Burger-Kette

„Hans im Glück“ hat neue Eigentümer - „Backwerk“-Gründer steigt ein

Die Burgerkette „Hans im Glück“ steht vor einem Eigentümerwechsel. Die beliebte Burger-Kette steht offenbar kurz vor Verkauf - doch die Situation scheint kompliziert.

  • Hans im Glück“ - die größte Burger-Kette Deutschlands steht offenbar zum Verkauf.
  • Der Abschluss könne noch im Laufe der Woche erfolgen, teilte das Unternehmen am Dienstag (14. Januar 2020) mit.
  • Mitteilungen über finanzielle Engpässe dementierte der Eigentürmer Thomas Hirschberger in einer Mitteilung. 

Update vom 17. Januar 2020: Die Burgerkette „Hans im Glück“ hat neue Eigentümer. Der Gründer und bisherige Mehrheitseigner Thomas Hirschberger übergab seinen 90-Prozent-Anteil an neue Gesellschafter, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zum neuen Gesellschafterkreis gehören demnach unter anderem der bisherige Minderheitsgesellschafter GAB sowie die Gründer von Backwerk, Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer. Zum Kaufpreis und den genauen neuen Eigentumsverhältnissen wurde zunächst nichts bekannt.

Für Franchisenehmer, Mitarbeiter und Geschäftspartner sollen sich keine Veränderungen ergeben, wie es am Freitag hieß. Auch die Geschäftsführer Johannes Bühler und Jens Hallbauer bleiben demnach an Bord. Sie wollen den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. 

„Mit voraussichtlich 15 Neueröffnungen wird „Hans im Glück“ auch 2020 weiterwachsen“, sagte Hallbauer. „Weitere Standorte sind unter anderem in Basel, Trier und Halle geplant.“ Ob Gründer Hirschberger einzelne Restaurants weiter als Franchisenehmer betreiben wird, war nach Aussage eines Unternehmenssprechers zunächst noch offen.

„Hans im Glück“ steht zum Verkauf

Update vom 14. Januar 2020: Ein Sprecher Hirschbergers begründete den geplanten Verkauf am Dienstag damit, dass nach der Expansion und „einem weiteren Rekordjahr“ der richtige Zeitpunkt gekommen sei, das Unternehmen „in neue Hände zu geben“. Hirschberger dementierte der Mitteilung zufolge zudem Berichte über finanzielle Engpässe. „Hans im Glück“ sei ein „gesundes Unternehmen“. Zuvor hatte das Handelsblatt (s.u.) über den geplanten Verkauf berichtet.

Nach Angaben des Unternehmens stieg der Umsatz im vergangenen Jahr von 120 Millionen auf 147 Millionen Euro. Auch das operative Ergebnis sei positiv gewesen, hieß es. Details dazu nannte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage allerdings nicht. 

Potenzielle Käufer sind laut Hirschberger der bisherige Minderheitsgesellschafter Gerd Bühler sowie Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer, die 2001 die erste deutsche SB-Bäckerei „BackWerk“ gegründet haben. Sie seien „genau die Experten, um das Wachstum von ,Hans im Glück’ nachhaltig fortzusetzen.“

„Hans im Glück“ hat 81 Filialen, 26 davon werden vom Unternehmen selbst betrieben, weitere 55 von Franchisenehmern. Zu diesen gehört auch Hirschberger selbst. In einer eigenen Gesellschaft hält er vier Burgergrills in Singapur und fünf in München. Der Mitteilung zufolge ist für Singapur geplant, dass Hirschberger die Häuser weiterbetreibt, für München gebe es ähnliche Überlegungen. 

„Die Gründer werden weiterhin größter Franchise-Partner bleiben und im In- und Ausland einige Hans-im-Glück-Restaurants betreiben“, sagte Hirschbergers Sprecher. Dies gewährleiste Kontinuität und zeige Vertrauen in die Marke. Auch BackWerk ist mittlerweile ein Franchise-System mit Verkaufsstellen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Slowenien.

Beliebte Burger-Kette steht wohl kurz vor Verkauf - Finanzsituation könnte noch zum Problem werden

Erstmeldung vom 13. Januar 2020

München - Einst entwickelte sich das Franchise-Unternehmen „Hans im Glück“ mit seinen mittlerweile über 80 Restaurants schnell zur größten deutschen Burger-Kette. Doch nun soll sie offenbar verkauft werden.

„Hans im Glück“: Gründer des Franchise war bereits zuvor erfolgreich mit einer anderen Gastronomie-Kette

Eigentlich gab der Gründer Thomas Hirschberger alleine in Deutschland 300 bis 500 Filialen als Ziel aus, doch nun sollen ihn finanzielle Probleme zu einem frühzeitigen Verkauf zwingen, der am Ende wohl kaum noch Gewinn abwerfen dürfte. Das berichtet das Handelsblatt und beruft sich auf interne Papiere. Eine neue Situation für den Gründer, hatte er doch 2014 noch seine Kette Sausalitos erfolgreich an einen Finanzinvestor verkauft.

Video: Der deutsche Burger-Grill wollte grundsätzlich alles anders machen

Aktuell befinde sich die Franchise „Hans im Glück“ (HiG) dem Bericht zufolge bereits in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Verkauf. Interessenten sollen ein Anteilseigner des Unternehmens, sowie die beiden Gründer der Bäckereikette Backwerk, Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer sein. Das geht aus den internen Papieren hervor, die dem Handelsblatt vorliegen sollen. Der Anteilseigner soll der Unternehmer Gerd Bühler sein, der sein Vermögen vor allem durch seine Firma Cashlife gemacht hat und dessen Sohn langjähriger Geschäftsführer bei „Hans im Glück“ ist. Bühler soll sich bei seinem Einstieg bei der Franchise 2018 unter anderem ein Vorkaufsrecht für das gesamte Franchise einräumen haben lassen, welches er nun mit den beiden Backwerk-Gründern gebrauchen will.

Hirschberger selbst, plant nach dem Verkauf wieder alsGeschäftsführer in das Unternehmen zurückzukehren, doch scheint es zwischen ihm und dem Interessenten mittlerweile zum Zerwürfnis gekommen zu sein. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf einen internen Mailwechsel.  

„Hans im Glück“: Bei Verkauf bleibt wohl kaum Gewinn

Sollte es am Ende zu einem Verkauf kommen, würde Hirschberger wohl nicht mehr viel Gewinn bleiben. Interne Aufstellungen, auf die sich das Handelsblatt bezieht, würden einen Kaufpreis von etwa 26 Millionen Euro ansetzen. Von diesem Erlös müssten dann aber noch jeweils drei Geschäftsführern Millionenbeträge ausgezahlt werden. Zusätzlich könnten weitere Ausschüttungen an andere Franchise-Partner anstehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hans im Glück Ärger gehabt hat. So gab es einen langen Rechtsstreit mit dem Konkurrenz-Unternehmen „Peter Pane“.

Und schon zuvor mussten sich Besucher der Burger-Kette auf eine Änderung im Sortiment einstellen. Denn ein beliebtes Produkt gibt es dort nicht mehr. 

Derweil haben Münchner Wirte immer häufiger Probleme wegen Online-Buchungen.

sht

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Matthias Balk

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