Personalmisere bessert sich langsam

Türk Gücü Hanau: Sogar der Physiotherapeut musste mitspielen

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Sascha Jakicevic hat die Abwehr stabilisiert.

Kollektives Durchatmen war zu spüren bei Türk Gücü Hanau nach dem erkämpften 4:2-Heimsieg gegen die SG Nieder-Roden. Endete damit in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost für das Team von Spielertrainer Tim Müller doch eine Durststrecke von vier sieglosen Spielen.

Hanau – Die Hanauer blieben allerdings auf einem Abstiegsplatz. „Wir haben bis zum Saisonende nur noch Endspiele“, verdeutlicht Müller, dass es für sein Team in dieser Saison einzig und allein um den Klassenerhalt gehen wird. Bis zur Winterpause stehen noch vier Gruppenligaspiele an, Müller würde daraus gerne sechs Punkte holen: „Das wäre für die Rückserie eine gute Grundlage.“

Dass es in dieser Spielzeit eng werden könnte, hatte der 32-Jährige bereits vor der Saison geahnt. „Unser Saisonziel Klassenerhalt wurde uns als Understatement ausgelegt, da wir in der vergangenen Saison ja lange ganz vorne mitgespielt haben. Doch ich habe das realistisch eingeschätzt. Wir hatten Veränderungen im Kader und im Gegensatz zum vergangenen Jahr können nun wichtige Spieler nicht immer trainieren, weil sie vom Beruf oder Studium her weniger Zeit für ihr Hobby haben“, berichtet Müller. Hinzu kam großes Verletzungspech. Ständig waren die Hanauer zu Umstellungen gezwungen, gerade im Defensivbereich. Teilweise mussten sieben Akteure auf einmal ersetzt werden. Auf die Spitze wurden die Personalsorgen beim 2:2 bei Schlusslicht Germania Klein-Krotzenburg getrieben. „In diesem Spiel war die Not so groß, dass ich sogar unseren Physiotherapeuten Sascha Auet einwechseln musste“, blickt Müller auf turbulente Wochen zurück.

Unruhig war es auch, weil die Ergebnisse nicht stimmten. So kassierte Türk Gücü bei der SG Rosenhöhe in Offenbach eine 1:6-Klatsche. Seit dem torlosen Remis gegen das Spitzenteam des VfB Oberndorf ist aber eine gewisse Stabilität eingekehrt. Dazu beigetragen haben die neuen Innenverteidiger Sascha Jakicevic und Ervis Shima. Auf den beiden defensiven Außenpositionen in der Abwehrkette haben sich die jungen Hasan Mustafa und Ahmet Dilki Stammplätze erkämpft. „Einige haben lange auf ihre Chance gewartet. Die beiden haben sie genutzt und werden jetzt erstmal spielen“, sagt Müller. Dass die Abwehr seit Wochen gut steht, ist für ihn ein Indiz, dass es weiter aufwärts gehen wird. „Wir haben zuletzt kaum Gegentreffer aus dem Spiel heraus zugelassen. Viele unsere gefangenen Tore waren Elfmeter.“ So auch am Sonntag gegen die SG Nieder-Roden, die bei der 2:4-Niederlage beide Male vom Punkt traf. Müller lobt die Einstellung und vor allem die Konzentration seiner Mannschaft. Das Team scheint in den vergangenen Wochen begriffen zu haben, um was es geht.

Das Tabellenbild könnte für Türk Gücü Hanau wesentlich besser aussehen, wären da nicht einige unglückliche Punktverluste gewesen. Gegen die SG Marköbel und Aufsteiger 1. FC Langen verloren die Hanauer jeweils kurz vor Schluss unglücklich mit 0:1. „Und gegen Wenings haben wir ein Chancenverhältnis von 18:2 und spielen nur 0:0“, erinnert sich Müller.

Im Offensivbereich drückt schon seit geraumer Zeit der Schuh. Der Spielertrainer ist daher froh, dass am Sonntag gegen die SG Nieder-Roden der Knoten geplatzt ist und seine Elf gleich vier Mal getroffen hat. Mit Mohamad Aalaoui steht zudem wieder ein Torjäger zur Verfügung. In den vergangenen Wochen wurde er wegen einer fünf Spiele andauernden Rotsperre schmerzlich vermisst. Auch andere Spieler wie Justin Netzband oder Ali Karan werden ihr Team wieder verstärken. „Wir wollen jetzt eine kleine Serie starten und uns dann in der Winterpause neu sammeln und über eine gute Fitness alle Kräfte mobilisieren“, sagt Müller und glaubt an den Klassenerhalt.

VON FRANK SCHNEIDER

Quelle: op-online.de

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