Fußball-Bundesliga

Stressprogramm im Titelkampf: Endet mal die Bayern-Serie?

Tabellenführer
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Nach dem Sieg in Leverkusen löste Serienmeister FC Bayern die Werkself als Tabellenführer ab. Foto: Bernd Thissen/dpa-pool/dpa

Maximal 35 Spiele in 20 Wochen - vor allem der gejagte FC Bayern München steht vor einem pickepackevollen Programm im neuen Fußball-Jahr. Und die Jäger warten nur auf Ausrutscher.

Berlin (dpa) - Die Konkurrenz bringt sich vor den Stressmonaten der Fußball-Bundesliga auch verbal in Stellung. Seit 2013 heißt der deutsche Meister FC Bayern München, zum neunten Mal nacheinander und 31 Mal insgesamt will sich der Rekordchampion auch am Ende dieser Saison im Mai krönen.

Das aber wollen die Verfolger partout verhindern. Und sie üben schon vor dem Auftakt in die zweite Hälfte der Saison Druck aus. «Platz eins ist ein schöner Platz», sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes: «Ich bin wieder angriffslustig.»

Zwei Punkte haben die so oft als «Vizekusen» verschrienen Rheinländer Rückstand auf die Bayern nach dem 1:2 daheim vor Weihnachten im Topspiel gegen den Titelverteidiger. Platz eins war damit futsch. Sie hätten genug Selbstvertrauen, das wegzustecken, betonte Rolfes beim Sender «Sky». Los geht es für die Werkself am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt, einem Duell mit Torgarantie: Keine der bisher 70 Ligabegegnungen endete 0:0.

Deutlich weiter östlich von Leverkusen ist beim zweiten Top-Verfolger der Glaube an die eigene Stärke keineswegs kleiner. «Die letzte Saison war super. Unser Ziel ist es, es in der neuen Spielzeit noch besser zu machen», betonte RB Leipzigs Offensivmann Emil Forsberg. Der Sachsen-Club will seine Erfolgsbilanz gegen Aufsteiger (14 Siege, 3 Unentschieden) auch gegen die starken Rückkehrer VfB Stuttgart beim Jahresauftakt der Bundesliga am Samstag (20.30 Uhr/DAZN) fortsetzen .

Dritter war Leipzig am Ende der Spielzeit 2019/2020. Dritter ist die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs am ersten Wochenende des neuen Jahres. Nicht nur Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus meint: «Leipzig hat eine Mannschaft, die titelreif ist.»

Klar ist, es wird auch eine Frage des Durchhaltevermögens. Allein 21 Spieltage stehen bis Ende Mai an, das Bundesliga-Finale ist für den 22. Mai geplant, knapp drei Wochen vor Beginn der Europameisterschaft.

Bayern und Bayer müssen im Januar noch ihre Zweitrundenspiele im DFB-Pokal hinter sich bringen. Die Münchner sind zudem wie Leipzig in der Champions League weiter dabei. Sie treten im Februar allerdings auch noch bei der Club-WM an, steigen in Katar aber erst im Halbfinale ein. Maximal könnten auf die Abräumer der vergangenen Spielzeit mit Erfolgscoach Hansi-Flick 35 Spiele in 20 Wochen zukommen. Starten wollen sie in das kräftezehrende Programm am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) daheim gegen den schwer kriselnden FSV Mainz 05 freilich mit einem Sieg.

Fraglich ist, ob auch Bayerns bisheriger Erzrivale Borussia Dortmund sich noch mal so aufrappeln kann, dass der BVB zum ernsten Titelrivalen wird. Acht Punkte beträgt der Rückstand schon. Der neue Trainer Edin Terzic soll für den Aufschwung in der Liga sorgen, nachdem Lucien Favres Zeit bei den Borussen abgelaufen ist.

«In den vergangenen Wochen haben wir leider unsere Form verloren. Wir müssen daran arbeiten, dass einige Spieler in eine bessere Verfassung kommen», sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Die größten Hoffnungen dürften auf Torjäger Erling Haaland ruhen, der nach seiner Muskelverletzung am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den Tabellenvierten VfL Wolfsburg wieder zur Verfügung stehen soll.

© dpa-infocom, dpa:201230-99-852724/2

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