Neue Corona-Regeln

Inzidenz in Italien: Regierung setzt auf Impfpflicht für Lehrer

Die Corona-Inzidenz in Italien steigt: 99 Prozent der verstorbenen Personen waren nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft. Die Regierung strengere Impf-Regeln.

Rom – Seit Anfang Juli steigt die Corona-Inzidenz in Italien. Mittlerweile liegt sie wieder bei 51,3, nachdem sei Ende Juni noch unter zehn gelegen hatte. Die italienische Regierung unter Mario Draghi erwägt deshalb nun eine Impfpflicht für Lehrer und anderes Personal an Schulen. Zuvor werde es laut italienischen Medien ein Treffen mit den Gewerkschaften geben. Die neue Regel könnte bereits diese Woche beschlossen werden.

Ziel ist es, das Schulpersonal bis zum Schulstart am 12. September 2021 zu impfen. Man wolle prüfen, welches das wirksamste Mittel sei, um Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler ohne Risiko möglich zu machen, sagte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza.

LandItalien
Einwohner60 Millionen
HauptstadtRom
Fläche 301.338 km²

Bereits 85 Prozent aller Lehrer sind in Italien mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Zwischen den jeweiligen Regionen gibt es jedoch große Unterschiede. Ministerpräsident Draghi hält normalen Präsenzunterricht in den Klassen für wichtig. Bereits vergangenes Schuljahr mussten viele Schülerinnen und Schüler per Homeschooling am Unterricht teilnehmen.

Seit April gilt in Italien eine Impfpflicht für Beschäftigte des Gesundheitswesens. Eine ähnliche Maßnahme wurde in den vergangenen Tagen auch in Frankreich gebilligt.

Corona-Lage in Italien spitzt sich zu: Fast alle Corona-Toten seit Februar waren nicht vollständig geimpft

Rund 99 Prozent der Personen, die seit Februar in Italien in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, hatten keine vollständige Impfung erhalten. Das geht aus einer neuen Untersuchung des obersten Gesundheitsinstituts ISS (Istituto Superiore di Sanità). Unten den Corona-Toten, die vollständig geimpft worden waren, wurde ein höheres Durchschnittsalter und eine überdurchschnittliche Anzahl früherer Pathologien festgestellt.

Bis zum 21. Juli sind in Italien 423 vollständig geimpfte Personen in Zusammenhang mit Sars-Cov-2 gestorben. Das entspricht etwa 1,2 Prozent aller Todesfälle seit dem 1. Februar.

Inzidenz in Italien steigt seit dem EM-Finale weiter

Neben der Delta-Variante hat man in Italien auch die Fußball-Europameisterschaft und die damit verbundenen Partys in Verdacht, den sprunghaften Anstieg der Inzidenz verschuldet zu haben. Allein in Rom hat sich die Inzidenz seit dem EM-Finale verfünffacht. Die Regierung hat daher strengere Corona-Maßnahmen angekündigt.

Waren die Feiern nach dem EM-Finale Mitgrund für Italiens steigende Corona-Inzidenz?

Ab dem 6. August brauchen Italienerinnen und Italiener einen „Grünen Pass“, um Innenräume von Restaurants, Bars oder Sportstätten zu betreten. Laut Speranza hätten bereits 40 Millionen Menschen diesen Pass heruntergeladen. Mit ihm können ein Corona-Test, der maximal 48 Stunden alt und negativ ist, eine Impfung oder eine vergangene Infektion schnell nachgewiesen werden. Zehntausende Impfgegner sind am vergangenen Wochenende in Italien auf die Straßen gegangen, um gegen das Impfen und den Pass zu demonstrieren.

Italien beschließt strengere Corona-Regeln: Für Urlauber aus Deutschland reicht Impfass aus

Für Reisende aus Deutschland gilt: Der Impfpass reicht aus. Die deutschen Zertifikate sind auch in Italien anerkannt. Einen „Grünen Pass“ benötige es dann nicht mehr. Ausnahmen in Italien für die strengeren Corona-Regeln gebe es für Außenbereiche. Der „Grüne Pass“ wird nicht für öffentliche Verkehrsmittel benötigt, dafür aber auch für Museen, Kinos, Theater, Fitnessstudios oder für Konzerte. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Alessandra Tarantino

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