Verbandsligist SC 1960 Hanau peilt Platz zwei an

Unter Belaajel ist der Spaß zurückgekehrt

Hanau – Der SC 1960 Hanau blickt in der Fußball-Verbandsliga Süd auf eine turbulente Hinrunde zurück. Von Frank Schneider

Mit Aufstiegsambitionen gestartet, setzte sich der HSC mit einer Serie von sieben Siegen am Stück in der Spitzengruppe fest, ehe teils heftige Niederlagen das Schiff ins Wanken brachte. Trainer Antonio Abbruzzese ging inmitten der ersten sportlichen Krise von Bord, auch Nachfolger Raduan Balaajel hatte zunächst mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Vier Punkte aus den letzten beiden Spielen vor der Winterpause haben aber wieder für Zuversicht gesorgt, der prominent zusammengestellte Kader des kurdisch geführten Clubs hat sich Platz zwei zum Ziel gesetzt. Der Rückstand auf Hanau 93 erscheint mit neun Punkten zu groß, doch mit dem Tabellenzweiten Rot-Weiß Walldorf ist der HSC als Dritter punktgleich.

Zu Beginn der Runde setzte der HSC auf die Karte Runderneuerung. Fast der komplette Kader wurde ausgetauscht. „Es war uns bewusst, dass wir ein wenig Zeit brauchen und der Start war ja dann auch nicht so toll“, erinnert sich der Sportliche Leiter Okan Sari. Nach einer Serie von sieben Siegen am Stück war der Traum vom Hessenliga-Aufstieg plötzlich wieder präsent. „Vielleicht haben einige geglaubt, dass wird jetzt ein Selbstläufer“, merkt Sari kritisch an.

Mit der überraschenden 1:5-Pleite bei Rot-Weiß Frankfurt fing das Unheil an. Beim 3:6 in Walldorf lagen die Nerven derart blank, dass Abbruzzese nach verbalen Angriffen von Anhängern seinen Dienst quittierte. In Raduan Belaajel war der Nachfolger rasch gefunden. Obgleich auch anfangs unter der Regie des Ex-Mühlheimers einige Punkte auf der Strecke blieben, bewertet Sari das Wirken des neuen Übungsleiters positiv. „Der Spaß ist unter ihm zurückgekehrt, wir wollen gerne mit ihm langfristig zusammenarbeiten.“

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Sari weiß jedoch, dass der Erfolg der Gradmesser für ein harmonisches Miteinander ist. Von kleinen Zielen hält er ohnehin nichts. „Ob du Dritter oder Achter wirst - darüber spricht nach zwei Tagen kein Mensch mehr.“ Der Kader sei stark genug, um im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitzureden.

Verlassen hat den Tabellendritten in der Winterpause nur der nach Großkrotzenburg gewechselte Daniel Erbe. Nächste Woche will der SC 1960 für die am 24. Februar beginnende Restrunde drei neue Spieler präsentieren, Belaajel wird in der Restrunde personell aus dem Vollen schöpfen können, da keine weiteren Abgänge vorgesehen sind. Der Coach baut auch auf die nach längeren Verletzungen zurückkehrenden Spieler. Mit Melih Gültekin, Sercan Demir und auch Kim Werner sind dies etablierte Kräfte, die alle das Zeug haben, bis zum Rundenende wieder Eckpfeiler des Teams zu werden. Nur noch elf Punktspiele sind bis zum Saisonende zu bestreiten, Sari und Belaajel wissen, dass im Endspurt jeder Ausrutscher wehtun könnte.

Quelle: op-online.de

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