Keine formelle Reisewarnung für Mexiko

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Am Flughafen in Singapur werden sogar Temperaturmessungen bei den Passagieren vorgenommen. Ob es in Frankfurt so weit kommt, ist fraglich.

Frankfurt (dpa/AP/hwi) - Soll man derzeit tatsächlich in die USA oder nach Mexiko reisen? Eine eindeutige Antwort gibt es bislang nicht: Die Europäische Union riet von Reisen in die betroffenen Regionen ab.

„Die Menschen sollten Reisen nach Mexiko oder in die USA absagen, sofern sie nicht sehr dringlich sind“, sagte Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou. Auch das Auswärtige Amt rät von „nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mexiko derzeit“ ab. Eine formelle Reisewarnung ist dies aber noch nicht, wie ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Für Fragen hat die TUI eine Service-Hotline geschaltet: 0511/5 67 80 00.

Ein generelles Recht auf kostenlose Stornierung und Umbuchung bestehe nicht, solange das Auswärtige Amt keine solche Reisewarnung ausspreche, erklärte ein Sprecher des Deutschen Reiseverbands. Dagegen sagte die Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, Eva Klaar, Mexiko-Urlauber könnten die Reise „unter Berufung auf höhere Gewalt stornieren oder gebührenfrei umbuchen“.Höherere Gewalt sei gegeben, wenn der Urlaub erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt wäre und dies zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht abzusehen war, so Klaar. Der größte deutsche Reiseveranstalter TUI hat Reisen nach Mexiko-Stadt bis einschließlich 4. Mai gestoppt. Nicht davon betroffen ist die Urlaubsregion Cancun.

Auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen, wo sich im Schnitt täglich 140 000 Passagiere kreuzen, herrscht erhöhte Aufmerksamkeit. Mediziner sind in Alarmbereitschaft, Informations-Blätter werden verteilt und Crews haben ihr Passagiere in Maschinen aus Schweinegrippe-Ländern genauer im Blick.

Gerade bei der Schweinegrippe ist es nach den Worten von Rene Gottschalk, stellvertretender Leiter des für den Flughafen zuständigen Gesundheitsamts Frankfurt, aber besonders schwierig, einen Infizierten zwischen all den Reisenden auszumachen. Die Infizierten sind ansteckend, bevor die Krankheit bei ihnen überhaupt ausgebrochen ist: „Die kann niemand finden.“Selbst nach Ausbruch der Krankheit nähmen die meisten dann für den Flug Tabletten wie Aspirin, die typischeGrippe- Symptome wie Fieber und Schnupfen unterdrückten - und die Erkrankten fielen nicht weiter auf. Daher gebe es am Frankfurter Flughafen auch keine Wärmekameras zum Erkennen von Fieberkranken. „Man hat damals bei Sars gesehen, dass damit kein einziger Fall entdeckt wurde“, so der Experte.

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