14 Jahre Haft für Moskauer Jesuiten-Mörder

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Der Angeklagte Michail O. sitzt zu Beginn des Prozesses im Gericht in Moskau.

Moskau - Zehn Monate nach dem Mord an einem deutschen katholischen Priester und seinem Jesuiten-Mitbruder hat ein Gericht in Moskau den Angeklagten zu 14 Jahren Haft verurteilt.

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Der 36- Jährige werde die Strafe unter strenger Sicherungsverwahrung absitzen, teilte das Gericht nach Angaben der Agentur Interfax am Dienstag in Moskau mit. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft gefordert, nachdem eine Geschworenenjury ihn bereits in der Vorwoche grundsätzlich wegen der im Oktober 2008 begangenen Bluttat schuldig gesprochen hatte. Der katholische Jesuitenorden war Partner des Freisinger Osteuropa-Hilfswerks Renovabis.

Die Jury sah es als erwiesen an, dass der Mann im Affekt und unter Alkohol in der Jesuiten-Wohnung den aus Ecuador stammenden Pater Victor Betancourt (42) im Oktober 2008 mit einer Hantel erschlagen hat, nachdem der homosexuelle Priester ihn sexuell bedrängt habe. Um das Verbrechen zu vertuschen, soll der Täter der Anklage zufolge auch den heimkehrenden Russlanddeutschen Otto Messmer (47) getötet haben. In diesem Punkt sahen die Geschworenen allerdings keine eindeutige Beweislage.

Die Obduktion hatte ergeben, dass Messmer einen Tag nach Betancourt ermordet wurde. Der arbeitslose Angeklagte, der wegen Raub und Vergewaltigung vorbestraft ist, hatte laut russischen Medien den Mord an Betancourt eingeräumt. Demnach hatte er elf Mal mit der Hantel auf den Kopf des Geistlichen eingeschlagen. Er war im vergangenen November verhaftet worden.

dpa

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