Deutsche Poliker äußern sich zu Obama-Nobelpreis

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Angela Merkel und Guido Westerwelle, die Spitzenpolitiker sind sich einig, dass das Komitee richtig entschieden hat.

Berlin - Führende Politiker äußern sich zu dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama.

Der Friedensnobelpreis für US-Präsident Barack Obama ist in Deutschland als Auszeichnung und Verpflichtung zugleich gewürdigt worden. “Sein Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt ist ein Ziel, für das wir uns alle einsetzen sollten“, sagte Merkel am Freitag. Obama habe mit seinem Bemühen um eine neue Gesprächsbereitschaft der Staaten ein “Fenster der Möglichkeiten eröffnet“. FDP-Chef Guido Westerwelle mahnte, “Obamas Politik der Verständigungsbereitschaft jetzt in die Tat umzusetzen“. Die Verleihung des Nobelpreises sei ein Ansporn für den amerikanischen Präsidenten und “uns alle“, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen, sagte Merkel in Leipzig.

Friedensnobelpreisträger seit 1999

Friedensnobelpreisträger seit 1999

“Wir alle sollten ihn unterstützen.“ Der scheidende Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte, die Entscheidung des Nobelkomitees sei “ein wichtiges Signal der Unterstützung für die kooperative Politik des amerikanischen Präsidenten“. Steinmeier zeigte sich überzeugt, Obamas “mutige Politik der ausgestreckten Hand ist der richtige Weg, um die verhärteten Fronten in vielen Konflikten aufzubrechen und die friedliche Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu fördern“. Insbesondere mit seiner Vision einer atomwaffenfreien Welt habe der US-Präsident den internationalen Abrüstungsbemühungen neuen Schwung verliehen. Westerwelle, der als künftiger Außenminister gehandelt wird, erklärte, der Friedensnobelpreis sei “weniger die Auszeichnung für bereits Erreichtes, sondern eine Rückenstärkung für eine Politik, die auf Kooperation statt auf Konfrontation und auf Abrüstung statt Aufrüstung setzt“.

Friedensnobelpreis:Obama als Hoffnungsträger

Friedensnobelpreis: Obama als Hoffnungsträger

Obamas ausgestreckte Hand sollte von all jenen ergriffen werden, die bislang noch bereit gewesen seien, das Fenster der Gelegenheit zu nutzen. Zwtl: Wowereit erinnert an Obamas Rede in Berlin Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering versprach Obama die Unterstützung der Sozialdemokraten bei seinen Bemühungen um Dialog und internationale Kooperation. Auch Europa profitiere von seiner Vision einer friedlichen Welt. Die Grünen-Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast nannten den Friedensnobelpreis für Obama ein “Signal des Aufbruchs“. Die Grünen-Parteichefs Claudia Roth und Cem Özdemir erklärten, die Auszeichnung bestärke die Erwartungen, dass der amerikanische Präsident an seinen Zielen festhalte und sie tatsächlich umsetze.

Er sei Auftrag und Verpflichtung für Obama, ein ehrgeiziges Klimaschutzabkommen in Kopenhagen voranzubringen, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen und die Atomabrüstungspolitik umzusetzen. Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sieht in Obamas Auszeichnung eine Verpflichtung zu Toleranz und Offenheit. Er erinnerte daran, dass Obama bereits als Präsidentschaftskandidat im Juli 2008 an der Berliner Siegessäule seine außen- und weltpolitischen Ziele dargelegt hatte. ap

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