eFootball-Turnier mit 203 Mannschaften

Viktoria Urberach auf einer Ebene mit Real Madrid und FC Liverpool

Das Team II der Viktoria (von links): Alex Billing, Tobias Csontos und Marcel Spanheimer. Es fehlt: Julius Müller.
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Das Team II der Viktoria (von links): Alex Billing, Tobias Csontos und Marcel Spanheimer. Es fehlt: Julius Müller.

Viktoria Urberach spielt eigentlich in der Fußball-Kreisoberliga Dieburg. Aber beim eFootball ist so mancher Spieler der Rödermarker auf einem Niveau mit dem FC Liverpool oder Real Madrid. Unter Beweis stellen das die Urberacher aktuell beim StayAtHomeAgain-Cup 2020.

Rödermark-Urberach – Auch in Zeiten des zweiten Corona-Lockdows gilt für die Amateurfußballer: Hauptsache, der Ball rollt irgendwie. Und wenn schon nicht auf dem Sportplatz, dann zumindest an der Playstation. Und so ist der Dieburger Kreisoberligist Viktoria Urberach gleich mit zwei Mannschaften beim StayAtHomeAgain Cup 2020, einem E-Football-Turnier des Hessischen Fußballverbandes mit insgesamt 203 Mannschaften aus ganz Hessen, vertreten.

Team II wird angeführt von Marcel Spanheimer (22), einem Ur-Viktorianer. „Ich spiele seit 17 Jahren hier Fußball“, sagt er. Aktuell in der zweiten Mannschaft, im Angriff oder im linken Mittelfeld. Eine andere Sportart war nie ein Thema, „bereits mein Onkel hat bei der Viktoria gekickt“, erzählt Spanheimer – und trat in dessen Fußstapfen.

Der Urberacher erlernte das Fußballspielen zweigleisig: Zum einem auf dem Trainingsplatz der Viktoria, zum anderen an der Playstation. Die 2008er-Ausgabe des jährlich erscheinen Fußballsimulations-Klassikers FIFA war „die erste, die ich mir selbst gekauft habe“, erinnert sich der Offensivspieler. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, kaufe er in den vergangenen Jahren stets die aktuellste Version des Spiels. Vom Grundaufbau her ist es immer das gleiche Spiel, die begeisterte Spielgemeinde freut sich aber jedes Mal auf den neuesten Kader ihrer Lieblingsmannschaft – und die Tricks und Finten von Messi oder Cristiano Ronaldo werden Jahr für Jahr verbessert und verfeinert.

Bei Viktoria Urberach hat Spanheimer über ein Dutzend begeisterter FIFA-Spieler ausgemacht, acht Jungs aus dem „harten Kern“ kämpfen nun in zwei Viererteams beim StayAtHomeAgain Cup um Tore und Punkte. Gespielt wird erstmals im 90er-Modus, der bei der 21er-Auflage den jahrelang bewährten 85er-Modus ablöste. Bedeutet: Alle Spieler haben die gleiche Gesamtspielstärke (90), die individuellen Stärken (Schnelligkeit, Kopfballspiel,…) sind den verschiedenen Positionen angepasst. So kann Spanheimer auf seine Lieblingsmannschaft Eintracht Frankfurt zurückgreifen und ist - zumindest vom Team her – auch für den FC Liverpool oder Real Madrid ein ebenbürtiger Gegner.

„Der Spaß und die Kommunikation mit dem Team stehen im Vordergrund“, meint Spanheimer, der vor allem am Wochenende zockt – unter der Woche fehlt ihm die Zeit dafür - neben seinem Beruf ist er als Co-Trainer auch noch für die U19 der Viktoria verantwortlich. Gespielt wird im heimischen Wohnzimmer, Unterstützung gibt es von den Mannschaftskollegen, die die Spiele beim StayAtHomeAgain Cup auf dem Live-Streaming-Videoportal Twitch verfolgen können. Zum Auftakt der Gruppenphase trafen die Urberacher auf die TG Jahn Trösel. Während Spanheimer mit Eintracht Frankfurt beim 0:6 gegen den FC Liverpool chancenlos war, gewann Tobias Csontos mit dem 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Stuttgart klar mit 8:2. An diesem Wochenende treffen die Urberacher auf den Riedberger SV. „Wir wechseln uns ab, alle Spieler sollen zum Einsatz kommen“, überlässt Spanheimer den Controller einem seiner Teamkollegen. Der Erst- und Zweitplatzierte aus der Dreiergruppe erreicht ebenso die K.o.-Runde, wie die acht besten Gruppendritten der insgesamt 28 Gruppen.

Von Patrick Leonhardt

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