„April, April! Der weiß nicht, was er will“

Wetterextreme: Wieso das April-Wetter so wechselhaft sein kann

  • Ben Voß
    vonBen Voß
    schließen

Der April ist ein wetterwendischer Monat, in dem sommerliche Temperaturen ebenso wie ein später Wintereinbruch mit eisiger Kälte möglich sind. Aber wieso ist das so? Wir erklären Ihnen das Wetterphänomen April.

München - Das Wetter in Deutschland ist im April wohl am spannendsten für Meteorologen und Wetter-Begeisterte. Der Grund dafür sind die Wetterextreme durch die Umstellung des Wetters von Winter auf Sommer, dessen Ursache am Sonnenstand fest zu machen ist.

Manchmal heftig ausfallende Reaktionen und Temperaturunterschiede zeigen sich dadurch, dass sich Landmassen stärker aufheizen als die noch kalten Meeresflächen. Außerdem bewirkt der höhere Sonnenstand stärkere Turbulenzen innerhalb des Polarwirbels, welcher im April seinem winterlichen Finale entgegen geht. Es wird daher auch als „Final Warming“ bezeichnet.

Die Vegetation im April

Schon Ende März liegt der Durchschnittswert der Temperaturen über 5 Grad, was für die Vegetation entscheidend ist, denn erst ab der Fünf-Grad-Marke legt diese richtig los, sehr zum Leidwesen mancher Allergiker. Es zeigt aber auch, dass der Frühling im April nun so langsam Einzug hält.

Eine Blume bei sommerlichen Wetter im April. (Symbolbild)

Das April-Wetter im Check: Extremwerte zwischen -14 und 33 Grad

Ab Mitte April sind mit dem Erreichen der 25-Grad-Marke erste Sommertage möglich, jedoch wurde an manchen Messstationen entlang der Ostsee und in höheren Lagen noch nie ein Sommertag verzeichnet. Der deutsche Höchstwert wurde am 28. April 2012 mit 32,9 Grad in Bad Mergentheim und in Kitzingen (Main) verzeichnet. Der kälteste Wert wurde am 5. April 1929 in Cottbus verzeichnet, ein Eistag mit -14,2 Grad.

Wetter: Sonnenstunden und Niederschlag im April

Im Jahr 2020 gab es den Rekord an Sonnenstunden. Nie zuvor in einem April, schien die Sonne so häufig wie im April 2020. Im Saarland entsprachen die gesamten gemessenen Sonnenstunden in etwa 10 Stunden am Tag.

Auch wenn mit Schnee im April immer zu rechnen ist, wird eine geschlossene Schneedecke immer seltener. Der meiste Niederschlag wurde erwartungsgemäß auf der Zugspitze mit 553 l/m2 registriert. Der durchschnittliche Niederschlag liegt bei 58 l/m2. Im Jahr 2007 gab es in einigen Regionen am Rhein gar keinen Niederschlag.

Dritttrockenster April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (29.04.2020)

„Arctic Outbreak“: Das extreme Wetter-Ereignis im April

Der sogenannte „Arctic Outbreak“ ist der instabile Polarwirbel, in dem arktische Luftmassen nach Süden strömen. Hier können Schneefälle, schwere Sturmböen und zum Beispiel Graupelgewitter entstehen.

Im Jahr 2021 zeigt sich der April von seiner eisigen Seite: Ein Meteorologe erklärt die Schneemassen und den unangenehmen Wind.

Auffälligkeiten beim Wetter-Vergleich des Jahres 2020 mit anderen Jahren im April 

Der Blick auf die letzten 20 Jahre zeigt: Die Temperaturen waren in 80 Prozent der Fälle zu warm und in 20 Prozent der Fälle mit -0,5 bis +0,5 normal. In keinem der Fälle war es übrigens zu kalt. Das zeigt ziemlich deutlich - zieht man nur die letzten 20 Jahre heran - es ist zu warm. Hinzu kommt, dass der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 2018 mit einer Abweichung von +5 Grad registriert wurde. Der bisher kälteste April liegt über hundert Jahre zurück, im Jahr 1917 mit -3 Grad Abweichung.

Rubriklistenbild: © Ben Voß

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare