Unerfahrener, aber trotzdem auf Kurs

Mohamed Maach, Torschütze Naser Selmanaj, Nils Wolf
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Urberacher Jubel: Mohamed Maach (links), Torschütze Naser Selmanaj (Mitte) und Nils Wolf freuen sich gemeinsam über einen der 43 Treffer, den die Viktoria diese Saison bislang in der Fußball-Hessenliga erzielt hat.

Urberach ‐ Mit 36 Punkten überwintert Viktoria Urberach in seiner zweiten Hessenliga-Saison auf Platz acht. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten KSV Baunatal beträgt allerdings nur sechs Punkte. Und die Schützlinge von Trainer Thomas Epp haben noch das Nachholspiel bei Eintracht Stadtallendorf in der Hinterhand. Vorrangiges Ziel ist es aber, den Vorsprung auf die Abstiegsplätze (derzeit 15 Zähler) zu halten. Von Patrick Leonhardt

Nach Platz drei in der vergangenen Saison verließen sechs Stammkräfte das Team. Als echte Verstärkungen zählten dagegen lediglich Marco Betz (Darmstadt 98) und Ex-Profi Christian Okpala (SSV Reutlingen). Zudem kam der ehemalige Ober-Rodener Yüksel Ekiz (Eyupsor), der aber keine Freigabe aus der Türkei bekam und noch kein Spiel für Urberach absolvierte. Dazu verpflichteten die Rödermarker einige Perspektivspieler sowie kurzfristig in Engin Dogan (Buchonia Flieden) einen weiteren Stürmer. Insgesamt startete Urberach mit einer deutlich unerfahreneren Mannschaft in die Saison.

Serien

Die Viktoria startete mit einem 4:1-Sieg gegen den FSV Fernwald in die Saison, verlor aber nur vier Tage später beim Angstgegner RSV Würges mit 0:3. Anschließend blieb Urberach in neun Spielen hintereinander (davon sieben zu Hause) ungeschlagen, sammelte dabei 19 Punkte und setzte sich in der Spitzengruppe fest. Unter anderem gewann die Epp-Elf das prestigeträchtige Rödermark-Derby gegen Germania Ober-Roden 4:1 und trennte sich vom Titelaspiranten Viktoria Aschaffenburg 1:1. In den folgenden Wochen punkteten die Urberacher aber nur noch in den Heimspielen, in der Fremde setzte es fünf Niederlagen in Folge – darunter ein unglückliches 1:2 bei Spitzenreiter FSV Frankfurt U23 und ein 2:4 nach 2:0-Führung bei der zweiten Mannschaft von Kickers Offenbach. Die Negativserie beendete Urberach im vierten Auswärtsspiel in Folge: 3:3 im ersten Rückrundenspiel in Fernwald. Anschließend besiegte die Viktoria die Kellerkinder Bad Hersfeld (5:0) und Vellmar (2:0) und beendete das Jahr mit einem 1:1 gegen Würges – der erste Punktgewinn gegen die Mittelhessen im vierten Hessenligaspiel.

Heimbilanz

Die Viktoria ist zu Hause noch ungeschlagen und mit 28 Punkten (acht Siege, vier Remis) die beste Heimmannschaft der Liga. Die U23 des FSV Frankfurt (27 Heimzähler) spielte bereits 13 Mal vor eigenem Publikum, Urberach erst zwölfmal. Die ganz großen Fußballfeste der vergangenen Saison (da erzielte Urberach in elf Partien 39 Treffer) bekamen die Zuschauer bei 28:9 Toren bisher aber nicht geboten. 17 der 28 Tore erzielte Urberach in nur vier Spielen: Dreimal gewann die Epp-Elf 4:1 (Fernwald, Ober-Roden, Marburg), gegen Schlusslicht Hersfeld 5:0.

Auswärtsbilanz

In zehn Gastspielen sammelte Urberach nur acht Zähler – das bedeutet nur Platz 15. Zwei Siege, zwei Remis, sechs Niederlagen und eine negative Torbilanz (15:23) stehen zu Buche. Siege gab es in Bad Hersfeld (1:0) und Vellmar (2:0). Dagegen waren die Auftritte bei den Abstiegskandidaten Wörsdorf (2:4) und Schwalmstadt (1:3) enttäuschend.

System

Auch im zweiten Hessenliga-Jahr vertraut Trainer Thomas Epp auf das bewährte 4-4-2. Neuzugang Marco Betz ersetzte als zweiter „Sechser“ neben Kapitän Naser Selmanaj den kurzzeitig nach Ober-Roden gewechselten Björn Kräupl. Ähnlich wie Kräupl agiert Betz etwas defensiver, Selmanaj eher als „Achter“ etwas offensiver. Dank vieler großer Spieler ist die Viktoria bei Standards kaum auszurechnen, erzielte auf diese Weise schon über 20 Treffer.

Tore

Mit 43 Toren stellen die Urberacher den siebtbesten Angriff der Liga. Vergangene Saison erwiesen sich die Rödermarker mit 58 Toren noch als beste Offensive der Liga. Erfolgreichster Torschütze ist Naser Selmanaj (11) gefolgt von Marc Dillmann (8). Mit 32 Gegentoren belegt Urberach ebenfalls Platz sieben.

Dauerbrenner

Christian Okpala, Rafael Kurek, Marc Dillmann und Marco Betz kamen in allen bisherigen 22 Punktspielen zum Einsatz. Naser Selmanaj war 21 Mal mit von der Partie. Insgesamt setzte Trainer Thomas Epp 25 Spieler ein.

Personal

Nachdem sich Sascha Sorger früh verletzte, hütete Dario Istuk das Tor, wurde aber Ende November von Lazar Kacarevic abgelöst. In der Viererkette waren die Innenverteidiger Mario Rhein und Nils Wolf eine Bank, Youngster Ljubisa Gavric erzielte gleich in seinem ersten Spiel eines seiner vier Tore. Er spielte Innenverteidiger und rechter Außenverteidiger, löste hier Rafael Kurek ab, der im rechten Mittelfeld besser zur Geltung kommt. Als Linksverteidiger kam Sebastian Schwab bedingt durch Verletzung und Rotsperre nur auf 15 Einsätze, wurde in der Regel von Haris Sejdovic vertreten. Die zentralen Mittelfeldpositionen gehören Marco Betz und Naser Selmanaj. Rechts wurde Semir Sejdovic (Kreuzbandanriss) vermisst, links löste Mohamad Maach im Laufe der Hinrunde Michael Pires Da Costa ab. Von Stürmer Engin Dogan trennte sich Urberach bereits Ende August, so dass Christian Okpala und Marc Dillmann zunächst quasi eine Stammplatzgarantie hatten. Im November verpflichtete Urberach als Alternative Abdelilah Bentaayate (FSV Fernwald).

Zuschauer

200 Zuschauer verfolgten das erste Saisonspiel gegen Fernwald, rund 600 waren es im Derby gegen Ober-Roden. Insgesamt kamen in der Regel nur knapp 150 Zuschauer zu den Heimspielen.

Perspektive

Mit dem Abstieg sollte die Viktoria nichts zu tun haben. „Wenn am Ende Platz sechs herausspringt, wäre das eine tolle Sache“, sagt Epp. Großartige Veränderungen im personellen Bereich soll es nicht geben. Für die Regionalliga werden sich die Rödermarker nicht bewerben. Ekiz und Okpala sind Kandidaten, die den Verein möglicherweise verlassen. „Wir wollen weiter junge Leute ausbilden und fördern“, blickt Epp voraus.

Eingesetzte Spieler (Spiele/Tore):

Okpala (22/2)

Kurek (22/1)

Dillmann (22/8)

Betz (22/6)

Selmanaj (21/11)

Maach (20/3)

Rhein (20/2)

Wolf (20/3)

Pires Da Costa (19)

Istuk (18)

Schwab (15)

S. Sejdovic (14/1)

Gavric (14/4)

H. Sejdovic (9)

Dogan (8/2)

B. Kräupl (7)

Reichardt, Gross (beide 6)

Bentaayate (5)

Kacarevic (4)

Özdemir (3)

Sorger, P. Kräupl (beide 2)

Cors, Capobianco (beide 1)

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