Torjäger Maziar Namavizadeh sieht im Team viel Qualität

SV Pars Neu-Isenburg in der Hessenliga? „Warum nicht?“

Nicht zu stoppen. Maziar Namavizadeh (links), Torjäger des SV Pars Neu-Isenburg, setzt sich gegen die Verteidiger der SG Rosenhöhe durch.
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Nicht zu stoppen. Maziar Namavizadeh (links), Torjäger des SV Pars Neu-Isenburg, setzt sich gegen die Verteidiger der SG Rosenhöhe durch.

Erstmals in seiner Geschichte spielt der SV Pars Neu-Isenburg in der Fußball-Verbandsliga. Wenn es nach Maziar Namavizadeh geht, soll das keineswegs der höchste der Gefühle bleiben. Der Torjäger traut dem Team einen weiteren Aufstieg zu.

Neu-Isenburg – „Mein Vorbild ist am ehesten Ali Karimi“, sagt Maziar Namavizadeh (27), iranischer Mittelstürmer beim Fußball-Süd-Verbandsligisten SV Pars Neu-Isenburg. Karimi absolvierte 34 Bundesliga-Partien für Bayern München und Schalke 04 und war 55 Mal für sein Heimatland am Ball. Noch bekannter dürfte hierzulande allerdings Ali Daei (unter anderem Bayern München, Hertha BSC) sein, der mit 109 Toren der erfolgreichste Länderspieltorschütze der Welt ist. Und Daei passt von der Statur her auch eher zu Namavizadeh als der quirlige Karimi.

„Ali Daei war vor dem Tor eiskalt, sehr stark im Kopfballspiel. Ein Typ wie Thomas Müller, der immer richtig steht und die richtige Entscheidung trifft“, meint Namavizadeh. Und er selbst? Erst vor rund acht Jahren Jahren folgte er seinem Vater, selbst ehemaliger Profi im Iran, nach Deutschland, seine erste Station war der TuS Makkabi Frankfurt. In der Spielzeit 2014/2015 schoss er Vatanspor Bad Homburg mit 29 Treffern zum Titelgewinn in der Gruppenliga Frankfurt West – und damit zum erstmaligen Aufstieg in die Verbandsliga. Der Aufstieg von Namavizadeh ging sogar noch höher hinaus – er wechselte in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zum SV Gonsenheim. Mit 17 Toren und 17 Vorlagen empfahl er sich erneut für höhere Aufgaben und heuerte beim Regionalligisten FSV Frankfurt an. Nach gutem Saisonstart stoppte ihn allerdings nach nur sechs Partien ein Syndesmosebandriss. Anschließend kam er nicht mehr so richtig zum Zuge. Nachdem der damalige FSV-Trainer Alexander Conrad in den ersten sechs Saisonspielen der Runde 2018/2019 gänzlich auf die Dienste des Angreifers verzichtet hatte, „habe ich entschieden, den Verein zu verlassen“, blickt Namavizadeh zurück. Er wechselte erneut in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – zum SV Röchling Völklingen, mit dem er erst in der Aufstiegsrunde an Bayern Alzenau am Aufstieg in die 4. Liga scheiterte.

Anschließend war die Rückkehr nach Bad Homburg fast schon beschlossen, Namavizadeh schloss sich allerdings letztlich dem SV Pars Neu-Isenburg an. „Ich hatte auch Angebote aus Dänemark und Belgien“, sagt Namavizadeh. Doch mit Blick auf seine Zukunft entschloss er sich zu einem Wechsel nach Neu-Isenburg -– und einem Ausbildungsplatz bei Chip 1, der Firma von SV Pars-Präsident und Landsmann Sasan Tabib. Den heutigen SV-Spielertrainer und damaligen Spieler Dejan Alempic kannte Namavizadeh bereits, ebenso Younes Idrissi „vom Fußball her, aber auch privat.“ Auch hier stellte der bullige Stürmer seine Torgefährlichkeit unter Beweis, schoss die Neu-Isenburger mit 21 Toren in 22 Spielen erstmals in die Verbandsliga Süd.

„Wir haben von der Qualität her eine sehr gute Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Wichtig ist, dass alle sehr respektvoll miteinander umgehen“, meint Namavizadeh, der in nur sechs Begegnungen für den SV Pars bereits achtmal erfolgreich war und das Team damit bis auf Platz acht schoss. „Wir hatten bisher einen sehr guten Lauf, in der Liga, aber auch im Hessenpokal. Wir sind nicht der Außenseiter, für den uns zu Beginn alle gehalten haben. Warum soll es mit der Hessenliga nicht klappen? Der Aufstieg war nicht unser Ziel, aber es kann alles passieren.“

Zumindest oben mitspielen will der SV Pars auch weiterhin. Dazu sind nicht nur Namavizadehs Tore nötig. Er selbst sieht sich übrigens auch als Teamplayer, „ich muss das Tor nicht selbst erzielen“, sagt der 27-Jährige, den sein kraftvolles Spiel und ein extrem harter und platzierter Schuss auszeichnen. „Und ich versuche, gerade die jungen Spieler zu puschen“, erklärt Namavizadeh, der damit selbst in eine gewisse Vorbildfunktion rückt. Wie für ihn selbst Ali Karimi. (Von Patrick Leonhardt)

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