"Hansa Stavanger" bald frei?

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Der deutsche Frachter “Hansa Stavanger“.

Nairobi - Vier Monate nach der Entführung des deutschen Frachters “Hansa Stavanger“ durch Piraten vor der somalischen Küste steigt die Hoffnung auf eine baldige Freigabe des Schiffes.

“Wir hoffen, das Schiff wird in Kürze frei sein“, sagte Andrew Mwangura, der Chef der in Kenia ansässigen ostafrikanischen Seefahrer-Mission am Montag der dpa.

Demnach werde für das Schiff ein Lösegeld von knapp unter drei Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) gezahlt. “Letzte Woche waren sie bei 2,7 Millionen, gestern wurde eine Einigung erzielt. Wir glauben, sie liegt knapp unter drei Millionen“, sagte Mwangura. Das Containerschiff der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg war am 4. April zwischen Kenia und den Seychellen entführt worden.

Am Wochenende hatte sich Reeder Frank Leonhardt erstmals über die Zustände an Bord seines Schiffes geäußert. “Alle Besatzungsmitglieder an Bord sind in physisch guter Verfassung“, sagte Leonhardt der “Bild am Sonntag“. Er räumte allerdings ein, dass es in psychischer Hinsicht anders sei. “Selbstverständlich ist die seelische Belastung für die Seeleute wie auch für ihre Angehörigen erheblich.“ “Am meisten Sorgen macht mir die Frage, wie wir unsere Seeleute aus dieser unerträglichen Entführungssituation möglichst schnell befreien können“, sagte Leonhardt.

Der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere sowie die Ehefrau des Kapitäns kritisieren die Reederei. Die Situation an Bord sei sehr ernst, es herrsche Wassermangel, Besatzungsmitglieder seien erkrankt. Dies gehe aus Telefongesprächen und E-Mails mit den Angehörigen hervor, die die Entführten unter Aufsicht der Piraten verfasst hätten. An Bord der “Hansa Stavanger“ befinden sich fünf Deutsche, darunter zwei 19-jährige Auszubildende, ein nautischer Offizier und der Kapitän.

dpa

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