Handball

OFC will Abstieg nicht akzeptieren

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Die Handballer von Kickers Offenbach (rechts Michael Weis, links André Meinelt, SG Egelsbach) hoffen noch auf den Klassenerhalt. Foto: Postl

Das abrupte Saisonende im hessischen Handball wegen der Corona-Krise hat Kickers Offenbach besonders hart getroffen.

Offenbach – Der Aufsteiger war mitten in der Aufholjagd in der Landesliga der Männer, gewann vier seiner letzten fünf Spiele. Das Team von Trainer Christian Seliger hatte den Anschluss ans Tabellenmittelfeld hergestellt und im Saisonendspurt gleich drei schlagbare Gegner vor der Brust: HSG Bieberau-Modau II, die man in der Hinrunde mit zwölf Toren Unterschied bezwungen hatte, MSG Umstadt/Habitzheim II, die fünf Punkte weniger hat, und das abgeschlagene Schlusslicht HSG Fürth/Krumbach. „Platz sechs wäre realistisch möglich gewesen“, meint Seliger.

Stattdessen ist die Saison nun vorzeitig zu Ende und die Kickers müssten als Tabellenelfter - Stand heute - absteigen in die Bezirksoberliga. Denn der Hessische Handball-Verband hat als einziger der deutschen Landesverbände mit dem Abbruch des Spielbetriebes zugleich auch schon die Wertungsgrundlage für Auf- und Abstieg verkündet: die aktuelle Tabelle. Unabhängig davon, ob manche Mannschaften wegen ausstehender Nachholspiele noch ein, zwei Partien mehr zu absolvieren gehabt hätten als andere. Unabhängig davon, dass manche Teams ein ungleich leichteres Restprogramm gehabt hätten als andere. „Diese Kurzschlussentscheidung des Hessischen Handball-Verbandes ist alles andere als sportlich fair“, klagt OFC-Handballabteilungsleiter Manuel Dieter, „das wollen wir so nicht akzeptieren. Wir hoffen, dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird. Anderenfalls sind wir gerade dabei, herauszufinden, welche Möglichkeiten wir haben, dagegen vorzugehen.“

Trainer Seliger meint: „Vor ordentlichen Gerichten würde der HHV mit dieser Entscheidung wohl nicht durchkommen, weil vollkommen übereifrig entschieden wurde und nicht alle Möglichkeiten, von denen manche sportlich fairer wären, in Betracht gezogen wurden.“

Vorstellbar wäre zum Beispiel eine Annullierung der gesamten Saison, ein Aussetzen von Auf- und Abstieg, sodass die nächste Runde noch einmal in der derzeitigen Ligenbesetzung gespielt würde. Allerdings würde eine solche Entscheidung die Aufstiegsträume aller Tabellenführer zerplatzen lassen. „100 Prozent gerecht für alle wird keine Entscheidung sein“, sagt auch Seliger, dem mit seinem Team aber auch noch eine zweite Hoffnung bleibt: Sollte der TV Kirchzell doch noch den Klassenerhalt in der 3. Liga schaffen, sei es, weil die dort bislang nur unterbrochene Saison irgendwann doch noch fortgesetzt wird oder dass der für die 3. Liga zuständige Deutsche Handball-Bund sich für eine andere Abstiegsregelung als der hessische Verband entscheidet, würde sich das Abstiegsproblem der Kickers-Handballer in Luft auflösen.

Denn wenn kein Team aus der 3. Liga in die Oberliga Hessen absteigt, müssten nur zwei statt drei Oberligisten in die Landesliga runter, darunter dann nur einer statt zwei in die Südgruppe. Und aus der gäbe es dann nur drei statt vier Absteiger, der OFC dürfte drinbleiben. Mit einer Entscheidung des DHB über eine Fortsetzung des Spielbetriebs in der 3. Liga oder alternativ eine Wertungsgrundlage für Auf- und Abstieg rechnet Seliger allerdings frühestens für Ende April. Niemand weiß, wie lange die Sportwelt in der Corona-Krise noch stillsteht.

Quelle: op-online.de

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