Trotz schwerer Zeiten weiterhin im Tritt bleiben

Radprofi Hannes Blank.Foto: Dörr

Dieburg - (jd)   Für Radsport-Profis gab es schon einfachere Zeiten als diese. Besonders wenn sie aus Deutschland kommen: „Ich habe momentan einfach den falschen Pass“, sagt Hannes Blank.

Der gerade 26 Jahre alt gewordene Profi-Fahrer aus Dieburg wollte in absehbarer Zeit eigentlich den Sprung von seinem aktuellen Team CCI Differdange, einzige Profi-Mannschaft aus Luxemburg, in einen der großen französischen Rennställe schaffen. „Als Deutscher habe ich da zurzeit aber ganz schlechte Karten“, so Blank.

Seit der Häufung der Dopingfälle im deutschen Radsport und des Rückzugs der Fernsehanstalten sieht es mau aus für deutsche Mannschaften, aber auch für deutsche Fahrer in ausländischen Teams. „Aus Image-Gründen hat man als deutscher Fahrer kaum eine Chance auf einen Vertrag bei einem anderen Team“, verrät Blank, der zumindest weiter für CCI Differdange fahren kann.

Nichtsdestotrotz versucht der Dieburger, sich für noch höhere Aufgaben zu empfehlen. Bei CCI längst einer der Leistungsträger, lautet Blanks Ziel nach wie vor: „Ich will in ein französisches Profi-Team.“ Damit daraus etwas wird, fährt Blank momentan, da gerade eine Rennpause ansteht, etwa 220 Kilometer pro Tag. „Das mache ich drei Tage am Stück, dann gibt es einen Ruhetag.“ Aktuell weilt er in Dieburg, wohnt aber während der Wettkampfzeit im luxemburgischen Esch oder in Hotels.

15 Rennen hat Blank in diesem Jahr bereits absolviert. Bei der Rundfahrt „Boucles de l’Artoese“ in Frankreich feierte er mit Platz zwei auf der ersten Etappe seinen größten Erfolg in dieser noch jungen Saison. „Da war ich auf der Schlussetappe virtuell sogar im Gelben Trikot, am Ende reichte es dann aber nicht“, berichtet Blank. Angesichts der ersten sieben Rennen in diesem Jahr, bei denen Blank Pech mit Pannen und anderen besonderen Zwischenfällen hatte, dennoch eine erfreuliche Entwicklung.

Musste er bei der Ardennen-Rundfahrt noch während der ersten Etappe abbrechen, so erinnert sich der 26-Jährige gern an die Woche nach Ostern zurück: Da maß er sich mit wieder steigender Formkurve unter anderem mit Alejandro Valverde, einem der weltbesten Fahrer und wohl größtem Talent seiner Generation.

Seinen Schlüsselbeinbruch im vergangenen Jahr hat Blank bestens verkraftet, ist überdies froh, vom Hometrainer wieder nach draußen zu können. Ernst wird es wieder ab dem 20. Mai: Dann fährt der Dieburger beim „Circuit de Lorraine“ in Frankreich mit.

Das eine oder andere Rennen in Deutschland könnte folgen, als fixer Termin steht allerdings noch keins in seinem Terminkalender. Auf die Deutsche Meisterschaft im Straßenrennen wird Blank in diesem Jahr übrigens wohl verzichten – „zu flach, der Kurs“, wie er selber sagt.

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