Formel 1: Sieg für Vettel - Aus für Schumacher

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Sebastian Vettel hat das Auftaktrennen in Australien souverän gewonnen.

Melbourne - Sebastian Vettel hat das Auftaktrennen in Australien souverän gewonnen. Für seinen Konkurrenten, Rekordweltmeister Michael Schumacher, und dessen Teamkollege Nico Rosberg endete das Rennen als Desaster.

Nach einer weltmeisterlichen Vorstellung zeigte Sebastian Vettel seinen berühmten Finger, winkte den australischen Fans zu und streichelte seiner schnellen „Kinky Kylie“ liebevoll über die Nase. Der Champion begann die neue Formel-1-Saison, wie er die alte beendet hatte: Auf Platz 1. Der 23-Jährige feierte beim Auftakt in Melbourne einen souveränen Sieg und übernahm damit gleich wieder die WM-Führung. Weit davon entfernt waren Michael Schumacher und sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, die mit zwei unverschuldeten Ausfällen alle Hoffnungen der Silberpfeil-Mannschaft früh zerstörten.

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Dagegen hätte es für Vettel und Red Bull keinen besseren Start in die Mission Titelverteidigung geben können, der Startnummer 1 machte der Blondschopf aus Heppenheim jedenfalls alle Ehre. „Danke Jungs, fantastisch. Sehr cool. Exzellentes Auto, exzellente Stopps“, funkte Vettel nach der Zieldurchfahrt und seinem insgesamt 11. GP-Sieg an sein Team: „Wir haben heute viel gelernt, behaltet das im Kopf.“ Später meinte er: „Ich bin sehr glücklich, denn es war ein Rennen ins Ungewisse, weil wir nicht wussten, was uns erwartet. Aber es hat alles gepasst.“ 

Es wurde aus Sicht von Red Bull eine Demonstration der Stärke: Nach seiner Gala-Vorstellung im Qualifying am Samstag dominierte Vettel auch das Rennen am Sonntag scheinbar nach Belieben und gewann am Ende mit 22,2 Sekunden Vorsprung auf den Briten Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes, der dennoch zufrieden war. „Wir können definitiv stolz darauf sein, was wir hier erreicht haben“, sagte der Weltmeister von 2008. 

 

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Sensationell Dritter wurde Renault-Pilot Witali Petrow im Renault. Der erste Russe in der Königsklasse, im vorigen Jahr beim Saisonfinale Vettels „Weltmeistermacher“, stand damit zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Siegerpodest - und hielt wie seinerzeit in Abu Dhabi Ferrari-Pilot Fernando Alonso hinter sich.

Vettels Teamkollege Mark Webber erlebte dagegen erneut ein enttäuschendes Heimspiel. Der Australier, der von Rang drei gestartet war, kam im Rennen nicht über Platz fünf hinaus - mit 38, 1 Sekunden Rückstand auf Vettel im gleichen, eigentlich deutlich überlegenen Auto. Immerhin stellte Webber damit seine bislang beste Platzierung down under ein, den fünften Platz aus seinem Debütrennen 2002 im Hinterbänkler-Auto von Minardi.

Force-India-Pilot Adrian Sutil rückte nachträglich noch von Rang elf auf Platz neun vor und bekam zwei WM-Punkte, da die beiden ursprünglich auf Platz sieben und acht gelandeten Sauber-Piloten Sergio Perez und Kamui Kobayashi wegen nicht regelkonformer Heckflügel aus der Wertung genommen wurden.

Ein Tag zum Vergessen war es für die übrigen vier deutschen Piloten. Das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg schied in den Runden 22 und 24 aus, Nick Heidfeld im Renault kam auf Rang 12 nicht in die Punkte. Timo Glock hatte seinen Virgin nach technischen Problemen zwischenzeitlich schon in die Box gesteuert, fuhr dann aber nach einer Reparaturpause mit mehreren Runden Rückstand dem Feld hinterher, um zumindest noch Kilometer zu sammeln.

Beim Start behauptete Vettel fast mühelos seine Pole Position und setzte sich gleich von Hamilton ab, der seinerseits Webbers Angriff abwehrte. Am Ende der ersten Runde hatte er bereits einen Vorsprung von 2,4 Sekunden, nach der zweiten schon mehr als drei Sekunden. Bis zu Vettels erstem Reifenwechsel in Runde 14 war Hamilton zwar bis auf 1,5 Sekunden herangekommen, seine zwei zusätzlichen Runden bis zu einem ersten Stopp in Runde 16 genügten ihm aber nicht, um vor Vettel zu bleiben, obwohl der von Button ein wenig aufgehalten worden war. Mit einem spektakulären Überholmanöver außen in einer Kurve hatte sich Vettel dann an dem Briten vorbeigequetscht. „Das war entscheidend dafür, dass ich vor Lewis geblieben bin“, sagte der Weltmeister.

Der Arbeitstag der Silberpfeile war innerhalb von drei Runden komplett beendet. Schumacher, den ein von einem Konkurrenten aufgeschlitzter Hinterreifen schon in der ersten Runde ans Ende des Feldes zurückgeworfen hatte, stellte seinen demolierten Mercedes nach dem dritten Stopp in Runde 22 in der Garage ab. Zwei Runden später wurde Rosberg unverschuldet von Rubens Barrichello von der Strecke gerempelt und schied aus. Von der später verhängten Durchfahrtstrafe für den Brasilianer hatte Rosberg daher nichts mehr. „Nicht vergessen, aber abhaken“, lautete Rosbergs Fazit. „Es äre auch ohne die Zwischenfälle an diesem Wochenende schwer geworden“, räumte Schumacher ein.

sid

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