Deutsche Journalisten entkamen Flugzeugentführung

Nairobi - Zwei deutsche Journalisten sind bei einer versuchten Flugzeugentführung in Somalia mit dem Schrecken davon gekommen. Zwei bewaffnete Männer hatten es offensichtlich auf die Korrespondenten abgesehen.

Der somalische Rundfunksender Radio Garowe berichtete, die Maschine der somalischen Gesellschaft Daallo Airlines sei am Montag auf dem Weg von der Hafenstadt Bossasso in der halbautonomen Region Puntland nach Dschibuti gewesen. Kurz nach dem Start versuchten zwei bewaffnete Männer, eine Landung in der Stadt Las Qoray zu erzwingen. Offensichtlich hatten sie es auf die beiden Journalisten abgesehen, die über Piraten vor der somalischen Küste recherchiert hatten.

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Die “Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Mittwoch, bei den beiden Medienvertretern habe es sich um ihren Afrika-Korrespondenten Arne Perras und Johannes Dieterich von der “Frankfurter Rundschau“ gehandelt. Die Piloten widersetzten sich dem Bericht zufolge den Anweisungen der um sich schießenden Entführer und kehrten auf den Flughafen von Bossasso zurück. Dort öffneten Sicherheitskräfte die Türen des Flugzeugs und überwältigten die Männer. Einer der beiden wurde angeschossen. Nach Informationen von Radio Garowe sollen die beiden Entführer Verbindungen zu der radikalislamischen Miliz Al Shabaab haben.

Sowohl Milizen als auch kriminelle Gruppen haben in der Vergangenheit wiederholt gezielt Ausländer in der Region entführt. Seit mehr als einem Jahr befinden sich eine kanadische Journalistin und ein australischer Fotograf, die in Puntland über die vor allem dort ansässigen Piraten recherchieren wollten, in der Gewalt von Entführern.

dpa

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