Sportfreunde nehmen nächsten Anlauf in Richtung Verbandsliga

„Wird schwer, die Jungs zu halten“

So ein Stück hat gefehlt, nächste Saison aber wird das klappen mit dem Aufstieg. Sportfreunde-Trainer Lars Schmidt (links) im Gespräch mit Marcel Fleckenstein. Schmidt hat seinen Vertrag in Seligenstadt bis 2022 verlängert.
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So ein Stück hat gefehlt, nächste Saison aber wird das klappen mit dem Aufstieg. Sportfreunde-Trainer Lars Schmidt (links) im Gespräch mit Marcel Fleckenstein. Schmidt hat seinen Vertrag in Seligenstadt bis 2022 verlängert.

Zum zweiten Mal verpasst Fußball-Gruppenligist Sportfreunde Seligenstadt aufgrund der Corona-Pandemie den Aufstieg in die Verbandsliga Süd. Trotz wenig rosiger Zeiten nimmt der Klub aber einen dritten Anlauf.

Seligenstadt - In der Saison 2019/2020 scheiterten die „Roten“ in der virtuellen Aufstiegsrunde aufgrund des schlechteren Punkte-Quotienten am Darmstädter Vertreter SG SV VfR Dersim Rüsselsheim, in der Spielzeit 2020/2021 reicht nicht einmal der erste Platz zur Rückkehr in die 6. Liga. Nach dem beschlossenen Abbruch und der Annullierung der aktuellen Runde wird das kurze Sommermärchen der Einhardstädter mit sieben Siegen und einem Unentschieden ersatzlos gestrichen.

„Auf der Rosenhöhe haben wir im Sommer noch darüber gesprochen, dass es, auch wenn die Runde erneut abgebrochen wird, Auf- und Absteiger geben wird“, blickt ein enttäuschter Sven Kittler, Vorsitzender der „Roten“, zurück. Dementsprechend investierten die Sportfreunde in die neue Saison. Lars Schmidt kehrte als Trainer an seine alte Wirkungsstätte zurück, an der er bereits von 2015 bis 2017 tätig war. Sieben neue Spieler kamen, darunter in Fabian Frieß, Jörn Kohl, Giuseppe Serra (alle Viktoria Urberach) sowie Julian Purcell (Hanau 93) vier gestandene Hessen- und Verbandsligakicker. Und die „Roten“, angeführt durch den herausragenden Muhammed Kayaroglu, waren nicht zu bremsen. „Wir haben uns in den wenigen Spielen einen kleinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erarbeitet“ verweist Kittler auf 22 Punkte aus nur acht Partien – der Zweitplatzierte SG Bruchköbel kam in neun Begegnungen auf 20 Zähler.

Sportfreunde-Vorsitzender Kittler: „Für uns sind die Entscheidungen schon Hardcore“

„Die Entscheidungen können nicht überall gerecht sein. Aber für uns sind sie schon Hardcore“, sagt Kittler mit Blick auf den verpassten Aufstieg, „denn es wird schwer, die Jungs alle zu halten.“ 2020 hatten die Seligenstädter Verantwortlichen die Spieler mit dem Argument überzeugen können, um den Aufstieg mitspielen zu können. Und die Chancen standen sehr gut. Auch wenn klar war, dass am Rundenende nur der Meister aufsteigen würde. Nun beginnt die Überzeugungsarbeit von vorne – und sie wird nicht einfacher.

Ein wichtiges Erfolgserlebnis verkündete Kittler allerdings bereits: Trainer Schmidt sagte auch für die Saison 2021/2022 bei den „Roten“ zu. „Er wollte eigentlich nicht in die Gruppenliga, für die Sportfreunde ist er diesen Weg aber gegangen“, freut sich Kittler über die erneute und weitere Zusammenarbeit mit dem Ex-Profi. Gemeinsam wollen sie nun mit dem Sportlichen Leiter Udo Klein die Mannschaft für die kommende Saison zusammenstellen. „Wir wollen alle Spieler halten“, sagt Kittler, der ständig per Mail, Telefon oder Online-Konferenz mit der Mannschaft in Kontakt steht. „Natürlich brauchen wir zwei, drei neue Spieler, um frischen Wind hineinzubekommen“, erklärt Kittler, „wir werden alles versuchen, um noch einmal eine Saison wie im Sommer 2020 zu spielen. Wenn wir dann aber nur Dritter werden, schauen wir in die Röhre.“

Aufstockung der Gruppenliga wäre problematisch

Insgesamt sieht der Sportfreunde-Vorsitzende aber „keine rosigen Zeiten“, auf den Fußball zukommen. Zum einen fehlt auch ihm die Perspektive. Wie soll die neue Runde aussehen? Hier erhofft sich auch Kittler von Verbandsseite möglichst schnell Vorschläge. Etwa den, nur eine Hinrunde zu absolvieren. Und was wird, wenn Vereine aus höheren Klassen zurückziehen, wie möglicherweise Germania Großkrotzenburg aus der Verbandsliga Süd? „Wir sind schon 20 Vereine in der Gruppenliga. Und wir können keine Runde mit 40 oder sogar 42 Punktspielen absolvieren“, warnt Kittler. Probleme bemerkt er aber auch in anderen Bereichen: „Ich sehe immer nur die Abbuchungen auf unserem Konto, zurückgekommen ist aber noch nichts. Besonders bitter ist das für Clubs, die etwa ihre Vereinsgaststätte vermietet haben. Strom- und Heizkosten werden weiterhin abgebucht, ebenso wie das Sky-Abo.“ Und: „Ich sehe auch Probleme, die Menschen nach der Pandemie wieder auf den Sportplatz zu bekommen. Viele haben sich ein neues Hobby gesucht.“

Die Sportfreunde nehmen dennoch einen weiteren Anlauf in Richtung Verbandsliga Süd: „Wir werden alles dafür tun, um an die Leistungen der vergangenen beide Jahre anzuknüpfen und wollen das Maximum erreichen“, sagt Sven Kittler.

Von Patrick Leonhardt

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