Unnötiger Elfmeter entscheidet

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Salvatore Miseri (dunkles Trikot) konnte auf der linken Außenbahn nicht wie gewohnt Offensivimpulse setzen.

Dieburg (jd) ‐  So viel Dusel auf einmal hat man selten: Den SV Münster hatte am Samstag offensichtlich Fortuna geküsst, wenn nicht sogar intensiv geknutscht.

Was der Fußball-Gruppenligist vom Mäusberg beim 1:0-Sieg gegen den SC Hassia Dieburg an Glück besaß, hatte er in einigen Partien der bisherigen Runde allerdings auch nicht gehabt – im Fußball gleicht sich eben alles irgendwann einmal aus, zählen am Ende doch nur Wille und Können. Zumindest der Wille war im Duell vor 380 Zuschauern klar erkennbar beim SV: „Die erste Halbzeit war von Taktik und Abtasten geprägt“, so Spielertrainer Vincenzo D’Orsi, der 90 Minuten lang einen guten Libero abgab. „In Halbzeit zwei haben wir läuferisch und kämpferisch dagegengehalten und hatten Glück. Ein Punkt für die Hassia wäre gerecht gewesen.“

Den einen Punkt gab es aber aus vielerlei Gründen nicht für das Team vom Wolfgangshäuschen. Die Gastgeber hatten im ersten Durchgang keine klare Torchance – die einzige wurde ihnen durch eine falsche Abseitsentscheidung des schwachen Schiedsrichtergespanns genommen. Von Dieburg kam etwas mehr, ein großer Unterschied zwischen Abstiegskandidat und Team aus dem oberen Mittelfeld war jedoch nicht zu sehen. Salvatore Miseri trat nach 15 Minuten in aussichtsreicher Position über den Ball, Torsten Schnitzer schoss knapp drüber (26.) – das war es in einer zunächst mäßigen Partie.

Rote Karte „war zu hart“

In Halbzeit zwei wurde es zwar fußballerisch nicht besser, dafür aber packend und unterhaltsam. Die Hassia erhöhte den Druck, allerdings hatte auch Martyn Turkowicz eine Großchance für Münster. Sein Kopfball flog mitten in die Arme von Dieburgs Keeper Sascha Krichbaum, der kurze Zeit später im Blickpunkt stand: Krichbaum startete bei einem Steilpass etwas zu spät aus seinem Tor, verursachte einen Strafstoß und kassierte wegen einer aus Sicht des Unparteiischen klaren Torchance auch noch Rot. „Das war zu hart“, meinte selbst Münsters D’Orsi. Den Strafstoß verwandelte Turkowicz zum Siegtreffer – der eingewechselte SC-Schlussmann war machtlos (75.).

Dass das Elfmetertor reichte, hatte Münster der Querlatte des eigenen Gehäuses zu verdanken: Dreimal scheiterte Dieburg an derselben. Einmal wäre um ein Haar der frühere SV-Stürmer Mark Braun derjenige gewesen, der den Hausherren wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt vermasselt hätte. Außer Alex Gerlitz (61.) hatte auch Pierre Kampka Pech mit einem Kopfball. Zudem vergab er kurz nach dem 0:1 freistehend, wobei SV-Keeper Konstantin Katzenmeyer einen starken Reflex zeigte. So schöpft der SV neue Hoffnung, die Hassia tritt im Mittelfeld der Tabelle weiter auf der Stelle. Am kommenden Sonntag spielt der SC gegen Aufsteiger Rot-Weiß Darmstadt II (Anstoß: 15 Uhr)

Die Aufstellung des SC Hassia: Sascha Krichbaum – Mats Böttler, Maurice Fleck, Daniel Christ, Benjamin Kampka – Alex Gerlitz, Torsten Schnitzer, Fatih Yakut, Mark Braun, Salvatore Miseri – Pierre Kampka (Holger Sauerwein).

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