TS Ober-Roden legt Fokus auf Jugendfußball

Talente mit Konzept entwickeln

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Mit 33 Jahren schon ziemlich erfahren: Bastian Neumann trainiert die A-Jugend der TS nun schon seit zehn Jahren. Hier erteilt er Josef Sultani Anweisungen.

Ober-Roden - Wenn die U19 der TS Ober-Roden am Sonntag (11. 15 Uhr) zu Hause gegen Germania Schwanheim in die Saison startet, ist es für die Rödermarker ein kleines Jubiläum. Von Daniel Schmitt 

Die Turnerschaft tritt zum zehnten Mal in Folge in der Fußball-Hessenliga an – und das gegen teils namhafte Konkurrenz. So sind in dieser Klasse unter anderem die U19-Teams des FSV Frankfurt, der Offenbacher Kickers und des SV Darmstadt 98 vertreten. Allesamt Vereine, die ein Nachwuchsleistungszentrum besitzen.

Doch was macht die TS in der Jugend im Vergleich zu vielen anderen Vereinen der Region so erfolgreich? Warum kann sich die A-Jugend seit einem Jahrzehnt in der zweithöchsten Klasse – darüber gibt es nur die Bundesliga Südwest – halten? U19-Trainer Bastian Neumann hat eine Antwort: „Der Verein hat sich vor etwa zwölf Jahren ein Konzept überlegt und dieses bis heute durchgezogen.“ Ein Konzept, das auf qualifizierter Ausbildung von Trainern und daraus resultierend auch der Spieler basiert, nicht etwa auf Geld. Bezahlung erhalten die Ober-Rodener Nachwuchskicker keine. „Das wäre auch nicht gut. Die Jungs kommen zu uns, weil sie sich gut entwickeln möchten“, sagt Neumann, der bereits bei den Anfängen mit dabei war. Im ersten Hessenliga-Jahr noch als Co-Trainer, seit nun schon neun Jahren als Chef an der Seitenlinie.

„Anfangs lag der Fokus des Klubs nur auf der A-Jugend. Sie sollte so gut wie möglich sein“, schildert der 33-jähriger A-Lizenzinhaber die Entwicklung, „mit der Zeit wurde die TS immer interessanter für die Spieler im Umkreis, so dass wir auch weitere Jugendteams verbessern konnten.“ Zwar ist die U17 in der vergangenen Runde in die Verbandsliga abgestiegen, dafür kickt die U15 nun als Aufsteiger in der Hessenliga.

Freilich sind für die Ober-Rodener auch Grenzen gesetzt. Um den Aufstieg in die Bundesliga kann die U19 im Normalfall nicht mitspielen. Dafür ist die Konkurrenz durch die Profiklubs schlicht zu groß. „Wir sehen die talentierten Spieler zwar auch, aber wenn ein Klub mit einem Nachwuchsleistungszentrum anklopft, haben wir keine Chancen“, sagt Neumann. Vielmehr konkurriert die TS mit Vereinen wie der SG Rosenhöhe, Schwanheim, Bayern Alzenau oder RW Walldorf um die Talente der Region.

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16 Spieler aus dem 26-Mann-Kader holten die Rödermarker vor dieser Spielzeit neu in ihren Verein – mit zwei Zielen: Zum einen sollen die Nachwuchskicker helfen, die Klasse in der A-Jugend-Hessenliga zu halten. Zum anderen sollen sie in absehbarer Zukunft die erste Mannschaft verstärken. Sechs Spieler schafften vor dieser Saison den direkten Sprung aus der U19 zum Senioren-Team von Trainer Daniel Nister, nur zwei externe Neuzugänge gönnte sich der Verbandsligist. „Es gibt eine enge Verzahnung“, sagt Neumann, der sich in regelmäßigen Abständen mit Nister und dem Sportlichen Leiter Zivojin Juskic zusammensetzt, um die wichtigsten Themen zu besprechen. Zudem schnuppern die U19-Spieler schon während der Saison oft ins Training der ersten Mannschaft rein. „Die Jungs bekommen so gezeigt, was möglich ist und wechseln vielleicht nicht zu einem Klub, wo man mehr verdienen kann“, sagt Neumann.

Dass dieses Konzept nicht in allen Fällen aufgeht, ist ärgerlich, aber nur logisch. So zog es beispielsweise Keanu Hagley, den die Ober-Rodener gerne in ihrer ersten Mannschaft gesehen hätten, zum Hessenligisten Bayern Alzenau. „Das kann man ihm nicht verübeln, immerhin spielt Alzenau ja noch einmal eine Liga höher“, sagt Neumann. Grundsätzlich bleibt der 33-Jährige aber vom Weg der Turnerschaft überzeugt, schließlich ist er selbst eine wichtige Säule in diesem Konstrukt. „Wir versuchen Jahr für Jahr, unsere Hausaufgaben möglichst gut zu erledigen“, sagt Neumann, „das scheint oft zu funktionieren.“

Quelle: op-online.de

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