Tel Aviv feiert riesige Schwulenparade

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Schrille Outfits der Drag Queens sowie jede Menge Fantasiekostüme und glitzernde Körper verwandelten die weiße Stadt Tel Aviv in ein Festival der Farben.

Tel Aviv - Tausende Schwule, Lesben, Bisexuelle sowie Schaulustige zogen friedlich durch die Innenstadt der israelischen Metropole Tel Aviv. Begleitet wurde die Parade von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften.

Flaggen in Regenbogenfarben, schrille Outfits der Drag Queens sowie jede Menge Fantasiekostüme und glitzernde Körper verwandelten die weiße Stadt, wie Tel Aviv wegen seiner vielen Häuser im Bauhaus-Stil genannt wird, in ein Festival der Farben.

“Ich träume davon, dass ich auch in Israel heiraten kann und dass wir von der Gesellschaft anerkannt werden“, sagte die 34 Jahre alte Zehorit Sorek. “Wir haben ein Problem, weil wir eine lesbische und eine religiöse Identität haben. Wir möchten Teil beider Gruppen sein. Wir sind stolz, lesbisch und religiös zu sein.“

Hunderte Polizisten und Sicherheitskräfte waren nach Angaben von Polizeisprecher Mickey Rosenfeld im Einsatz. Es habe keinerlei Warnungen gegeben, dass streng Gläubige die Parade stören wollten.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer zu Beginn der Parade der beiden Jugendlichen, die im vergangenen August beim Anschlag auf ein von Schwulen und Lesben besuchtes Zentrum getötet wurden.

“In diesem Jahr ist die Herausforderung für uns gewaltig. Einerseits müssen wir eine klare Botschaft an den Mörder senden, dass wir uns nicht verstecken und erhobenen Hauptes durch die Stadt marschieren, andererseits müssen wir dieser Hass-Tat gedenken, die uns am 1. August 2009 traf“, sagte Janiv Weizman, der für die Schwulen-Szene zuständige Berater von Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai.

Nach Angaben eines israelischen Homosexuellen-Verbandes sind etwa ein Viertel der 400 000 Einwohner von Tel Aviv Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender (Menschen, die sich mit der zugewiesenen Geschlechtsrolle nicht wohlfühlen). Die Tourismusbranche wirbt mit dem Slogan “Gay Capital“ (Schwulenhauptstadt) für die Mittelmeermetropole.

In Israel gilt als einzigem Land im Nahen Osten seit 2001 ein Antidiskriminierungsgesetz. Homosexuelle Paare, die im Ausland geheiratet haben, können beispielsweise ihre Ehe registrieren und anerkennen lassen. Anders als in dem weitgehend toleranten Tel Aviv treffen gleichgeschlechtliche Paare in anderen Landesteilen wie beispielsweise in Jerusalem oft auf Vorbehalte und Ablehnung.

dpa

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