Handball

Zeitfenster für Handballer wird immer kleiner

Andreas Hannappel, HHV-Geschäftsführer.
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Andreas Hannappel, HHV-Geschäftsführer.

Der Hessische Handball-Verband rät nach der langen Pause zu reduziertem Training. Eine gewisse Vorlaufzeit wird ohnehin benötigt, ehe der Spielbetrieb wieder starten kann. Das hat aber zur Folge, dass die Austragung der Aufstiegsrunden immer unwahrscheinlicher wird.

Offenbach – Die ambitioniertesten hessischen Handballteams bangen weiter um die Möglichkeit, in dieser Saison zumindest noch Aufsteiger in die 3. Liga sportlich ermitteln zu können. Ob die vom Verband angedachten Aufstiegsrunden von Männern und Frauen aber tatsächlich stattfinden können, steht derzeit noch in den Sternen. Das Zeitfenster wird immer kleiner.

Nach den jüngsten Beschlüssen der Politik zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist Handballtraining in der Halle als Kontaktsport in Innenräumen frühestens ab 5. April wieder erlaubt - und das auch nur, wenn die hessenweite Sieben-Tage-Inzidenz dann unter 50 liegt. Und bevor eine Aufstiegsrunde beginnen könnte, wären erst noch mehrere Wochen Training nötig, alleine um die nach der langen Zeit des Handballverbots erhöhte Gefahr für Verletzungen zu reduzieren. Der Deutsche Handball-Bund hat jetzt gerade hierfür ein neues Konzept präsentiert. Das Papier mit dem Titel „Return to Court“ für die Rückkehr der Handballamateure in die Hallen sieht dabei nach vier Wochen allmählich gesteigertem Heimtraining (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Pass- und Wurftraining) zunächst weitere vier Wochen eingeschränktes Training auch in der Halle vor. „Reduziere zu Beginn hochintensive Aktionen“, heißt es darin an die Trainer gerichtet: „Deine Spieler sind handballspezifische Belastungen nicht mehr gewohnt. Zweikämpfe, Würfe, Sprints, aber auch Richtungswechsel, Sprünge und Landungen sind für Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder hochintensive Belastungen, die selbst durch gutes Athletiktraining nicht simuliert werden können.“ Dazu wird empfohlen, zunächst mit um 40 Prozent kürzeren Einheiten zu beginnen und pro Woche um zehn Prozent zu erhöhen, so dass erst vier Wochen nach dem Comeback in den Hallen wieder vollumfänglich trainiert werden sollte.

„Das sind allgemeingültige Empfehlungen. Die Spieler und Spielerinnen der Mannschaften, die um den Aufstieg in die 3. Liga spielen wollen, sind sicherlich auf einem höheren Fitnesslevel als Bezirksoberligaspieler, die im Lockdown deutlich weniger trainiert haben dürften“, sagt dazu Andreas Hannappel, Geschäftsführer des Hessischen Handball-Verbandes (HHV), „uns ist aber auch klar, dass die in unseren Statuten vorgesehenen drei Wochen Training nicht reichen. Vier werden schon nötig sein, bevor die Aufstiegsrunden beginnen können.“

Los gehen könnte es daher frühestens Mitte Mai. Und bis Ende Juni muss alles beendet sein. „Am 30. Juni endet die Handballsaison. Dieses Datum ist auch nicht mehr verhandelbar. Denn die neue Drittligasaison der Männer soll schon am ersten oder spätestens am zweiten Augustwochenende beginnen, um genügend Puffer für mögliche pandemiebedingte Unterbrechungen zu haben und da müssen wir ja rechtzeitig die Aufsteiger gemeldet haben, dass auch noch eine vernünftige Saisonvorbereitung möglich ist“, erklärt Hannappel. Wie viele Spiele in den Aufstiegsrunden stattfinden müssen, hängt von der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften ab, die sich bis 31. März für eine Teilnahme anmelden müssen. Bis gestern Mittag hatte als bislang einziger Verein lediglich die HSG Hanau ihre zweite Männermannschaft offiziell gemeldet, die allerdings nur aufsteigen dürfte, wenn die eigene erste Mannschaft über die Aufstiegsrunde in die 2. Bundesliga aufsteigen würde. Bei fünf Teilnehmern an einer Aufstiegsrunde wären vier Spieltage nötig, bei sieben Teilnehmern schon sechs Spieltage. Eine nochmalige Verschiebung des Trainingsauftakts in den Hallen würde daher wahrscheinlich das Aus für die Aufstiegsrunden bedeuten.

Von Stefan Moritz

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