Für TVG und Trainer steht viel auf dem Spiel

Großwallstadt (sp) - Auch nach dem zehnten Pflichtspiel der Saison wartet der TV Großwallstadt weiter auf den ersten Sieg. Nach nur einem Punkt in neun Bundesligaspielen, war die 20:27 (13:14)-Niederlage in der ersten Pokalrunde beim ThSV Eisenach nun eine ganz besondere Blamage.

Nahezu willenlos hatten sich die Großwallstädter Spieler dem mittelmäßigen Zweitligisten ergeben.

„Das war eine Katastrophe für uns alle“, sagte der deprimierte Trainer Peter David. Das Pokalaus hat die sowieso schon angespannte Situation des Altmeisters vor dem Heimspiel heute Abend (20.15 Uhr) gegen GWD Minden noch einmal verschärft. Die Pleitenserie habe „tiefe Spuren“ hinterlassen, glaubt David, „wir befinden uns in einer ausgesprochen schwierigen Situation.“

Der Trainer selbst fürchtet nun offenbar um seinen Job. Er sei lange genug im Geschäft, um zu wissen, was gegen den Aufsteiger auf dem Spiel stehe. „Ich erwarte, dass die Spieler sich für den Verein, aber auch für mich als Trainer einsetzen und wirklich alles geben“, sagt David, „es geht für uns alle, auch für mich, um ganz viel.“ Nur mit einem Sieg könnte der TVG einigermaßen den Anschluss halten. Die Halle in Aschaffenburg wird fast ausverkauft sein, in einer Sonderaktion hat der Klub die Karten für fünf Euro verkauft.

Den Verdacht, man habe das Pokalaus mit Blick auf das Bundesligaspiel hingenommen, weist David zurück. „Wir wollten gewinnen“, sagt er, „wir wollten uns Selbstvertrauen holen“. Das Gegenteil ist eingetreten. Gleich nach dem Spiel hat David den Spielern „die Meinung gesagt.“ Beim Training gestern Abend war der Pokal dann kein Thema mehr, sondern nur noch die Vorbereitung auf Minden. Dass diese sich auf eine einzige Übungseinheit beschränkt, passt ins desaströse Bild, das der TVG derzeit abgibt. So war es wegen des Widerstandes der Eisenacher weder gelungen, das Pokalspiel auf Dienstag vorzuverlegen, noch war es möglich, das Bundesligaspiel von Freitag auf Samstag zu verlegen, weil die Halle in Aschaffenburg da belegt ist. Und so muss das Team nicht nur die lange Busreise nach Eisenach (Thüringen) verkraften, sondern auch zwei Spiele innerhalb von 48 Stunden. Und dies mit dem bekannt engen Kader.

Der soll nun womöglich doch noch verstärkt werden. Die Vereinsführung hat offenbar grünes Licht für einen neuen Spieler gegeben. Dem israelischen Nationalspieler Chen Pomeranz vom Zweitligisten ASV Hamm hat der TVG angeblich ein Angebot vorgelegt. Der 28-Jährige hatte einst bei der HSG Wetzlar gespielt, führt die Torschützenliste der Zweiten Liga an. „Wir haben gesprochen, aber der Vertrag ist noch nicht unterschriftsreif“, sagt Manager Uli Wolf.

Quelle: op-online.de

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