Coronavirus in den USA

„Alles, was er sagt, ist falsch“ - Chef der Gesundheitsbehörde alarmiert über Trump-Berater

US-Präsident Donald Trump spricht auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
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US-Präsident Donald Trump

In den USA breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Die Zahl der Todesopfer ist in den Vereinigten Staaten am höchsten. Hat das Land die Corona-Pandemie je unter Kontrolle gebracht? Ein Experte warnt.

  • Das Coronavirus hat in den USA bisher mehr als 200.000 Todesopfer gefordert.
  • US-Präsident Donald Trump scheint seit Beginn der Pandemie keinen Plan zu haben. Allerdings möchte Trump noch vor der Wahl am 3. November einen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt bringen.
  • Der renommierte Immunologe Anthony Fauci und der Chef der US-Gesundheitsbehörde Robert Redfield widersprechen Trump.
  • Hier finden Sie die Corona-News aus Deutschland

New York - Fast eine Million Menschen starben im Zusammenhang mit Corona*. In den USA sind es mehr als 200.000 Todesopfer. Täglich registrieren die Gesundheitsbehörden derzeit offiziell fast 50.000 Neuinfektionen und fast 1000 Todesopfer. Die New Yorker Behörden meldeten am Sonntag (Ortszeit) eine „alarmierende“ Corona-Ansteckungsrate in einigen Vierteln der US-Metropole, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. In sechs Vierteln im Stadtteil Brooklyn sowie in zwei weiteren in Queens sei die Ansteckungsrate zuletzt angestiegen. Besondere Sorgen bereitet den Behörden die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Vierteln mit jüdisch-orthodoxer Bevölkerung. Die Zunahme der Ansteckungen dort fiel mit den jüdischen Feiertagen zusammen, die am Montag mit Jom Kippur ihren Höhepunkt erreichten.

Für Donald Trump ist das Coronavirus bald Geschichte. Je höher die Infektionszahlen, umso optimistischer gibt sich der US-Präsident. Angeblich mit Absicht, wie ein Audio-Mitschnitt aus dem Frühjahr beweisen soll. Angesichts der dramatischen Corona-Krise in den USA fatal.

Coronavirus: US-Immunologe warnt eindringlich vor dem Winter

US-Immunologe Anthony Fauci warnt angesichts der aktuellen Covid-19-Situation. Die USA sei „nicht in einer guten Lage“, sagte Fauci in einem Gespräch in der Radioshow Good Morning America von US-Sender ABC, wie BBC berichtet. Wenn wir uns dem Winter nähern und das Wetter in den USA kälter wird, sollte die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung so gering, wie möglich sein, mahnt Fauci. Es gäbe seiner Meinung nach zwar Teile des Landes, denen es gut gehe. Aber, es gibt Staaten, in denen ein Anstieg der Fallzahlen - in einigen sogar die Zunahme der Krankenhausaufenthalte. Schnell könnten hier die Zahl der Todesfälle wieder zu nehmen.

Anfang September hatte Fauci eine Prognose zum Ende der Corona-Pandemie in den USA abgegeben. Selbst wenn es in wenigen Monaten eine Corona-Impfung gegen sollte, erwarte er erst Ende 2021 eine Rückkehr zu normalen Lebensumständen. Das sagte Fauci in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. Dann wäre diese Rückkehr auch eher schrittweise. Trump* erklärte zu diesem Zeitpunkt, dass die USA dabei seien, die Corona-Krise hinter sich zu lassen.

Bedrohung der Pandemie ist noch lange nicht zu Ende - Gesundheitsexperte widerspricht Trump

„Wir sind noch lange nicht am Ende“, diese düstere Einschätzung der Corona-Pandemie gab auch der Direktor der US-Gesundheitsbehörden Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ab. CDC-Chef Robert Redfield widersprach mit diesen Worten dem The Guardian zufolge US-Präsident Donald Trump. Redfield wurde demnach schon zuvor wegen seiner finsteren Prognose von Trump getadelt. Redfield ist offenbar besorgt darüber, dass ein Mitglied der Coronavirus-Task Force dem US-Präsidenten zudem falsche Informationen zukommen lässt.

Alles, was er sagt, ist falsch“, sagte Redfield demnach am Freitag in einem Telefongespräch in einem Flugzeug von Atlanta nach Washington, berichtete NBC. Das Mitglied der Coronavirus wurde laut NBC-Angaben im August ins Weiße Haus aufgenommen.

Das Land sei noch lange nicht über dem Berg, wei Trump behauptet. Anfang des Monats hatte der Chef der US-Gesundheitsbehörden Trumps Zeitplan zum Impfstoff widersprochen, als er unter Eid vor dem Senat aussagte. Trump reagierte auf Redfields Aussage sofort öffentlich: „Ich glaube, er war verwirrt, als er das sagte.“ Dem Sender ABC sagte er: „Ich will nicht, dass die Menschen in Panik verfallen.“ Und fügte hinzu: „Aber mit einer Impfung, denke ich, wird es sehr schnell verschwinden.“ Der US-Präsident kritisierte Redfield auch dafür, dass er sagte, das Tragen einer Maske könne genauso wirksam sein wie ein Impfstoff. Der CDC-Direktor machte gegenüber den Sender NBC seinen Standpunkt erneut deutlich: „Wenn jeder von uns das täte, wäre diese Pandemie in acht bis zwölf Wochen vorbei.“ (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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