Fußball

Teenager-Schiedsrichter Jannis Jäschke überzeugt in der Verbandsliga

Jannis Jäschke, aufstrebender Schiedsrichter.
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Jannis Jäschke, aufstrebender Schiedsrichter.

Ein viel größeres Lob hätte sich Jannis Jäschke kaum wünschen können. „Er ist ein cleverer und pfiffiger Typ mit gutem Fingerspitzengefühl“ , sagt Michael Grieben, erfahrenes Vorstandsmitglied der Offenbacher Schiedsrichtervereinigung, über den aufstrebenden Unparteiischen von der SG Nieder-Roden. Jäschke ist erst 18 Jahre alt, überzeugt aber bereits in der Verbandsliga.

Offenbach – Regionalliga. Diese viel diskutierte Klasse an der Schwelle zum Profitum mit U23-Teams der Fußball-Bundesligisten, abgestürzten Traditionsclubs und aufstrebenden Dorfvereinen. Sie ist das vorläufige Ziel von Jannis Jäschke. Wenn der erst 18-jährige Schiedsrichter der SG Nieder-Roden im bisherigen Tempo weitermacht, hat er sie schon bald erreicht. Auch wenn er sich nach jeder Aufstiegssaison zunächst erst mal vornimmt, „in der neuen Liga gut reinzukommen und sich stabil zu halten“.

Das ist ihm diese Runde bis zum zweiten Lockdown gelungen. Viermal war er als Aufsteiger aus der Gruppenliga in den Verbandsligen im Einsatz; drei Spiele standen unter Beobachtung. Mentor Klaus Holz (Regionalbeauftragter Wiesbaden) und Kollegen gaben ihm gute Noten. „Im ersten Verbandsliga-Spiel hat man mir in der ersten Halbzeit noch meine Nervosität angemerkt. Sie hat sich schnell gelegt. Letztlich waren die Partien aber leicht zu leiten. Das war optimal für den Einstieg“, sagt er nach den Einsätzen bei der SG Bad Soden (Gruppe Nord; 4:0 gegen FC Körle) in Unterflockenbach (Süd; 1:1 gegen die Sportfreunde Frankfurt), Eltville (Mitte; 5:2 gegen FC Ederbergland) und Biebrich (Mitte; 6:0 gegen Kinzenbach). Jäschke zückte in den vier Spielen neunmal Gelb, kam ohne Platzverweise aus. Er hatte sich auf diese Spiele mit weitgehend unbekannten Teams anhand von Statistiken und vor allem Gesprächen mit Kollegen, die diese Mannschaften kennen, vorbereitet.

Jäschke wollte bereits in jungen Jahren, wenn er mit Freunden kickte, lieber der Schiedsrichter sein. Mit zwölf Jahren begann er die Ausbildung in Offenbachs Schiedsrichtervereinigung, schon als 14-Jähriger durfte er Aktiven Spiele leiten, mit 15 Jahren kam er an in der Kreisoberliga. Bisherige Höhepunkte als Unparteiischer: das Finale im Offenbacher Kreispokal 2020 zwischen den Sportfreunden Seligenstadt und dem SV Pars Neu-Isenburg (2:3) sowie das emotionsgeladene Endspiel im Mainpokal 2019 vor großer Kulisse zwischen den Sportfreunden und der TSG Mainflingen (0:1 n.V.).

Michael Grieben, erfahrenes Vorstandsmitglied der Offenbacher Schiedsrichtervereinigung, lobt das aufstrebende Talent in höchsten Tönen: „Jannis hat großen Fußballverstand, ist sicher in der Regelauslegung und für sein Alter von der Menschenführung sehr weit. Er ist kein Selbstdarsteller auf dem Platz, er ist ruhig und zurückhaltend, aber eine echte Respektsperson. Er sagt, wo es lang geht.“ Grieben, einst selbst Regionalliga-Schiedsrichter sowie Assistent in der 1. und 2. Liga, ergänzt: „Jannis ist ein cleverer und pfiffiger Typ mit gutem Fingerspitzengefühl. Er wird seinen Weg machen.“

Zunächst will Jäschke die Vorbereitungen aufs Abitur am Offenbacher Leibniz-Gymnasium mit den Fächern Englisch und Politikwissenschaften vorantreiben. Das geht nun auch am Wochenende. „Die vergangenen drei Jahre war ich samstags und sonntags gefühlt nie zuhause. Das ist jetzt komisch ohne Sportplatz. Ich kann aktuell zwar keine Spiele mehr leiten, mache aber sicher keine Sportpause. Beim ersten Lockdown war ich ein bisschen faul, das wird nicht mehr passieren“, kündigt er regelmäßige Laufeinheiten an. Schließlich will er fit und bereit sein für die Aufgaben in den Verbandsligen nach dem Lockdown. (Von Holger Appel)

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