„Vollbremsung des Tourismus“

Coronavirus: Verschärfungen für Reiserückkehrer in Deutschland sorgen für Wirbel auf Mallorca - „Schwerer Schlag“

Corona-Warnschilder an einem Strand.
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Auf der spanischen Insel Mallorca sind die Sorgen aufgrund des Coronavirus groß. (Symbolfoto)

In Deutschland soll die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten verschärft werden. Auf Mallorca führt das zu großen Sorgen hinsichtlich des Tourismus.

  • Die spanische Insel Mallorca leidet unter Reisewarnungen bedingt durch das Coronavirus*.
  • Die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll in Deutschland verschärft werden.
  • Spanien wurde als Risikogebiet eingestuft.

München/Mallorca - Reisen in Zeiten der Coronavirus*-Pandemie ist eines der Themen, das immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt und Fragen über Fragen aufwirft. Aufgrund von Reisewarnungen und einer anschließenden Quarantäne-Pflicht verzichteten viele Menschen in den vergangenen Monaten auf ihren Urlaub - zum Leidwesen der Reisebranche. Auf Mallorca blickt man mit Sorge auf die kommenden Monate. Grund dafür sind nicht nur steigende Fallzahlen und die zweite Corona-Welle*, in der sich Spanien befindet, sondern auch die Vorhaben der deutschen Bundesregierung.

Coronavirus in Spanien: Urlaub in Risikogebieten führt künftig zu Quarantäne-Pflicht und indirekten Strafen

Ab Mitte Oktober will die Bundesregierung die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten verschärfen. Demnach soll der Corona-Test frühestens fünf Tage nach der Rückkehr durchgeführt werden. Zuvor sind Reiserückkehrer dazu verpflichtet, sich fünf Tage lang ausschließlich in ihren eigenen vier Wänden aufzuhalten.

Auch ein Corona-Gesetz, das die Lohnfortzahlung für Reisende regelt, könnte bald Realität sein. Demnach könnte die Lohnfortzahlung für Reiserückkehrer, die in Quarantäne müssen, unter bestimmten Umständen eingeschränkt werden. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz, die Ende August unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) stattgefunden hatte, wurde beschlossen, dass man für die Zukunft anstrebe, Einkommensausfälle nicht mehr zu entschädigen, wenn die Quarantäne aufgrund einer vermeidbaren Reise in ein Risikogebiet erforderlich wird.

Coronavirus: „Vollbremsung des Tourismus“ - Entwicklungen in Deutschland sorgen für Wirbel auf Mallorca

Die Entwicklungen lösen auf Mallorca indes große Sorgen aus, wie das „Mallorca Magazin“ berichtet. Spanien wurde als Risikogebiet eingestuft. Als „eine Vollbremsung des Tourismus“, bezeichnete Frank Bechstein, deutscher Playa-Hotelier, die Vorhaben. „Menschen mit normalen Anstellungsverhältnissen werden jetzt nicht mehr Mallorca buchen, wenn sie dafür eine zusätzliche Urlaubswoche für Quarantäne einplanen müssen“, sagte Bechstein.

Harald Strombeck, ebenfalls Hotelier auf Mallorca, sieht die Maßnahmen als „Warnschuss“ der Regierung an die Bürger. „Wenn die Lohnfortzahlung wegfällt, wird niemand mehr buchen, allerhöchstens noch Rentner“, sagte er zudem. Von einem „schweren Schlag“ gegen Auslandsreisen sprach indes Lutz Minkner, Immobilien-Unternehmer. Deutschland wollte die Urlauber im eigenen Land behalten, vermutet er.

Coronavirus auf Mallorca: Tourismus nicht für Anstieg der Fallzahlen verantwortlich

Wie das spanische Magazin weiter berichtet, hatte die Regional-Regierung von Mallorca und den Nachbarinseln am Sonntag (4. Oktober) für die vergangenen 24 Stunden 103 neue Corona-Infektionen* gemeldet. Am Vortag waren es 110 Corona-Fälle gewesen.

„Viele Leute denken, dass wir wegen des Tourismus dort stehen, wo wir heute stehen, aber ich habe keinerlei Daten, die dies belegen. Es hat nicht einen einzigen Ausbruch gegeben, der durch einen internationalen Touristen verursacht wurde“, sagte Javier Arranz gegenüber dem Magazin „Ultima Hora“ in Bezug auf Mallorca und machte so deutlich, dass nicht der Tourismus für das Ansteigen der Fallzahlen auf Mallorca verantwortlich sei. Arranz ist Sprecher des Ausschusses für Infektionskrankheiten auf Mallorca und den Nachbarinseln.

In ganz Spanien stiegen die Zahlen zuletzt rasant in die Höhe. Der spanische und europäische Corona-Hotspot Madrid wurde am Freitagabend (2. Oktober) zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Die Region Madrid verzeichnete zuletzt (Stand: 2. Oktober) eine 7-Tage-Inzidenz* von 234. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese Zahl zuletzt bei knapp 15.

Indes überraschte SPD-Politiker Lauterbach mit einer Corona-Prognose für Deutschland. *Merkur. de ist Teil des bundesweiten Ippen-Netzwerks (mbr)

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