OFC-Gegner will nicht im „Risikogebiet“ Offenbach spielen / Arbeitgeber machen Druck

Termin-Chaos im Handball geht an die Nerven: „Echt frustrierend“

Ein Handballspieler sitzt auf dem Boden vor dem Tor in einer leeren Halle
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Frustrierende Situation für die Handballer: Schon vor der Saison ist die Termin-Not groß.

Im Handball häufen sich die Corona-bedingten Spiel-Absagen und -Verlegungen, obwohl die Saison teilweise noch gar nicht begonnen hat. Bei den Vereinen sorgt das für Frust.

Offenbach – Es war nur ein Scherz, allerdings einer, der die Situation im Handball auf den Punkt bringt: Bei der Frage nach den Favoriten gaben die Handballer der Offenbacher Kickers (Landesliga) unter anderem „Sars-Cov-2“ an. Das Corona-Virus kann freilich nicht Meister werden, es hat jedoch gute Chancen, die Saison zu dominieren. In der Landesliga sorgt es jedenfalls bereits vor Rundenbeginn für Probleme.

Den Kickers liegen schon vor dem ersten Anwurf drei Verlegungswünsche vor, in zwei Fällen wird die Corona-Pandemie als Grund genannt. So hat der TV Groß-Rohrheim beantragt, die für Samstag (20 Uhr) geplante Auftaktpartie in Offenbach zu verschieben. „Arbeitgeber einiger Groß-Rohrheimer Spieler wollen nicht, dass diese in ein Risikogebiet fahren“, sagt OFC-Abteilungsleiter Manuel Dieter, der für das Argument Verständnis hat. Dennoch wird er den Antrag wohl ablehnen. „Es tut mir leid, aber ich muss uns auch schützen. Der Spielplan ist so voll, dass eine Verlegung für uns keine Option ist. Wir wollen gewiss nicht unfair sein oder uns die Punkte auf diese Weise holen. Aber vielleicht muss der Hessische Verband dann mal reagieren und sagen, wie er sich das alles vorstellt.“

Für Dieter ist die Situation bereits jetzt „echt frustrierend“, wie er mit Blick auf die Unmenge an Aufgaben, die die vielen Ehrenamtler Corona-bedingt zusätzlich erledigen müssen, betont. „Die, die schon genug zu tun haben, müssen sich nun auch noch damit beschäftigen, Spiele zu verlegen.“ Wie die Partie gegen den TV Groß-Rohrheim gewertet wird, falls der OFC die Verlegung ablehnt und der Gegner nicht antritt, ist Dieter zufolge unklar. Wegen Corona könne niemand gezwungen werden, ein Spiel auszutragen: „Aber was genau ist darunter zu verstehen?“

In der 3. Liga, die bereits in die Saison gestartet ist, gab es schon zahlreiche Ausfälle beziehungsweise Verlegungen. So müssen am Freitag die HSG Hanau (sollte Groß-Bieberau empfangen) und die HSG Rodgau Nieder-Roden (sollte in Leichlingen antreten) pausieren, weil es beim Gegner Corona-Fälle gibt. Beide Teams hatten unlängst gegeneinander gespielt.

Es geht aber noch kurzfristiger: Die Drittliga-Handballer der ESG Gensungen/Felsberg hatten sich am Samstag für das erste Heimspiel gegen Eintracht Hagen warm gemacht, als die Partie wegen eines Corona-Verdachtsfalls in Reihen der Gäste abgesetzt wurde. Man habe daraufhin in der Kabine gewartet, bis die rund 300 Zuschauer die Halle verlassen hatten, berichtete die ESG. (Von Christian Düncher)

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