FUSSBALL Der Frankfurter Regionalbeauftragte Thorsten Bastian glaubt nicht, dass der Ball bald wieder rollen wird

„Es wird Gewinner und Verlierer geben“

Thorsten Bastian Regionalbeauftragter

Offenbach – Die Corona-Krise und die Frage, wie es nach der verordneten Spielpause weitergeht, beschäftigt die heimische Fußball-Welt. Abbruch-Szenarien werden immer wahrscheinlicher, über die Möglichkeiten, die laufende Saison zu werten, wird heiß diskutiert.

Auch in der Region Frankfurt, der die Kreise Büdingen, Frankfurt, Friedberg, Gelnhausen, Hanau, Hochtaunus und Offenbach untergliedert sind, befasst man sich mit verschiedenen Möglichkeiten. Der Regionalbeauftragte Thorsten Bastian (Rockenberg), zugleich Kreisfußballwart in Friedberg, sieht die derzeitige Entwicklung mit Sorge und äußert seine Skepsis, dass in naher Zukunft der Ball wieder über die heimischen Plätze rollen wird.

Herr Bastian, die Corona-Krise hat den Fußball völlig lahmgelegt. Glauben Sie, dass die unterbrochene Saison in den heimischen Amateurligen zu Ende gespielt werden kann?

Es ist eine weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens eingetreten. Ob sich diese Situation zeitnah ändern wird, das steht in den Sternen. Sollten wir in absehbarer Zeit wieder an Fußball denken können, würde theoretisch die Möglichkeit bestehen, die Spiele bis Ende Juni anzusetzen und die Saison unter sportlichen Gesichtspunkten, ohne Aufstiegs- und Relegationsspiele, zu beenden. Ob das praktisch nach der langen Zwangspause von unseren Vereinen umsetzbar ist, ist eine andere Frage. Auch unter dem Eindruck der derzeitigen notwendigen restriktiven Maßnahmen der Politik zur Eindämmung des Virus mag ich nicht so recht daran glauben.

Wenn die Saison abgebrochen wird - was wäre für Sie das fairste Wertungsszenario?

Da möchte ich mich nicht an Spekulationen beteiligten. Klar ist, bei einer am grünen Tisch und nicht auf dem Sportplatz herbeigeführten Entscheidung wird es Gewinner und Verlierer geben. Die außergewöhnliche Situation macht das dann aber notwendig.

Denken Sie, dass der DFB im Amateurbereich einheitlich regeln wird, wie mit abgebrochenen Spielzeiten zu verfahren ist, sofern es zu Abbrüchen kommt?

Das wäre wünschenswert, aber schlussendlich kann jeder Landesverband separate Entscheidungen treffen.

Sehen Sie die Vereine aufgrund der langen spielfreien Zeit generell vor finanziellen Schwierigkeiten und gibt es Lösungsansätze seitens des Verbandes?

Es gibt in allen Bereichen Einbußen, auch im Sport. Der DFB und der Landessportbund haben sich ja der Thematik bereits angenommen. Wie genau die Hilfe aussehen und wo sie ankommen wird, wird die Zukunft zeigen.

Stichwort Belastung. Geht es in den Monaten Mai und Juni weiter, stünde ein Mammutprogramm an. Ist dies für Amateurkickern in den unteren Ligen überhaupt zumutbar?

Sollte der Spielbetrieb fortgesetzt werden, dann wird es in Friedberg, nur hierüber kann ich Auskunft geben, unter Umständen im Bereich der zweiten Mannschaften, wo lebensältere Sportfreunde noch gegen den Ball treten, große Probleme geben. Generell sind Werktagsspiele in einem großen Flächenkreis aufgrund der teilweise weiten Fahrten sowieso problematisch und würden unter Umständen dazu führen, dass ein Teil der Mannschaften die Runde wegen mehrmaligen Nichtantretens nicht zu Ende spielen könnte.

Stehen flächendeckend in Hessen für komprimierte Spielpläne denn genug Sportplätze und Schiedsrichter zur Verfügung?

Ob genügend Sportplätze und Schiedsrichter zur Abwicklung des Spielbetriebs zur Verfügung stehen, hängt in erster Linie davon ab, wann es im Fall der Fälle weitergehen wird. Jede weitere zeitliche Unterbrechung macht die Fortsetzung unwahrscheinlicher.“ Das Gespräch führte Frank Schneider

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare