„Wir wollen auf Augenhöhe“

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Ex-Bundesliga-Ringer Heinfried Eichheimer (links) geht heute Abend als Trainer mit dem ASV Dieburg in die Hessenliga-Saison. Ali Celebi (rechts) soll als Routinier weiterhin Punkte für den Aufsteiger sammeln.

Dieburg (jd) ‐ Bei Ringern kommt es ganz besonders auf das Körpergewicht an: „Letzte Saison musste Raphael Schreiber noch drauftrinken, um das Mindestgewicht zu bringen“, sagt Hubert Hiemenz. „Jetzt muss er ein Kilo abnehmen, sonst ist sein Kampf schon auf der Waage verloren.“

Der Vorsitzende des ASV Dieburg schildert damit die körperliche Entwicklung seines leichtesten Aktiven-Ringers, der in der Klasse bis 50 Kilogramm für den Athletiksportverein punkten soll. Am heutigen Samstagabend beginnt für die Dieburger mit dem Kampf bei der SG Arheilgen die neue Runde in der Hessenliga, in die der Aufsteiger mit einigen Neuzugängen und keineswegs als Außenseiter geht.  Die Geschichte der Abgänge in der langen Pause seit Dezember 2009 ist schnell erzählt: Es gibt keine. Nach der Meisterschaft in der Landesliga hielten alle Ringer den Dieburgern die Stange. Zu den bekannten Gesichtern gesellen sich aber drei neue hinzu: Neben dem talentierten Sevket Ermis sollen vor allem Marcel Schleicher und Sebastian Hain für Punkt- und Schultersiege sorgen. Beide rangen in der vergangenen Saison in der Oberliga – für den AV Groß-Zimmern, der erst in der Aufstiegsrelegation die zweite Bundesliga verpasste. Hain hat aktuell noch etwas Trainingsrückstand, dürfte aber wie Schleicher eine gute Rolle in der Hessenliga spielen.

„Kleiner Verein“, der in die Oberliga möchte

Der ASV Dieburg wiederum bezeichnet sich selbst als „kleinen Verein“ (Hiemenz), peilt aber in näherer Zukunft ebenfalls die Oberliga an. „Wir wollen mit den Konkurrenten aus dem Umland – Münster, Groß-Zimmern und Schaafheim – bald auf Augenhöhe sein“, schildert Hiemenz das Vorhaben.

Der ASV-Chef, der selber nie auf der Ringermatte stand, macht deutlich: „In dieser Saison ist ein guter Mittelfeldplatz unser Ziel.“ Diese Erwartungshaltung teilt auch Heinfried Eichheimer, der die Mannschaft weiterhin trainiert. Der frühere Bundesliga-Ringer sagt: „Was höher geht als Platz fünf, nehmen wir erfreut mit.“ Zwingend besser als dieser Platz muss die Runde aber nicht ausgehen, denn es sollen peu à peu junge Athleten an die Hessenliga-Luft gewöhnt werden. Dennoch spricht Eichheimer klar von „Verstärkungen“, wenn er über Ermis, Schleicher und Hain redet. Ernsthaften Abstiegskampf erwartet er wie Hiemenz nicht. „Es kann aber gut sein, dass wir von den ersten vier Kämpfen nur einen gewinnen“, warnt Eichheimer. Das Team sei vielleicht erst in vier, fünf Wochen auf der Höhe. Als Favoriten nennt Eichheimer die Teams aus Mömbris-Königshofen und Fulda.

Vierter Neuzugang ist ein alter Bekannter

Mit ein Optimismus freut man sich in Dieburg noch auf einen vierten „Neuzugang“ freuen, der bei den ASVlern aber ein alter Bekannter ist. Marvin Schwäbe, zuletzt beim KSV Hösbach, steht zumindest für einige Einsätze zur Verfügung. Dennoch hat er sich in erster Linie für den Fußball entschieden, hütet bei den B-Junioren vonEintracht Frankfurt das Tor.

Den ersten Heimkampf wird der ASV Dieburg dann am kommenden Freitag im Ringerheim neben dem Jugendcafé bestreiten. Auch wenn die Unterstützung durch das Publikum in der Hessenliga noch etwas größer werden dürfte als vergangene Saison in der Landesliga, so wird es doch äußerst schwer werden, ein Kunststück aus 2009 zu wiederholen: Damals blieb der ASV Dieburg zuhause ungeschlagen.

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