Zwei-Minuten-Gespräch beendet Ära bei der Spielvereinigung

Hessenliga: 03er-Trainer Hoffmann erhält nach 16 Jahren keinen neuen Vertrag

+
Zwei gehen, einer bleibt: Trainer Peter Hoffmann (rechts) und sein Assistent Erdo Arnitali (Mitte) erhalten bei den 03ern keinen neuen Vertrag. Als neuer Coach wird der Sportliche Leiter Nick Janovsky (links) gehandelt.

Das Ende der Ära Peter Hoffmann bei der Spvgg. 03 Neu-Isenburg ist dem Verein lediglich drei Sätze wert. Per E-Mail teilt der Fußball-Hessenligist mit, dass der Trainer und dessen Assistent Erdo Arnitali nach der Saison keinen neuen Vertrag erhalten.

Neu-Isenburg – Der scheidende Vorstand habe sich für einen Neuanfang entschieden und wollte dem neuen Vorstand keine Hypothek mit auf den Weg geben, heißt es in dem Schreiben. Auch bei der Mitgliederversammlung, bei der der bisherige stellvertretende Vorsitzende Jürgen Holzmann zum neuen Klubboss gewählt wurde (der Posten war zuvor unbesetzt), wurde der langjährige Coach nur kurz erwähnt. Hoffmann wollte das nicht näher kommentieren, ihm war aber anzumerken, dass er diese Art als stillos empfand.

„Jürgen Holzmann hatte mir die Entscheidung bereits am Montag nach dem Training zwischen Tür und Angel in einem Zwei-Minuten-Gespräch mitgeteilt“, berichtete Hoffmann. „Ich habe es zur Kenntnis genommen. Irgendwann ist jede Zeit vorbei. Ich muss das nun so akzeptieren. Dass man wie ich 16 Jahre bei einem Verein als Trainer tätig ist, ist ungewöhnlich. Ich hatte das Glück, dass die vorherigen Vorsitzenden immer ehrlich und freundschaftlich mit mir umgegangen sind. Sonst wäre eine so lange Zusammenarbeit nie möglich gewesen.“ Hoffmann war zuletzt nicht mehr unumstritten, er habe sich aber „nichts vorzuwerfen“, betonte der Coach.

„Als ich hier angefangen habe, hatten wir fünf Mann, einen Trikotsatz und Schulden. Von der A-Klasse habe ich die Mannschaft dann bis in Hessens höchste Spielklasse geführt“, sagt Hoffmann. Dass sein Team Letzter der Hessenliga ist und aller Voraussicht nach absteigt, führt er auch auf die Rahmenbedingungen zurück: „Wir hatten seit zwölf Monaten keinen Präsidenten, das ist nicht schön und zieht sich bis nach unten durch.“ Ihm selbst war vor einiger Zeit vorgeschlagen worden, als Trainer aufzuhören und stattdessen im Vorstand mitzuarbeiten. Dafür fühle er sich aber noch zu jung, sagt der 52-Jährige.

Bilder: Neu-Isenburg verliert gegen Griesheim

Darüber, wen er in Zukunft coachen wird, habe er sich noch keinerlei Gedanken gemacht, stellt Hoffmann klar. „Ich will das hier erst mal ordentlich über die Bühne bekommen. Wir wollen mit Anstand absteigen und nicht in den Wettbewerb eingreifen.“ Der neuen Vereinsführung wünscht er alles Gute: „Dass nun alle Posten besetzt sind, ist wichtig und freut mich. Wie es nach der Saison weitergeht, liegt nicht mehr in meiner Hand.“ Dass er vieles richtig gemacht habe, zeige die Reaktion der „Stadtoberen“, so Hoffmann. „Sie haben mir gesagt, dass ich eine Legende in Neu-Isenburg sei. Das macht mich stolz.“ Wer auf die Legende folgen soll, will der Verein bald entscheiden. Der bisherige Sportliche Leiter Nick Janovsky gilt als heißer Kandidat.

Von Christian Düncher

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare