Matthias Fischer ist nach Standards zur Stelle

SVG Steinheim: Verteidiger glänzt als Torjäger

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Stürmender Verteidiger: Steinheims Matthias Fischer (links) in einem Kopfballduell in einer Partie gegen den A-Ligisten TuS Zeppelinheim. Rechts: Salim Lazaar.

Steinheim – Rechtsverteidiger stehen in der Regel nicht in Verdacht, zu den besten Torschützen eines Fußballteams zu gehören. Matthias Fischer von der SVG Steinheim ist da die Ausnahme. Von Frank Schneider

Mit sieben Saisontreffern befindet sich der 30-Jährige in der Torschützenliste der Gruppenliga Frankfurt Ost in bester Stürmer-Gesellschaft. In der eigenen Mannschaft trafen nur Andrej Kolchak (16) und Payam Khederzadeh (11) häufiger. Fischer Spezialität: Tore nach Ecken oder Freistößen. Bei ruhenden Bällen rückt der ehemalige Verbandsligaspieler von Kickers Obertshausen und Hessen Dreieich immer mit nach vorne. Dabei flößt er mit seinen 1,81 Metern Körpergröße den gegnerischen Abwehrspielern auf den ersten Blick gar keinen Schrecken ein. „Auf das richtige Timing kommt es an, das ist meine Stärke“, verrät der Defensivspieler. Fischer weiß eben haargenau, wie und wann er zum Kopfball abzuspringen hat. Einige seiner Treffer hat er in dieser Saison aber auch mit dem Fuß erzielt.

„Wir haben mit Payam Khederzadeh und Kevin Fischer zwei starke Standardschützen in der Truppe, die die Bälle mit feinem Füßchen genau servieren“, freut sich Fischer, dass die Wege für ihn von hinten nach vorne selten umsonst sind. Klar, nicht jeder ruhende Ball führt zu einem Torerfolg, doch die Standards sind eine echte Waffe der auf Rang fünf notierten Elf von Trainer Jürgen Baier. Die Torgefährlichkeit von Matthias Fischer hat sich längst in der Liga herumgesprochen. „Ich merke schon, dass bei Standards gesondert auf mich geachtet wird.“ Im richtigen Moment einzulaufen sei aber immer noch ein probates Mittel, um die gegnerische Abwehr zu foppen. „Nach all den Jahren, weiß ich, wo ich wann hinzulaufen habe“, schmunzelt der Verteidiger.

Mit seinen 30 Jahren zählt er sich zwar noch lange nicht zum alten Eisen, aber eben doch zu den erfahrenen Spielern. Gerne ist er Ratgeber für die jungen Akteure im Team und sieht seine Rolle als stellvertretender Kapitän auch als eine Art Bindegliedfunktion zwischen Spielern und dem Trainer an. Verantwortung auf dem Feld zu übernehmen, hat Matthias Fischer schon immer Spaß gemacht. Vor sieben Jahren war er mit gerade Mal 23 Lenzen der Spielführer des damaligen Verbandsligisten Kickers Obertshausen. Als vor gut einem Jahr der Steinheimer Chefcoach Jürgen Baier nach gesundheitlichen Problemen eine längere Pause einlegen musste, war es für Fischer eine Selbstverständlichkeit, gemeinsam mit dem ehemaligen OFC-Profi Fouad Brighache, mit dem er vor drei Jahren gemeinsam von Hessen Dreieich nach Steinheim wechselte, aushilfsweise das Traineramt beim Gruppenligisten zu übernehmen.

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Mit 37 Punkten steht der SVG aktuell in der Tabelle gut da, lediglich sechs Punkte fehlen auf den Tabellenzweiten Germania Großkrotzenburg. Auf jenen Rang, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt, schielt Fischer schon ein wenig. „Ich glaube Großkrotzenburg wird sich die Meisterschaft nicht nehmen lassen, doch dahinter ist für mich alles offen.“ Umso ärgerlicher sei die unglückliche 0:1-Niederlage kurz vor der Winterpause beim aktuellen Tabellenführer VfB Oberndorf gewesen. Aufstiegsdruck verspüren die Spieler beim SVG nicht, doch die vorhandene Qualität im Kader lässt sich nicht leugnen. „Ich sehe die sportliche Entwicklung im Verein sehr positiv“, berichtet er.

Anfangs hat er seinen Wechsel nach Steinheim als Projekt bezeichnet, mittlerweile ist für ihn sein Wirken beim Gruppenligisten schon eine Herzensangelegenheit geworden. Fischer hat registriert, dass er als Führungsspieler beim Gruppenligisten hoch angesehen ist - und das nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Trefferquote als Defensivakteur. Im Team von Ex-Profi Jürgen Baier fühlt der 30-jährige pudelwohl, er schätzt die Motivationskünste des ehemaligen Bundesligaspielers. „Die Jungs ziehen gut mit und wenn wir etwas besser gestartet wären, dann würden wir jetzt noch ein bisschen weiter vorne stehen.“ Steigerungspotenzial ist also vorhanden. Matthias Fischer will mit weiteren Treffern und guten Partien mithelfen, es entsprechend heraus zu kitzeln.

Quelle: op-online.de

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