Ohne Chemie

Pflanzendünger: Wie man ihn schnell und kostenlos selbst herstellen kann

Mit wenig Aufwand kann Pflanzendünger einfach selbst hergestellt werden. Alles, was es dazu braucht, findet sich im Haushalt.

Kassel - Ein schöner und gepflegter Garten oder Balkon ist das Ziel jedes Hobby-Gärtners. Doch damit die Pflanzen wachsen, blühen und gesund bleiben, brauchen sie neben Licht und Wasser auch Nährstoffe. Deshalb sollte man seine Pflanzen regelmäßig düngen. Bevor jedoch der teure Dünger aus Baumarkt oder Gartenzentrum zum Einsatz kommt, lieber mal in den eigenen vier Wänden nach nachhaltigeren, günstigeren und vor allem chemiefreien Alternativen suchen. Die sind meist nicht schwer zu finden.

Dünger für die Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon kann mit Küchenabfällen ganz einfach selbst hergestellt werden. Damit sparen sich Gärtner nicht nur den Weg zum Laden, sondern auch Geld. Damit aus Bioabfall Dünger wird, braucht es nicht unbedingt immer einen Komposthaufen. Es funktioniert auch mit Lebensmittelresten, die so ziemlich jeder zu Hause hat - und die normalerweise im Müll landen würden.

Pflanzen-Dünger ganz einfach selbst herstellen: Welche Pflanzen mit Kaffeesatz düngen?

Vor allem Kaffeesatz gilt als herausragender Dünger für Pflanzen an. Denn das, was nach dem Kochen von dem koffeinhaltigen Getränk übrig bleibt, enthält viel Stickstoff, Kalium und Phosphor, heißt es in einem Bericht von Ökotest*. Sie alle sind wichtige Nährstoffe für Zier- und Gemüsepflanzen. Hinzu kommt ein niedriger pH-Wert. Vor allem für Pflanzen, die einen sauren Boden mögen, eignet sich Kaffeesatz deshalb gut als Dünger. Das sind zum Beispiel Hortensien, Rhododendron, Zucchini oder Gurken.

Mit Kaffeesatz kann man einfach selbst Pflanzendünger herstellen.

Dünger aus Kaffeesatz ist im Nu hergestellt. Er muss einfach in einem Sieb oder auf einem Tablett getrocknet werden, damit er nicht plötzlich anfängt zu schimmeln und kann dann einfach um die Pflanze gestreut werden. Alles mit ein bisschen Blumenerde abdecken* und schon ist die Pflanze wieder mit Nährstoffen versorgt. Ein Gemisch aus Kaffeesatz und Wasser eignet sich zudem als Flüssigdünger. Er kann alle zwei Wochen zum Gießwasser dazugegeben werden.

Dünger für den Garten aus Küchenabfällen herstellen: Extra-Portion Kalk durch Eierschalen

Auch Eierschalen sollten nicht im Müll, sondern in den Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon landen. Zum Wegwerfen sind sie zu schade, denn sie bestehen fast ausschließlich aus Calciumcarbonat. Es hilft beim Stabilisieren des Boden-pH-Wertes, auch die Bodenstruktur wird mit Eierschalen verbessert. Vor allem in Gemüsebeeten mit kalkliebenden Sorten sind Eierschalen ein sinnvoller Dünger. Tomaten, Möhren und viele Staudengewächse mögen zum Beispiel die Extra-Portion Kalk. Aber auch Rosen, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Pfingstrosen, so Ökotest.

  • Diese Küchenabfälle eignen sich als natürlicher Dünger:
  • Kaffeesatz
  • Eierschalen
  • Zwiebelschalen
  • Bananenschalen

Der Dünger aus Eierschalen ist wie beim Kaffeesatz sehr einfach herzustellen. Dafür die Schalen fein zerreiben, zum Beispiel mit einem Mörser und in die Pflanzen geben. Der Staub kann auch ins Gießwasser. Nach etwa einem Tag hat sich das Pulver gelöst und die Erde kann damit gegossen werden.

Garten und Balkon: Wie macht man Dünger selber und woraus?

Aus Zwiebelschalen entsteht ebenfalls ein natürlicher Dünger für den Garten. Dazu die Schalen mit heißem Wasser übergießen und ebenfalls ziehen lassen - hier reicht etwa eine halbe Stunde. Abgekühlt ist der Flüssigdünger direkt einsatzbereit.

Auch Bananenschalen als Dünger gelten als wahre Geheimwaffe. Sie sind eine tolle Quelle für Kalium und Magnesium, haben jedoch einen geringen Stickstoffgehalt. Hier gilt es also auch noch mit anderem Dünger zu arbeiten. Außerdem sollten Pflanzenliebhaber darauf achten, dass nur biologisch angebaute Bananen genutzt werden. Konventionelle sind oft mit Pestiziden belastet. Die Pflanzen auf dem Balkon* oder im Garten können auch aus einem Mix der genannten Küchenabfälle gedüngt werden. Dazu einfach alles in einen Mixer geben und anschließend um die Pflanze verteilen.

Weitere interessante und nützliche Verbraucher-News* finden Sie auf unserer Themenseite.

Natürlicher Dünger aus Küchenabfällen: So erkennen Gärtner Nährstoffmangel

Anders als bei einem Dünger aus dem Fachhandel kann der Nährstoffgehalt bei selbst hergestelltem Dünger aus Küchenabfällen nicht genau bestimmt werden. Vor einer Überdüngung braucht man aber generell keine Angst zu haben. „Manchmal macht es Sinn, zusätzlich zum Dünger aus Kaffeesatz oder Eierschalen noch einen organischen Langzeitdünger zu verwenden“, schreibt Ökotest weiter. Diese Dosis kann dann jedoch halbiert werden.

Wann die Pflanze Dünger benötigt, merken aufmerksame Gärtner an ihrem Aussehen. Wächst die Pflanze nur schlecht oder hat nur wenig Blüten, kann es ein Anzeichen für Nährstoffmangel sein. Auch eingerollte und verfärbte Blätter oder Triebe, die lila verfärbt sind, weisen laut den Experten daraufhin. Um das zu Verhindern, gilt es Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon zwischen März und Oktober alle 14 Tage zu düngen. (svw) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Petra Nowack/Imago

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