Rückschlag am Golf von Mexiko

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Die Öl-Absaugvorrichtung im Golf von Mexiko läuft wieder.

Atlanta - Der Absaugtrichter über dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko arbeitet nach einem zwischenzeitlichen Ausfall wieder - allerdings nicht mit voller Leistung.

Der BP-Konzern hat im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko einen weiteren Rückschlag erlitten. Ein Unterseeroboter stieß an die Absaugvorrichtung über dem lecken Bohrloch, die daraufhin entfernt werden musste. Stunden später arbeitete die Anlage wieder, allerdings wurde die volle Kapazität noch nicht wieder erreicht. BP-Krisenmanager Bob Dudley erklärte, die Entfernung des Trichter sei der richtige Schritt gewesen. “Das ist ein Rückschlag, und jetzt arbeiten wir weiter und zeigen, wie diese Technologie funktionieren kann“, sagte Dudley. Ein Mitarbeiter an Bord des Schiffes, in das das Öl gepumpt wird, sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei gelungen, die Absaugvorrichtung wieder über der defekten Steigleitung anzubringen, aus der in den vergangenen neun Wochen viele Millionen Liter Öl ins Meer liefen.

Nach Angaben der US-Küstenwache musste der BP die Absaugvorrichtung entfernen, weil sie nach dem Unfall Gefahr lief zu vereisen. Thad Allen, Admiral der Küstenwache, sagte, zuvor sei die Versorgung der Anlage mit Warmwasser wegen aufsteigenden Gases ausgefallen. Durch den Trichter konnten zuletzt 2,6 Millionen der bis zu zehn Millionen Liter Öl abgesaugt werden, die insgesamt am Tag austreten. Der Mitarbeiter auf dem Schiff, der nicht genannt werden wollte, sagte, es werde einige Zeit dauern, bis die Anlage wieder mit voller Kapazität arbeite. Um die Unglücksstelle 80 Kilometer vor der Küste des US-Staates Louisiana liegen zahlreiche Schiffe vor Anker, die an den Rettungsarbeiten beteiligt sind. Unter Wasser sind mindestens zwölf Unterseeroboter im Einsatz, die jeder von drei Technikern gesteuert werden. Während der seit neun Wochen andauernden Arbeiten im Golf kam es erst zwei Mal zu Pannen mit den Robotern, wie Allen erklärte.

Großbritannien hält an Tiefseebohrungen fest

Großbritannien will nach Angaben von Energieminister Chris Huhne weiterhin vor der schottischen Küste nach Öl bohren. Huhne erklärte am Donnerstag auf einer Ölkonferenz in London, die britischen Vorschriften seien ausreichend, um die Risiken bei Tiefseebohrungen zu handhaben. In den britischen Ölfeldern der Nordsee würden noch 20 Milliarden Barrel Öl vermutet. Huhne räumte ein, dass die Ausbeutung der Felder immer schwieriger und teurer werde.

dapd

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