Eva Herman siegt gegen Axel-Springer-Verlag

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Wieder ein juristischer Erfolg für die ehemalige Tagesschau-Sprecherin Eva Herman.

Köln - Die TV-Moderatorin und Autorin Eva Herman hat auch im Berufungsverfahren gegen den Axel-Springer-Verlag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln einen juristischen Sieg errungen.

Der Verlag darf Herman nicht weiter falsch zitieren, sie habe den Nationalsozialismus in Teilen - in Bezug auf “die Wertschätzung der Mutter“ - gutgeheißen, entschied das OLG am Dienstag. Die Ex-“Tagesschau“-Sprecherin sah sich mit dem Zitat als Sympathisantin der NS-Familienpolitik verunglimpft und hatte auf Unterlassung und Zahlung einer Geldentschädigung geklagt.

Der Springer-Verlag muss ihr nach dem Urteil im Berufungsverfahren wegen “schwer wiegender Persönlichkeitsverletzung“ auch eine Entschädigung von 25 000 Euro zahlen. Außerdem muss der Verlag in einer weiteren Veröffentlichung die Äußerungen von Herman bei einer Pressekonferenz im September 2007 in Berlin richtig stellen (Az: OLG Köln 15 U 37/09).

Eva Herman hatte damals ihr Buch “Das Prinzip Arche Noah - warum wir die Familie retten müssen“ vorgestellt. Nach eigenen Angaben hat Herman sowohl bei der Pressekonferenz als auch bei anderen öffentlichen Auftritten stets deutlich gemacht, dass sie den Nationalsozialismus verabscheue.

Die Richter des OLG gaben - wie schon in der Vorinstanz das Landgericht Köln - im Wesentlichen der Moderatorin Recht. Das Zitat, das ihr in den Mund gelegt worden sei, sei falsch und entspreche nicht ihren tatsächlichen Äußerungen. Es habe sich um “eine Interpretation“ ihrer bei der Pressekonferenz gemachten “mehrdeutigen Äußerung“ gehandelt. Dadurch werde Herman “massiv in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht“ beeinträchtigt und sie erscheine in negativem Licht, da letztlich der Unrechtscharakter des NS-Regimes bagatellisiert werde.

Für die weiteren beruflichen und privaten Auswirkungen für Herman sei aber nicht allein der Springer-Verlag verantwortlich zu machen, befanden die Richter. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen. Der Verlag kann aber binnen eines Monats beim Bundesgerichtshof eine Nichtzulassungsbeschwerde erheben.

dpa

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