Handball

Wagenknecht hält Bürgel über Wasser

Mann mit Tordrang: Markus Wagenknecht erzielte diese Saison bereits 100 Treffer für Bürgel in der Oberliga. Foto: scheiber
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Mann mit Tordrang: Markus Wagenknecht erzielte diese Saison bereits 100 Treffer für Bürgel in der Oberliga. 

Markus Wagenknecht, der Torjäger des Handball-Oberligisten TSG Offenbach-Bürgel, nennt es einen „lustigen Zufall“ und betont: „Mehr ist das nicht. 

Offenbach – “ Was meint er? Bei einem Essen mit der Mannschaft Mitte Dezember sprach Linksaußen Lars Kretschmann das an, was vielen Kollegen stets auf den Lippen lag, aber keiner sich aus Aberglauben traute, anzusprechen: Wagenknechts damals fast 100-prozentige Quote vom Siebenmeterpunkt. „Da haben alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als Lars das erwähnt hat“, sagt Wagenknecht lachend. Im nächsten Spiel nach dem Mannschaftsessen gegen die HSG Kleenheim-Langgöns verwarf er beim 31:31 tatsächlich drei von fünf Siebenmetern.

Dennoch hat der 28-Jährige auch jetzt zur kurzen Winterpause eine überragende Quote aus sieben Metern: 33 Treffer bei 37 Versuchen, mehr als 89 Prozent – der Topwert der Liga. „Bevor ich zum Punkt gehe, weiß ich nicht, wohin ich werfe. Das passiert intuitiv in letzter Sekunde mit Blick auf den Torwart und klappt meistens. Wenn ich aber zuvor schon weiß, wohin ich werfe, ist es ein schlechtes Zeichen“, berichtet der Linkshänder.

Insgesamt hat er in seiner dritten Saison bei der TSG schon 100 Treffer verbucht und ging als Dritter der Torjägerliste in die Winterpause. Nur Marc Oliver Teuner (110; TuS Dotzheim) und Tom Warnke (104; HSG Wettenberg) liegen in dieser Statistik vor ihm. „Markus hat eine unfassbar gute Hinrunde gespielt - das ist einer der Hauptgründe für unser starkes Abschneiden. Er hält uns Woche für Woche mit seinen Toren über Wasser; aus sieben Metern und aus dem Spiel heraus. Er hat die Last von den Schultern meines Bruders genommen, der jetzt auch wieder besser auftritt“, sagt Sven Lenort, der Trainer des Tabellenzweiten.

Nils Lenort (57 Saisontore) ist seit vielen Jahren die dominante Person im Trikot der TSG. Zu Beginn dieser Saison verwarf er sieben Siebenmeter bei 13 Versuchen und ließ dann seinen Stellvertreter Wagenknecht heran. „Und jetzt gibt es natürlich keinen Grund mehr, etwas zu verändern“, sagt Sven Lenort, der das Amt vor wenigen Wochen von Andreas Kalman übernommen hatte.

Wagenknecht spielt in dieser Runde auf der halbrechten Position fast jede Partie komplett durch, da sein Positionskollege Timo Cohen mit Verletzungen zu kämpfen hat. Das ist aber kein Problem, wenn man wie er so einen Lauf hat. „Meine Trefferquote ist schon gut. Aber es ist mir im Prinzip egal, wie viele Tore ich werfe, Hauptsache, wir bleiben oben dran. Normalerweise sind uns in dieser Liga keine Grenzen gesetzt“, meint Wagenknecht, der in Darmstadt-Arheilgen wohnt und in der Immobilien-Branche arbeitet.

„Die 3. Liga wäre schön, ist ein Traum, aber nicht das gesetzte Ziel“, sagt Wagenknecht vor dem Auftakt 2020 am Samstag (20 Uhr) beim Tabellenzehnten Wettenberg. An einen Wechsel zu einem höherklassigen Verein denkt er trotz der überragenden Saison jedenfalls nicht. „Unsere Mannschaft in Bürgel ist menschlich und sportlich einfach cool, ich fühle mich total wohl.“ Der perfekte Lauf tut sein übriges dazu.

VON HOLGER APPEL

Quelle: op-online.de

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