Afghanistan: Zehn Zivilisten getötet

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Die Leichen der bei einem Luftangriff in Kandahar getöteten Kinder.

Kabul - Im Afghanistan-Konflikt sind am Mittwoch mindestens zehn Zivilisten ums Leben gekommen.

Wie Augenzeugen berichteten, wurden in der südlichen Unruheprovinz Kandahar vier Dorfbewohner bei einem mutmaßlichen Luftangriff der internationalen Truppen getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, als deren Haus von einem Kampfhubschrauber beschossen wurde, hieß es. Die NATO-geführte Schutztruppe ISAF wies die Vorwürfe zurück und teilte mit, die Hubschrauberbesatzung habe in “offenem Gelände“ vier schwer bewaffnete Aufständische identifiziert und getötet.

In der Provinz Nangarhar im Osten des Landes starben unterdessen sechs Insassen eines Autos, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte. Nach Regierungsangaben sind unter den Toten zwei Stammesälteste. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Die Region gilt jedoch als Hochburg der radikal-islamischen Taliban.

Zivile Opfer im Kampf gegen Aufständische sorgen immer wieder für massiven Unmut in der afghanischen Bevölkerung. Auch Präsident Hamid Karsai, der sich am 20. August zur Wiederwahl stellt, hat die internationalen Truppen mehrfach zu Zurückhaltung aufgerufen. Nach UN-Angaben wurden im ersten Halbjahr 2009 mehr als 1000 Zivilisten in Afghanistan getötet, etwa ein Drittel davon bei Militäraktionen. Um Opfer in der Zivilbevölkerung möglichst zu vermeiden, hatte der neue Kommandeur der internationalen Truppen in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, Anfang Juli Luftangriffe einschränken lassen.

dpa

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