Deutsche Skispringer sind verunsichert

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Michael Uhrmann.

Kuusamo - Dieser Auftakt tat den deutschen Skispringern richtig weh. Kein DSV-Athlet kam in Kuusamo unter die besten 20. Bundestrainer Schuster ist nun als Psychologe gefordert.

Katzenjammer statt Selbstvertrauen: Nach dem schwächsten Saisonstart in der Ära von Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster bleibt den deutschen Athleten nicht viel Zeit zum Durchschnaufen. Von Kuusamo zieht der Tross nach Kuopio weiter, dort wird schon an diesem Dienstag (Qualifikation) und Mittwoch wieder gesprungen. Vor allem psychologisch war das Team um die drei Olympia-Zweiten Michael Uhrmann (Rastbüchl), Martin Schmitt (Furtwangen) und Michael Neumayer (Berchtesgaden) in Kuusamo nicht auf der Höhe. Ein Umstand, der schnellstens geändert werden muss.

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“Es ist mir unerklärlich, wie ein schlechter Sprung die Mannschaft derart verängstigen kann, dass überhaupt nichts mehr geht“, sagte Schuster und bezog sich auf den ersten Versuch von Startspringer Neumayer im Team-Wettbewerb am Samstag. Der Berchtesgadener landete bei 105,5 Meter und ließ die komplette Mannschaft in sich zusammenfallen. “Wir haben von dem Moment an Fehler gemacht, die seit Wochen nicht mehr vorkamen. Es gibt überhaupt nichts zu beschönigen: Für solche Ergebnisse haben wir nicht trainiert“, bemerkte der Coach mit ungewöhnlicher Schärfe.

In Schusters Worten schwang auch eine Portion Selbstzweifel mit, ob in der Vorbereitung wirklich alles perfekt gelaufen ist. Vor einem Jahr hatten Pascal Bodmer (Meßstetten) und Uhrmann als Zweiter und Vierter dem DSV-Team nicht nur einen glänzenden Start in Kuusamo beschert, sondern auch eine Euphoriewelle ausgelöst, auf der die Mannschaft fast die gesamte Saison über bis zum Olympia-Silber im Team-Wettbewerb schwamm. Nun muss versucht werden, in Kuopio den Schalter umzulegen.

“Bis auf Martin Schmitt liegt uns der Bakken dort nicht gerade. Aber wir haben die Tage vor Kuusamo dort trainiert und das Training war gut. Vielleicht bringt es einen kleinen Vorteil“, meinte Schuster. Anders als andere Nationen kann er personell nicht aus dem Vollen schöpfen. “Wir können das Springen nicht verlernt haben. In den letzten Trainingseinheiten zeigte der Pfeil bei den meisten eindeutig nach oben“, analysierte der Bundestrainer.

Aber ausgerechnet die Routiniers Uhrmann und Schmitt sind da - auf sich selbst bezogen - anderer Meinung. “Mir fehlt noch ganz viel Fluggefühl“, gab Uhrmann zu, und Schmitt ergänzte: “Ich bin in Sachen Flugtechnik nicht konstant. Fehler wirken sich da gravierend aus.“

dpa

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