„Unser Teamgeist ist sensationell“

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Alexander Hauptmann verfolgt ein Spiel der HSG Nieder-Roden.

Nieder-Roden ‐ Mit 25:3 Punkten absolvierte die HSG Nieder-Roden in der Handball-Oberliga Hessen eine souveräne erste Saisonhälfte und schickt sich im zweiten Jahr unter Alexander Hauptmann an, wieder in die Regionalliga Südwest aufzusteigen. Mit dem Nieder-Rodener Spielertrainer sprach unser Mitarbeiter Patrick Leonhardt.

Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten TuS Holzheim beträgt derzeit drei Zähler.

Herr Hauptmann, wie lautet Ihre Bilanz nach der ersten Saisonhälfte?

Wir haben in der Hinrunde eine richtig gute Serie hingelegt und gut gespielt. So ein Punktverlust wie in Pfungstadt ärgert mich. Spiele wie in Fränkisch-Crumbach aber auch in Reinheim oder Kahl kann man immer mal verlieren, denn die Liga hat ein breites Mittelfeld. Die Spitzenspiele in Holzheim und Dutenhofen haben wir gewonnen und uns damit eine hervorragende Ausgangslage für die Rückrunde geschaffen.

Sind Sie vom bisherigen Abschneiden überrascht?

Wir haben bereits in der vergangenen Saison eine sehr gute Rückrunde gespielt, auch bei Meister Baunatal gewonnen. Wir hatten im Sommer mit Knaf, Wilde und Meincke einige Abgänge und haben einige neue Spieler dazugeholt. Die Mannschaft hat sich aber schnell eingespielt, das dauerte nur vier, fünf Partien. Ab dem vierten Spieltag habe ich selbst nur noch einmal spielen müssen, weil wir Personalsorgen hatten. In der vergangenen Saison habe ich fast die komplette Hinrunde gespielt, da hatten wir neun Minuspunkte. In der Rückrunde habe ich nur noch am Ende gespielt, da hatten wir vier Minuspunkte. Jetzt habe ich fast gar nicht mehr gespielt und wir haben nur drei Minuspunkte. Die Mannschaft entwickelt sich weiter und setzt zu 100 Prozent meine Vorgaben um. Daher sehe ich der Rückrunde auch sehr positiv entgegen.

Wer oder was hat Sie am meisten überrascht?

Die neuen Spieler passen sehr gut hinein, unser Teamgeist ist sensationell. Wir haben 16, 17 Spieler. Wichtig ist auch ein dritter Torhüter wie Ingo Höschler, auch wenn er in der Oberliga noch nicht zum Einsatz kam. Ich freue mich, wenn ein Spieler wie Timo Kaiser mit seinen 18 Jahren daherkommt und eine derart gute Hinrunde spielt. Nach einigen Anlaufproblemen hat Christopher Prinz sehr gut gespielt, an ihm sollen sich die anderen hochziehen. Dirk Etzel oder Michael Weidinger haben noch nicht so viele Spielanteile, sind aber sofort da, wenn sie spielen, beide geben im Training 120 Prozent. Freddy Lang hat bisher erst in einigen Situationen rübergebracht, was er wirklich kann. Aber wenn er so weitermacht, wird bei ihm der Knoten platzen.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Björn Christoffel, der sich die Kreuzbänder gerissen hat?

Er hat auf Rechtsaußen eine sehr solide Runde gespielt, seine Tore erzielt und auch in der Abwehr überzeugt. Bei ihm brauchte ich mir keine Gedanken machen. Timo Kaiser kann ihn auf dieser Position zu 100 Prozent ersetzen, ist dann aber als Rechtsaußen festgenagelt und fehlt halbrechts. Da sind wir dann nicht mehr so variabel und müssen daher eine Lösung finden. Sollten wir hier Probleme bekommen, holen wir vielleicht noch einen neuen Spieler, die Wechselfrist endet ja erst Ende Januar.

Wie beurteilen Sie die Leistungen der Konkurrenz?

Holzheim habe ich von Beginn an als unseren stärksten Konkurrenten gesehen. Sie haben zwei, drei Begegnungen glücklich gewonnen, sind aber mit sechs Minuspunkten immer noch dick im Geschäft. Allerdings bestreiten sie alle schweren Spiele in der Rückrunde auswärts. Von Dutenhofen bin ich enttäuscht, die HSG hat gegen schwächere Teams zu viele Punkte abgegeben. Kleenheim ist weiterhin dabei, sie spielen gegen alle Spitzenmannschaften noch zu Hause.

Ihr Ziel war von Beginn an der Regionalliga-Aufstieg. Ist die HSG schon so weit?

Die Regionalliga ist auch kein Problem, wenn wir noch eine Verstärkung dazu bekommen. Wenn wir aufsteigen, bleiben alle Spieler hier, einzig Freddy Lang ist noch offen. Ich bin vor eineinhalb Jahren mit dem Ziel Regionalliga hierher gekommen. Der Trainerstab mit Bernd Keller, Jogi Rhein und mir hat hier eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. Das sind alles junge Kerle, die bei anderen Oberligisten mehr Geld verdienen könnten. Aber hier stimmt das familiäre, das dörfliche, auch wenn Nieder-Roden kein Dorf ist. Das menschliche wird bei der HSG groß geschrieben, ich habe in Nieder-Roden das gefunden, was ich vom TV Kirchzell her kenne.

Wo muss sich die HSG für die Regionalliga denn verstärken?

Für die Abwehr suchen wir noch jemanden mit Regionalligaformat, der auch im Rückraum spielen kann.

Die HSG spielt mit den A- und B-Jungen in der Regionalliga. Wie wichtig ist dieser Unterbau?

Unser Grundziel muss sein, Spieler aus der eigenen Jugend hochzuziehen. Daher ist auch unsere zweite Mannschaft sehr wichtig, die derzeit auf Platz eins der Landesliga steht. Wenn erste und zweite Mannschaft aufsteigen, muss der Verein natürlich einiges tun. Aber dann können wir auch junge Talente aus der Umgebung holen, die, wenn sie nicht gleich die Regionalliga schaffen, in der Oberliga spielen können und die Perspektive nach oben haben. Es wäre schon wichtig, dass die erste Mannschaft aufsteigt. Das Programm spricht für uns. Dass wir uns darauf nicht ausruhen, ist meine Aufgabe. Wir können auswärts alle unsere Spiele gewinnen. Und zu Hause haben wir seit über einem Jahr nicht mehr verloren. Diese Dominanz in eigener Halle sollte uns helfen, unser Ziel zu erreichen.

Quelle: op-online.de

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