Biokraftstoff E10 – darauf sollten Sie achten

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Nicht alle Fahrzeuge vertragen E10. Schon eine Volltankung mit dem Treibstoff leitet bei manchen Modellen einen Korrosionsprozess am Motor ein.

E10 ist seit seiner Einführung vor knapp zwei Jahren umstritten: Umweltverbände warnen davor, Lebensmittel als Treibstoff zu verschwenden. Autofahrer befürchten vor allem Schäden an Motor und Leitungen. Ob ihre Ängste berechtigt sind, lesen Sie hier.

E10 – erhoffte Vorteile

Im Januar 2010 führte Deutschland nach einem Beschluss der Europäischen Union (EU) den Biokraftstoff E10 ein. Die Abkürzung „E10“ bedeutet, dass das Benzin einen Anteil von bis zu 10 Prozent Bioethanol enthalten darf. Die EU betonte vor allem zwei Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Kraftstoff E5:

  • E10 verbessert die Ökobilanz: Das pflanzliche Ethanol wird durch alkoholische Gärung aus Pflanzen wie Mais, Weizen und Zuckerrüben gewonnen. Verbrennt es, wird nur das CO2 freigesetzt, das die Pflanzen vorher aus der Luft gebunden haben.
  • Die nachwachsenden Energiequellen schonen die Erdölreserven, die begrenzt vorrätig sind.

Nach zwei Jahren bezweifelt auch die Europäische Union den Erfolg von E10. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass die Nutzung von Biokraftstoff das Klima stärker belastet als bisher angenommen. Laut aktuellen Meldungen will die EU in den kommenden Wochen ein neues Gesetz verabschieden, das die Nutzung von Biokraftstoffen beschränkt.

Umweltverbände warnen seit der Einführung von E10 davor, dass der großflächige Anbau von Energiepflanzen auf Kosten der Ernährung von Menschen in ärmeren Regionen der Welt geht.

E10 – nicht für alle Fahrzeuge geeignet

Von Anfang an waren die deutschen Autofahrer skeptisch, wenn es um das Tanken von E10 ging. Sie befürchteten vor allem, dass der Motor und die Dichtungen der Benzinleitungen durch das Bioethanol beschädigt werden könnten. Tatsächlich sind nicht alle Fahrzeuge E10-tauglich. Der höhere Anteil von Ethanol in E10 kann laut ADAC Motorbauteile aus Aluminium und Schlauchverbindungen aus Kunststoff angreifen. Eine erhöhte Explosionsgefahr durch die Entstehung undichter Stellen ist jedoch unwahrscheinlich, gibt der ADAC Entwarnung.

Auch wenn E10 nicht mehr so günstig ist wie kurz nach seiner Einführung, kostet es immer noch weniger als E5-Treibstoff. Ob Ihr Auto E10 verträgt, erfahren Sie bei Ihrem Autohändler, in der Vertragswerkstatt oder beim Autohersteller. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat eine Übersicht der Fahrzeuge veröffentlicht, die E10-fähig sind. Die E10-Liste bei Autoscout24.de können Sie einfach herunterladen oder ausdrucken.

Tipps für Zweiradfahrer und Besitzer von Re-Import-Fahrzeugen:

  • Bei Re-Import-Modellen sollten Sie genauer hinsehen, ob sie E10 vertragen. Wenn Sie Zweifel haben, erkundigen Sie sich beim Hersteller des Fahrzeugs.
  • Als Besitzer von einem Motorrad oder Roller sollten Sie herausfinden, ob Sie mit Ihrem Modell E10 tanken können. Der ADAC gibt auf seinen Seiten im Internet darüber Auskunft.
  • Bewahren Sie Ruhe bei einer Fehlbetankung. Wenn Sie aus Versehen E10 getankt haben, starten Sie den Motor nicht, damit der Treibstoff nicht in die Leitungen gelangt. Sie brauchen nur den Tank leer zu pumpen und können ihn danach mit dem passenden Benzin befüllen. Merken Sie Ihren Irrtum erst nach dem Losfahren, suchen Sie gleich eine Autowerkstatt auf, um den Motor zu überprüfen.

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