Infizierte Rückkehrer

Corona in Kroatien: Böses Erwachen nach Abi-Fahrt für deutsche Schüler - „Fall zeigt Risiko von Partys und Reisen“

Die Deutschen lieben das Reiseziel Kroatien auch in der Corona-Pandemie. Eine deutsche Abi-Klasse war da keine Ausnahme. Bei ihrer Rückkehr dann das böse Erwachen.

  • Eine deutsche Abitur-Klasse ist zum Feiern ihres Schulabschlusses nach Kroatien gereist.
  • Schon auf der Heimreise zeigten Schüler Symptome einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus.
  • Die Abi-Fahrt war deutschlandweit organisiert - in mehreren Bundesländern gibt es nun infizierte Rückkehrer.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland.

Update vom 11. August, 16.50 Uhr: Die Corona-Neuinfektionen in Kroatien steigen. Nachbar Slowenien reagiert in der Covid-19-Pandemie, es gibt Folgen für deutsche Urlauber.

Update vom 8. August, 10.29 Uhr: Nach einer Abi-Fahrt nach Kroatien sind statt neun inzwischen zehn Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus Baden-Württemberg bestätigt worden. „Alle befinden sich aktuell in häuslicher Isolation“, teilte eine Sprecherin des Göppinger Landratsamtes mit. Die meisten Infizierten hätten grippeähnliche Symptome, respiratorische Symptome wie Atemnot und Geschmacksstörungen. Die Abi-Fahrt auf die kroatische Insel Pag war bundesweit von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter organisiert worden.

Corona in Kroatien: Böses Erwachen für deutsche Schüler nach Abi-Fahrt

Ursprungsmeldung vom 7. August: Göppingen - Kroatien gehört zu den beliebtesten Urlaubsländern von Touristen - auch oder gerade der Deutschen. Laut der Kroatischen Zentrale für Tourismus kommen aktuell etwa 190.000 aus Deutschland. Zum dahin gereisten „Party-Volk" gehörte nun auch eine Abi-Klasse aus Baden-Württemberg - inzwischen sind mehrere Schüler positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden.

Kroatien-Reise trotz Corona: Party-Veranstalter organisierte bundesweit Fahrten

Bereits neun Reisende aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen hätten sich infiziert, teilte das Göppinger Landratsamt diese Woche mit. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Die Reise sei bundesweit organisiert worden von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter. Nach bisherigem Kenntnisstand gebe es auch in anderen Landkreisen und Bundesländern infizierte Teilnehmer.

Eine deutsche Abi-Klasse ist nach Kroatien gefahren und hat sich dort offenbar mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt (Symbolbild).

Kroatien-Abi-Fahrt trotz Corona: „Dieser Fall zeigt deutlich das Risiko von Reisen und Partys“

Bei den erkrankten Abiturienten aus dem Kreis Göppingen seien bereits während der Heimreise erste Symptome* aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer der Abi-Fahrt und 50 Kontaktpersonen stehen nun für zwei Wochen unter Quarantäne. Auch auf Twitter erregte der Vorfall Aufmerksamkeit, ein User kommentierte zum Beispiel: „‘Spring Break & Co.‘ in #Kroatien wird schon seit Jahren als Highlight nicht nur von #Abi-Fahrten angesehen. Das ist nicht neu. Neu ist halt die Gefahr durch #Corona.“ Das brachte zuletzt einen Corona-Experten auf die Barrikaden, als er dem „Party-Volk“, das aktuell in das Land reise, den „Menschenverstand“ absprach.

Der Leiter des Göppinger Gesundheitsamts, Heinz Pöhler, betonte, dass momentan vermehrt Corona-Erkrankungen bei Reiserückkehrern aus den Balkan-Ländern nachgewiesen werden. „Dieser Fall zeigt deutlich das Risiko von Reisen und Partys während einer Pandemie und wie schnell das Virus innerhalb einer Gruppe um sich greifen kann.“

In Kroatien mit seinen etwa 4,2 Millionen Einwohnern haben sich offiziellen Angaben zufolge bislang knapp 5.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 140 Menschen starben an den Folgen ihrer Infektion.

Zuletzt hatte das Auswärtige Amt gewarnt, das Covid-19-Infektionsaufkommen nehme in Kroatien „zuletzt stark zu“ und habe „Werte erreicht, die im Durchschnitt über denen des Frühjahrs liegen.“ Die Kroatische Zentrale für Tourismus erklärte gegenüber *Merkur.de daraufhin, dass die Corona-Pandemie im Land „unter Kontrolle“ sei. Die Deutschland sind sich die Länderchefs unterdessen uneins bei einer Linie für private Feiern in der Pandemie. (frs/dpa) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Denis Lovrovic/AFP

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare