Verbandsliga-Neuling gewinnt in Großkrotzenburg 2:1 / 03er jubeln dank Diack spät

Talijan beschert SV Pars Neu-Isenburg historischen Sieg

Der gefeierte Mann im Sportpark. Ahmed Diack nach seinem Tor zum 2:1 gegen den SV Münster.
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Der gefeierte Mann im Sportpark. Ahmed Diack nach seinem Tor zum 2:1 gegen den SV Münster.

Die beiden Neu-Isenburger Vereine in der Fußball-Verbandsliga Süd hatten Grund zur Freude. Aufsteiger SV Pars bejubelte seinen ersten Sieg überhaupt in dieser Spielklasse. Und die 03er kamen dank eines Doppeltorschützen ebenfalls zu drei Punkten.

Offenbach – Mit einem 7:1-Sieg gegen den VfB Ginsheim II stürmte die SG Bornheim/RW am zweiten Spieltag der Fußball-Verbandsliga Süd an die Tabellenspitze. Die TS Ober-Roden und der JSK Rodgau spielten nach ihren Auftaktsiegen in der Vorwoche dieses Mal jeweils remis. Die Spvgg. 03 Neu-Isenburg (2:1 in letzter Minute gegen den SV Münster) und Germania Ober-Roden (1:0 gegen Aufsteiger VfR/Dersim Rüsselsheim fuhren nach ihren Auftaktniederlagen jeweils den ersten Sieg ein – am Mittwoch spielen beide Mannschaften gegeneinander. Aufsteiger SV Pars Neu-Isenburg gewann das erste Verbandsliga-Spiel seiner Vereinshistorie bei Germania Großkrotzenburg mit 2:1, der SC 1960 Hanau musste sich gegen RW Frankfurt mit einem Unentschieden begnügen.

Eintracht Wald-Michelbach - JSK Rodgau 0:0. Aufgrund von Urlaub und Verletzungen musste JSK-Trainer Maik Rudolf seine erfolgreiche Startformation aus dem Großkrotzenburg-Spiel (3:0) auf drei Positionen ändern. In der ersten Hälfte hatten die Gäste Probleme, die Überwälder von ihrem Strafraum wegzuhalten. Die beste Chance der Hausherren vergab Jan Gebhardt mit einem Schuss an den Außenpfosten. „Nach dem Seitenwechsel „verlief das alles strukturierter“, meinte Rudolf. Chakib Nejeoui Flores (71.) mit einem Lupfer und Ismael Ballesteros, der freistehend mit dem Kopf an eine Flanke von Daniel Rosa Garcia nicht mehr herankam (75.), vergaben die besten Möglichkeiten der Rodgauer. „Das war ein sehr gutes 0:0“, war Rudolf mit dem Remis zufrieden.

Verletzt den Platz verlassen musste die Schiedsrichterassistentin Tanja Hartmann, die 20 Minuten vor Spielende umknickte. Ihren Part übernahm ein älterer Herr „der sicher schon im Rentenalter war und nun nochmals in der Verbandsliga winken durfte“, berichtete Rudolf. Die Partie war zwischenzeitlich rund 30 Minuten unterbrochen.

JSK Rodgau: Czaronek; D. Rosa Garcia, Cölsch, Köhler, Enders, Büttner, Ballesteros, Durante (60. Arnautovic), Nejeoui Flores, Mensah (46. Hitzel), Fröhlich (85. Militello)

TS Ober-Roden - Rot-Weiß Darmstadt 2:2 (2:1). „Wir hatten die letzte Chance und hätten sogar gewinnen können“, meinte Ober-Rodens Trainer Bastian Neunmann, der sich über das 2:2 ärgerte, als seine Defensivabteilung nicht gut aussah. Dennoch überwog insgesamt die Zufriedenheit. „Das war eine echte Standortbestimmung. Die Partie war offen, beide Seiten spielten mit offenem Visier und kamen zu einigen Torchancen“, erklärte Neumann, „wir haben den nächsten Schritt gemacht, jeder Punkt ist wichtig.“ Auf den Führungstreffer der Darmstädter durch Mike Rummel antworteten die Hausherren bereits im Gegenzug, Sevket Yildirim erzielte per Kopf das 1:1. Mit dem Pausenpfiff ging die TSO sogar in Führung. Zunächst wehrten die Gäste einen Eckball noch ab, doch Dennis Profumo brachte den Ball noch einmal herein und Serkan Kozlu war zum 2:1 erfolgreich. Nach knapp einer Stunde allerdings glichen die Darmstädter aus, weitere Möglichkeiten auf beiden Seiten blieben ungenutzt.

Turnerschaft Ober-Roden: Schwaar; Dettki, Strauß, D. Profumo, Henkel, M. Profumo, S. Yildirim, Kozlu, Zeise (69. Gick), Firrantello (72. Altan), Waas (81. Kriegsch)

Tore: 0:1 Rummel (11.), 1:1 S. Yildirim (12.), 2:1 Kozlu (45.), 2:2 Pepe (58.)

SC 1960 Hanau - Rot-Weiss Frankfurt 1:1 (0:0). Viel Positives hatte Hanaus Co-Trainer Berkan Güngör, der den privat verhinderten Savas Erinc vertrat, nicht zu berichten. „Wir waren sehr nervös, das war unser schlechtestes Spiel seit Beginn der Vorbereitung. Das Unentschieden war glücklich, die Partie müssen wir schnell abhaken“, berichtete der Cheftrainer der 60er. Immerhin gelang dem eingewechselten Lukas Knell sechs Minuten vor Spielende noch der 1:1-Ausgleich, nachdem die Rot-Weissen wenige Minnuten nach dem Seitenwechsel durch Routinier Patrick Gürser in Führung gegangen waren.

SC 1960 Hanau: Pellowski; Mickley (64. Lofink), Aslan (70. Kaya), Topic, Fustero, Habibovic, Bicakci, Bauer (57. Knell), Dos Santos Ferreira, Lopez Palomino, Kadioglu

Tore: 0:1 Gürser (54.), 1:1 Knell (84.)

Germania Ober-Roden - SG VfR/Dersim Rüsselsheim 1:0 (0:0). Auf trockenem, holprigen Platz hatten die Hausherren einige Probleme, die beste Chance im ersten Durchgang vergab Leroy Ennin, der frei vor dem Gästetorhüter scheiterte. Besser machte es Johannes Günther nach einer Stunde, als er eine Flanke von der linken Seite, herein geschlagen von Hakan Firat, per Kopf zum Tor des Tages verwertete. In der Folge spielten die Germanen in Überzahl ihre Konter nicht sauber aus, Rüsselsheim war nur nach Standards gefährlich. „Nach dem ersten Sieg überwiegt die Erleichterung“, meinte Ober-Rodens Trainer Fabian Bäcker, der neben Torjäger Marco Christophori-Como auch seinen angeschlagenen „Zehner“ David Stemann ersetzen musste Und dessen Vertreter Özgün Tatar schied bereits nach 20 Minuten verletzt aus. „Da mussten wir schon ganz schön hin- und herschieben“, erklärte der Germania-Trainer.

Germania Ober-Roden: Dennis Weinreich; Özgün, Lehnert, Schulte, Baumann (80. Marweg), Tatar (20. Geyer), Firat, Czerwinski, Günther, Dapp, Ennin (70. Owusu)

Tor: 1:0 Günther (60.) - Gelb-Rot: Rüsselsheim (43.)

Germania Großkrotzenbug - SV Pars Neu-Isenburg 1:2 (1:0). „Die Mannschaft hat großen Willen bewiesen, bis zum Schluss gekämpft“, freute sich Neu-Isenburgs Spielertrainer Dejan Alempic. Zu Beginn hatte der Aufsteiger deutliche Vorteile, nutzte aber seine Chancen nicht. Nach dem Großkrotzenburger Führungstreffer durch Mario Filbrich (25.) „waren wir unsortiert“, meinte Alempic. Nur hatten die Hausherren mehr vom Spiel, verpassten aber den entscheidenden zweiten Treffer. Das rächte sich. Neu-Isenburg kämpfte und glich zwei Minuten vor Spielende durch den eingewechselten Ilias Bentaayate aus. „Wir haben in den letzten zehn Minuten die Ordnung verloren, die Gegentore deuteten sich an“, sagte Großkrotzenburgs Trainer Christos Tsifnas. In der Nachspielzeit köpfte Neu-Isenburgs Innenverteidiger Denis Talijan nach einem Eckball zum 1:2 für den Neuling ein, nachdem er kurz zuvor noch an den Pfosten geschossen hatte. „Die Mannschaft hat Charakter bewiesen“, lobte Dejan Alempic.

SV Pars Neu-Isenburg: Ivkic; Idrissi, Talijan, Sahinler, Kapoor, D. Alempic, Stoleru, Nassif, Namavizadeh, Cociu, El Makrini (Bentaayate, Ruslanbekov, Lhadaf)

Tore: 1:0 Filbrich (25.), 1:1 Bentaayate (88.), 1:2 Talijan (90.+3)

Spvgg. 03 Neu-Isenburg - SV Münster 2:1 (1:0). Mit zwei Toren avancierte Ahmed Diack zum Matchwinner der Hausherren. „Vom Engagement her war das sehr gut, aber fußballerisch haben wir nur zehn Prozent von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte Neu-Isenburgs Trainer Nick Janovsky. „das war kein gutes Spiel von uns, aber die Hauptsache ist, dass wir die drei Punkte geholt haben. Wir haben der Drucksituation Stand gehalten, das war wichtig.“

In der ersten Hälfte fand Aufsteiger Münster nicht richtig den Zugriff, so dass die Führung der 03er durch einen 20-Meter-Schuss in den Winkel von Diack verdient war. Nach der Pause steigerte sich der SVM aber und glich in der 79. Minute durch den zweiten Saisontreffer von Adrian Postall verdientermaßen aus. Doch nachdem die Gäste in der Abwehr den Ball vertändelt hatten, sicherte Diack den 03ern mit seinem zweiten Tor an diesem Nachmittag den hart erkämpften Erfolg.

„Aufgrund der zweiten Hälfte wäre ein Punkt verdient gewesen“, sagte Münsters Sprecher Dieter Huther. Doch bei seinem zweiten Auftritt in der Verbandsliga bezahlte der Aufsteiger einiges an Lehrgeld uns trat letztlich mit leeren Händen die Heimfahrt an. (Von Patrick Leonhardt)

Spvgg. 03 Neu-Isenburg: Simo; Buschmann, Bickel, Persch, Boksic, Diack, Essome, Wolfarth (66. Djordjevic), Kalzu (55. Schellhorn), Mägerlein (72. Letellier), Züge

SV Münster: Petrinec; Seib (75. Lampevski), Ries (71. Lunetto), Butt, Wolf, Rubic, Köllhofer, Karipidis (57. J. Huther), Braun, Postall, Arian Sahitolli

Tore: 1:0 Diack (26.), 1:1 Postall (79.), 2:1 Diack (88.)

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