Verband hätte sich konsequenteres Vorgehen gewünscht

„Was soll man machen, wenn der Spieler rausgeht und austickt?“

Spachbrücken – Da nach Paragraf 37 der HFV-Strafordnung auch der Verein, dessen Spieler einen Abbruch verursacht hat, mit in der Verantwortung steht, wurde die FSV Münster mit einem sechsmonatigen Spielverbot und einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro belegt.

„Wir sind schon der Meinung, dass nicht alles getan wurde, um derartigen Aggressionen im Spiel frühzeitig Einhalt zu gebieten“, meinte Helmut Biegi in der Urteilsbegründung. Die 500 Euro Geldstrafe seien „ein deutliches Signal“.

In der Verhandlung vor dem Kreissportgericht hatten der Vorsitzende Hans-Peter Samoschkoff und Fußball-Abteilungsleiter Hans Schwarzer die FSV Münster vertreten.

„Dass eine Strafe erfolgt, ist ganz klar und richtig“, sagte Samoschkoff zu Verhandlungsbeginn. Der Münsterer Vorsitzende betonte aber auch, dass der Verein nach Vorfällen in der Vergangenheit reagiert und auch präventive Maßnahmen ergriffen habe.

So habe man die Spieler etwa in Mannschaftsbesprechungen sensibilisiert. Einige Akteure, darunter auch Hayri G., der den Schiedsrichter niedergeschlagen hat, seien in der Vergangenheit nach Platzverweisen über die Sperre des Verbandes hinaus auch noch vereinsintern gesperrt worden. „Als Denkanstoß, dass so ein Verhalten nicht geht“, wie es Hans Schwarzer formulierte. „Wir wollten klarstellen, dass der Verein reagiert und nicht tatenlos zugesehen hat. Mehr kann ein Verein nicht machen“, meinte Hans-Peter Samoschkoff.

Am 6. Oktober hatte die FSV im Spiel bei Kickers Hergershausen schon einmal einen Spielabbruch verschuldet, der in der Woche vor dem Semd-Spiel vor dem Kreissportgericht verhandelt worden war. „Vor dem Semd-Spiel war ich auch in der Kabine, habe gesagt: Männer, so geht das nicht, bringt Ruhe rein und spielt euren Fußball. Aber was sollen wir machen, wenn der Spieler rausgeht und quasi austickt?“, fragte Abteilungsleiter Hans Schwarzer.

Im Laufe der Verhandlung hatte Tim Stehl, Referent Recht und Sportgerichtsbarkeit beim Hessischen Fußballverband, auf vorangegangene Platzverweise der FSV hingewiesen. Stehl hätte sich vom Verein ein noch konsequenteres Vorgehen, beispielsweise durch den Einsatz eines Konfliktmanagers, gewünscht.

Der Verein werde das Urteil akzeptieren und nicht in Berufung gehen, sagte Hans-Peter Samoschkoff gestern auf Nachfrage. Der FSV-Vorsitzende wollte nicht ausschließen, dass man in Zukunft wieder eine Männermannschaft für den Spielbetrieb meldet. Im kommenden Sommer aber sehr wahrscheinlich noch nicht.   ey

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