum 1:1 gegen die TS Ober-Roden.

SG Bornheim/GW - JSK Rodgau 4:1 (2:0). „Wir sind nicht ausgespielt worden, haben aber in der eigenen Hälfte drei Fehlpässe gespielt, die der Gegner ausgenutzt hat. Daher war die Niederlage auch verdient“, bedauerte JSK-Trainer Klaus Dörner. Die erste Hälfte verlief weitestgehend ereignislos, ihre beiden einzigen Chancen nutzten die Hausherren aber eiskalt. Nach der Pause verstärkte der JSK seine Offensivbemühungen, fing sich aber eine Viertelstunde vor Spielende durch einen Konter das vorentscheidende dritte Gegentor ein. Der vierte Gegentreffer resultierte erneut aus einem Fehlpass in der eigenen Hälfte. Das 4:1 durch Savvas Konstantinidis, der den Ball im vierten Versuch aus spitzem Winkel einschoss, war nicht mehr als Ergebniskorrektur.

JSK Rodgau: Czaronek; Alperstedt (70. Freitag), Cölsch, Köhler, Kunth, Durante, Kwon, Schmidt (79. Mensah), D. Rosa Garcia, Konstantinidis, Hulaj (60. Ballesteros)

Tore: 1:0 Schwarz (34.), 2:0 Knell (45.+2), 3:0, 4:0 Tewelde (75., 87.), 4:1 Konstantinidis (90.)

Eintracht Wald-Michelbach - SC 1960 Hanau 2:2 (1:1). Zufrieden waren die Hanauer mit dem Remis beim Angstgegner nicht. Denn trotz aller personeller Sorgen verzeichneten die Gäste ein deutliches Chancenplus. Ausgerechnet der Hanauer Doppel-Torschütze Luftrim Kodraliu verschoss bei einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung einen Handelfmeter. „Die Mannschaft hat Vollgas gegeben und ihre Ambitionen unterstrichen“, lobte HSC-Sportchef Baris Bayval den couragierten Auftritt der 60er.

SC 1960 Hanau: Ersöz; Mickley, Suzuki, Mahboob, Aslan, Bicakci, Keskin, Yüzen (69. Kadioglu), Aydin, Dos Santos, Kodraliu

Tore: 1:0 Imsirovic (24.), 1:1, 1:2 Kodraliu (41., 56.), 2:2 Heckhoff (80.) - Bes. Vork.: Gärtner (Wald-Michelbach) hält HE von Kodraliu (68.)

Germania Ober-Roden - SG VfR/Dersim Rüsselsheim 2:0 (1:0). „Ein großes Lob für diese Mannschaftsleistung“, meinte Germania-Boss Norbert Rink angesichts der Tasache, dass die Hausherren nach der Ampelkarte für Özgün Tatar (42.) eine Hälfte lang in Unterzahl agierten. „Wir haben die Partie 35 Minuten lang dominiert, einziges Manko war die Chancenverwertung“, sagte Ober-Rodens Trainer Fabian Bäcker. Trotz der Ampelkarte für Tatar startete die Germania gut in die zweite Hälfte, musste dann aber verletzungsbedingt gleich zweimal wechseln, Sascha Ries und Johannes Günther verließen jeweils mit Verdacht auf eine Zerrung den Platz. Rüsselsheim wurde nun mutiger, doch die Rödermarker verteidigten gut und ließen keine Chancen der Gäste zu. Hakan Firat machte schließlich mit dem 2:0 in der 88. Minute alles klar. „Das war nicht immer schön, aber der Sieg ist hochverdient“, erklärte Bäcker, der nach seiner Einwechslung im defensiven Mittelfeld spielte.

Germania Ober-Roden: Weinreich; Ries (51. P. Czerwinski), Geyer, Schulte, Tatar, Firat, Özgün, Dapp, Günther (51. Bäcker), Christophori-Como, Falk (85. J. Czerwinski)

Tore: 1:0 Christophori-Como (21.), 2:0 Firat (88.) - Gelb-Rote Karte: Tatar (42./Ober-Roden)

SV Münster - TS Ober-Roden 1:1 (0:1). Über 400 Zuschauer waren eine tolle Kulisse. „Das war ein echtes Derby mit viel Kampf und Leidenschaft“, befand Münsters Trainer Naser Selmanaj, „das 1:1 ist für beide gerecht.“ Enttäuscht war dagegen Ober-Rodens Trainer Bastian Neumann: „Wenn wir das Spiel mit Elf gegen Elf beenden, gewinnen wir.“

Ober-Roden hatte zunächst mehr vom Spiel und ging durch einen Foulelfmeter, den Manuel Profumo verwandelte, in Führung. „Das Foul unseres Torhüters war unnötig, der TSO-Spieler war schon auf dem Weg aus dem Strafraum hinaus“, meinte Selmanaj. Wenige Minuten später sah TSO-Spieler Jannik Zeise nach einer Notbremse die Rote Karte. „Das war eine 50:50-Entscheidung“, sagte Selmanaj. Neumann erklärter: „Das war nicht clever, aber dennoch eine Fehlentscheidung.“ Zur Pause gab er seinen Jungs mit auf den Weg: „Egal was passiert, ein Unentschieden ist ein Punktgewinn.“ Zwar verteidigte die Turnerschaft mit Leidenschaft den knappen Vorsprung, „aber es war klar, dass wir irgendwann Chancen zulassen würden. Die Entlastung hat gefehlt“, sagte der Ober-Rodener Trainer. Dennoch hielt die Gästeführung bis drei Minuten vor dem Schlusspfiff. Dann war TSO-Schlussmann Erik Gorzawski gegen einen abgefälschten 25-Meter-Schuss von Talmiz Butt – kurz vor der Pause hatte der Torhüter gegen den gleichen Spieler noch überragend abgewehrt – machtlos. „Wir haben nach der Pause 45 Minuten auf ein Tor gespielt, hatten aber keine 100-prozentige Torchance“, war Selmanaj mit dem Unentschieden am Ende zufrieden.

SV Münster: Petrinec; Seib (65. Wolf), Ries, Schrom, Yildirim, Hamed (82. Sesto), Defigus, Huther (52. Biskic), Butt, Arian Sahitolli, Postall

TS Ober-Roden: Gorzawski; Dettki, Strauß, Andres, Bleibdrey, S. Yildirim, Zeise, Siwek, Firrantello, D. Profumo (83. Kriegsch), M. Profumo (70. Klingenmeier)

Tore: 0:1 M. Profumo (34./FE), 1:1 Butt (87.) - Rote Karte: Zeise (40./Ober-Roden, Notbremse) - Gelb-Rote Karte: Firrantello (90.+1/Ober-Roden)

SV der Bosnier - Spvgg. 03 Neu-Isenburg 3:3 (2:2). „Das war ein glücklicher Punkt für uns“, meinte Neu-Isenburgs Trainer Nick Janovsky, „fußballerisch haben wir wenig umgesetzt.“ Die 03er wurden kalt erwischt und lagen nach wenigen Sekunden schon in Rückstand, wendeten dann aber durch Paul Bickel (25.) und Jannik Persch (33.) das Blatt. Doch die Hausherren schlugen noch in Durchgang eins zurück und hatten zur Pause mit 3:2 die Nase wieder vorne. Der für den gelb-rotgefährdeten Robert Metzler zur Pause eingewechselte Gabriel Fustero sorgte schließlich mit einem Kopfball für das 3:3 (79.). Am Ende konnten sich die Neu-Isenburger noch bei Torhüter Nemanja Saula bedanken, der einen Strafstoß abwehrte. Janovsky hatte bereits nach nur 14 Minuten Lars Wolfarth für den angeschlagenen Tatsuma Uchida eingewechselt, den er aber – erneut verletzt – nach 56 Minuten wieder vom Platz holen musste. „Falscher Ehrgeiz“, ärgerte sich der Isenburger Trainer.

Neu-Isenburg: Saula; Bickel, Metzler (46. Fustero), Jacobs, Ota, Persch, Schellhorn, Hochstein, Kaya, Uchida (14. Wolfarth/56 El Baghdadi), Kreis

Tore: 1:0 Cehajic (1.), 1:1 Bickel (25.), 1:2 Persch (33.), 2:2 Cehajic (38.), 3:2 Eigentor Metzler (44.), 3:3 Fustero (79.) - Bes. Vork.: Saula hält FE von Reko (81.)

Rot-Weiß Darmstadt - Germania Großkrotzenburg 4:2 (2:0). „In der ersten Hälfte haben wir überhaupt nicht auf dem Platz gestanden. All’ das Positive, dass wir gegen Ober-Roden gezeigt haben, hat gefehlt“, kritisierte Germania-Trainer Christos Tsifnas. Nach einer lautstarken Kabinenansprache kamen die Großkrotzenburger aber in Unterzahl – Platzverweis für Finn Pock nach 28 Minuten wegen Foulspiels – wie verwandelte aus der Pause, der eingewechselte Max Grammel zog nun im Mittelfeld die Fäden. Antonino Alessandro verwandelte einen Eckball direkt (50.), den zweiten zimmerte er an die Torlatte (54.). Die Germania drängte weiter und kam durch einen von Volkan Sungun verwandelten Foulelfmeter zum 2:2 (71.). Doch die Freude dauerte nur kurz, dann gingen die Rot-Weißen bereits im Gegenzug erneut in Führung und behielten letztlich die Oberhand.

Germania Großkrotzenburg: Sememy; Menge, Bucma, Pock, Ucar (46. Grammel), Alessandro, Erinc, Sen (25. Kqiku), Sungun, Storm, Ennin

Tore: 1:0, 2:0 Neumann (4., 38.), 2:1 Alessandro (50.), 2:2 Sungun (71./FE), 3:2 Tala (73.), 4:2 Mustefa (84.) - Rote Karte: Pock (28./Großkrotzenburg, Notbremse)

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